Charles Mingus – Mingus, Mingus, Mingus, Mingus, Mingus

82,00 € inkl. MwSt.

Geschwindigkeit
33⅓ RPM
2 LPs
Gewicht
180 Gramm
Genre
Jazz

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LabelAnalogue Productions
KatalognummerAIPJ 54
GenreJazz
Anzahl Platten2

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

Mir ist bewusst und ich stimme zu, dass die Platte aus der Originalfolie genommen wird (die Folie liegt der Lieferung bei).

Artikelnummer: AIPJ 54 Kategorien: , ,

Schutz für diese Ausgabe

Gatefold · 2 LPs

Das aufklappbare Cover lässt sich auf zwei Arten schützen:

Für die zwei Platten: zwei Innenhüllen. Außenhüllen schützen das Cover; Innenhüllen schützen jeweils eine Schallplatte. Bereits passende Innenhüllen kannst du weiterverwenden.

Fünfmal Mingus: Vertraute Musik in neuer Gestalt

Der Titel Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus wirkt wie eine selbstbewusste Unterschrift. Musikalisch steckt darin jedoch keine einfache Wiederholung. Charles Mingus nimmt eigenes Material erneut in die Hand, verändert seine Gestalt und stellt es in einen größeren Ensemblezusammenhang. Bekannte Themen bekommen neue Namen oder eine andere Umgebung; die Vergangenheit wird nicht abgeschlossen, sondern weiterbearbeitet. Für Hörer, die bereits einige seiner früheren Alben kennen, ist das ein besonders reizvoller Zugang. Man erkennt eine Kontur wieder und kann zugleich beobachten, wie viel ein anderes Arrangement, eine andere Besetzung und ein neuer Augenblick aus ihr machen können.

Die sieben Aufnahmen stammen aus zwei New Yorker Sitzungen von 1963, produziert von Bob Thiele für Impulse!. Bob Hammer ist an Arrangement und Orchestrierung beteiligt, Bob Simpson wird als Toningenieur geführt. Diese Zusammenarbeit ist wesentlich: Mingus’ Musik besteht nicht nur aus Themen und anschließenden Soli. Stimmen können sich überlagern, eine Figur kann von einer anderen beantwortet oder herausgefordert werden, und die Ensemblefarbe ist ein Teil der Komposition. Ein größerer Klangkörper eröffnet dafür andere Möglichkeiten als ein kleines Quintett. Gleichzeitig müssen die einzelnen Charaktere hörbar bleiben, damit aus der Dichte keine bloße Masse wird.

Das Album lässt sich deshalb gut als Werkstatt einer musikalischen Erinnerung hören. Es versammelt frühere Gedanken, aber es legt sie nicht wie Gegenstände hinter Glas. Mingus’ Verbindung zu Blues, Gospel, Ellington und improvisierter Gegenwart bleibt beweglich. Auch der einzige Titel außerhalb seiner eigenen Kompositionen, Mood Indigo, gehört in diesen Zusammenhang. Er erscheint nicht als höflicher Fremdkörper zwischen Originalstücken, sondern verweist auf eine Klangvorstellung, mit der Mingus sich intensiv auseinandersetzt. Für eine Sammlung ist die Platte damit zugleich Einstieg und Vertiefung: ein überschaubares Programm, dessen Beziehungen weit über diese sieben Stücke hinausreichen.

Charles Mingus · Kontrabass · Porträtvorlage 1959 · historisch inspirierte Illustration
Charles Mingus · Kontrabass · Porträtvorlage 1959

Von II B.S. bis Hora Decubitus: ein Katalog in Bewegung

II B.S. eröffnet die Folge mit Material, das als Haitian Fight Song bekannt geworden war. Schon dieser neue Name lädt dazu ein, zwischen Komposition und konkreter Aufnahme zu unterscheiden. Ein Stück bleibt erkennbar und ist dennoch nicht mit einer einzigen Fassung erledigt. Wer beide Versionen kennt, kann auf die Funktionen innerhalb des Ensembles achten: Was trägt den Grundgedanken, wo verdichtet sich die Antwort, und wie verändert die größere Besetzung die Perspektive? Ein solcher Vergleich muss keinen Sieger hervorbringen. Er zeigt vielmehr, wie ein Komponist seine eigene Musik als etwas Weiterlebendes behandelt.

I X Love und Celia stammen aus der Januarsitzung. Bei I X Love werden in der Literatur unterschiedliche Vorläuferbezüge genannt; die Quellen verbinden es unter anderem mit Duke’s Choice, während Nat Hentoffs Begleittext auf Nouroog verweist. Für das Hören ist wichtiger, die konkrete Gestalt dieser Aufnahme ernst zu nehmen, statt aus dem Namensvergleich eine vermeintlich eindeutige Abstammungslinie zu machen. Celia hat auf dieser 45er-Ausgabe die gesamte zweite Seite für sich. Das schafft eine ungewöhnliche kleine Hörinsel innerhalb des Doppelalbums und gibt dem Stück einen eigenen Abschluss, bevor die Besetzung der Septembersitzung wieder übernimmt.

Auf der dritten Seite stehen Mood Indigo und Better Get Hit in Yo’ Soul. Letzteres führt zu dem auf Mingus Ah Um bekannten Better Git It in Your Soul zurück; die Schreibweisen selbst erzählen bereits etwas von der beweglichen Werkgeschichte. Theme for Lester Young nimmt anschließend die Verbindung zu Goodbye Pork Pie Hat auf. Die Hommage an den Tenorsaxofonisten wird damit nicht ersetzt, sondern anders benannt. Mit Hora Decubitus, verwandt mit E’s Flat, Ah’s Flat Too von Blues & Roots, endet das Programm. Diese Beziehungen sind gute Orientierungspunkte, doch die Platte bleibt ein eigenständiger Ablauf. Sie verlangt keine vollständige Mingus-Bibliothek, um als Musik zu funktionieren.

Eric Dolphy · Altsaxofon · Porträtvorlage 1960; beteiligt an der September-Session 1963 · historisch inspirierte Illustration
Eric Dolphy · Altsaxofon · Porträtvorlage 1960; beteiligt an der September-Session 1963

Zwei Sessions, zwei Ensembles – und die Personen dazwischen

Die Sitzung vom 20. Januar 1963 lieferte I X Love und Celia. Zur Besetzung gehören hier unter anderem Rolf Ericson und Richard Williams an den Trompeten, Quentin Jackson an der Posaune, Charlie Mariano am Altsaxofon, Jay Berliner an der Gitarre und Dannie Richmond am Schlagzeug. Jaki Byard ist am Klavier beteiligt, Don Butterfield an der Tuba; Jerome Richardson und Dick Hafer erweitern die Holzbläserfarben. Mingus wird für Kontrabass und in diesem Sessionzusammenhang auch für Klavier geführt. Das ist ein präziserer Zugang als eine pauschale Gesamtliste, die alle Namen jeder Aufnahme zuschreibt.

Am 20. September 1963 entstand der übrige Teil des hier enthaltenen Programms. Nun treten Eddie Preston, Britt Woodman, Booker Ervin, Eric Dolphy und Walter Perkins hinzu beziehungsweise an die Stelle der entsprechenden Januarbesetzung. Dolphy ist also nicht auf I X Love und Celia beteiligt. Seine dokumentierten Instrumente für die Septembersitzung umfassen Altsaxofon, Flöte und Bassklarinette; daraus folgt nicht, dass jedes dieser Instrumente auf jedem Titel vorkommt. Bei Hafer unterscheiden sich ebenfalls die zusätzlichen Instrumentenangaben zwischen den Sitzungen. Gerade solche Einzelheiten erklären, warum dieses Album trotz seines gemeinsamen Konzepts verschiedene innere Farben besitzt.

Für das bewusste Hören bietet sich an, zunächst den Weg einer Ensemblefigur zu verfolgen, danach eine einzelne Stimme und schließlich die Bewegung des Basses. Mingus’ Instrument gehört zum Fundament, kann aber ebenso eine musikalische Forderung formulieren. Byards Klavier, die tiefen Bläser und die wechselnden Schlagzeuger eröffnen weitere Blickrichtungen. Interessant ist dabei die Spannung zwischen komponiertem Zusammenhang und individuellen Klangcharakteren. Das Album wird nicht dadurch verständlicher, dass man es in lauter Solisten auflöst; ebenso wenig genügt es, nur das Gesamtvolumen wahrzunehmen. Sein Reiz liegt in der Beziehung beider Ebenen. Wer diese Beziehung einmal entdeckt hat, findet bei jedem neuen Durchgang andere Verbindungen, ohne die vertrauten Themen aus dem Blick zu verlieren.

Analogue Productions: sieben Titel auf zwei LPs mit 45 RPM

Hier geht es um die Analogue-Productions-Ausgabe AIPJ 54, eine Stereo-Doppel-LP mit 45 RPM im Klappcover. Für die dokumentierte Ausgabe werden Kevin Gray und Steve Hoffman als Lackschnittbeteiligte genannt; Gray ist zusätzlich als Mastering-Verantwortlicher geführt. Diese Angaben stehen nebeneinander und werden nicht künstlich auf einen einzigen Namen reduziert. Eine pauschale Übertragung heutiger Serienstandards auf diese ältere Veröffentlichung wäre dagegen ungenau. Presswerk und vollständige Herstellungskette werden deshalb hier nicht aus anderen Analogue-Productions-Ausgaben ergänzt. Entscheidend ist die Zuordnung zu genau diesem Doppelalbum.

Die Seitenfolge lautet: II B.S. und I X Love auf A, Celia allein auf B, Mood Indigo und Better Get Hit in Yo’ Soul auf C sowie Theme for Lester Young und Hora Decubitus auf D. Freedom ist nicht enthalten. Der Titel begegnet auf erweiterten Wiederveröffentlichungen und erklärt dort auch einen Sprechstimmencredit für Mingus, der für diese sieben Titel nicht übernommen werden darf. Diese Ausgabe ist weder eine solche erweiterte CD noch eine einzelne 33er-LP, selbst wenn eine allgemein gehaltene Katalogangabe anderes nahelegt.

Die 45er-Aufteilung bietet kurze Seiten und damit Spielraum für den Schnitt, fordert aber häufigeres Wenden als das ursprüngliche Einzelalbum. Eine gut gemasterte 33er bleibt für Hörer sinnvoll, die den längeren Albumfluss bevorzugen; hier entscheidet man sich bewusst für die vier Abschnitte dieser Edition. Das musikalische Argument bleibt Mingus’ Umgang mit dem eigenen Werk: Erinnerung als erneuter Aufbruch, getragen von außergewöhnlichen, genau benennbaren Musikern. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Auch in einer anderen Ausgabe: Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus

Mehr von Charles Mingus: The Clown · Oh Yeah

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Charles MingusVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungKontrabass; Klavier bei Januar-SessionMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Jaki ByardVorhandenes Porträt · 1965KlavierMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Richard WilliamsTrompeteMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Don ButterfieldTubaMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Jerome RichardsonVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungSopran-/Baritonsaxofon, FlöteMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Dick HaferTenorsaxofon, Flöte; Oboe Januar, Klarinette SeptemberMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Bob HammerArrangement, OrchestrierungMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Rolf EricsonVorhandenes Porträt · 1955TrompeteMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Quentin JacksonPosauneMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Charlie MarianoVorhandenes Porträt · Ende der 1970er-JahreAltsaxofonMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Jay BerlinerGitarreMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Dannie RichmondVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungSchlagzeugMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Eddie PrestonTrompeteMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Britt WoodmanPosauneMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Booker ErvinVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungTenorsaxofonMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Eric DolphyVorhandenes Porträt · 1960Altsaxofon, Flöte, BassklarinetteMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Walter PerkinsVorhandenes Porträt · um 1963SchlagzeugMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2

Sieben Titel aus zwei Sessions 1963. Bob Thiele: Produktion; Bob Simpson: Toningenieur; Nat Hentoff: Liner Notes. Instrumente pro Session, nicht jedes Instrument auf jedem Titel. Freedom ist nicht enthalten; daher kein Sprechstimmencredit. B1 Celia belegt allein Seite B.

So hört Michael diese Ausgabe

Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst

Michael vergleicht diese ältere AP-Ausgabe mit 45 RPM mit der neueren Acoustic-Sounds-Ausgabe bei 33⅓ RPM und bevorzugt in diesem Vergleich die 33er. Der Abstand fällt für ihn kleiner aus als beim ebenfalls besprochenen The Black Saint and the Sinner Lady. Das ist sein persönliches Urteil über diese beiden Ausgaben, keine allgemeine Wertung von 33⅓ gegenüber 45 RPM.

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Charles MingusVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungKontrabass; Klavier bei Januar-SessionMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Jaki ByardVorhandenes Porträt · 1965KlavierMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Richard WilliamsTrompeteMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Don ButterfieldTubaMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Jerome RichardsonVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungSopran-/Baritonsaxofon, FlöteMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Dick HaferTenorsaxofon, Flöte; Oboe Januar, Klarinette SeptemberMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Bob HammerArrangement, OrchestrierungMitwirkung: Beide Sessions; alle sieben Titel
  • Rolf EricsonVorhandenes Porträt · 1955TrompeteMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Quentin JacksonPosauneMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Charlie MarianoVorhandenes Porträt · Ende der 1970er-JahreAltsaxofonMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Jay BerlinerGitarreMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Dannie RichmondVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungSchlagzeugMitwirkung: 20.01.1963 · A2, B1
  • Eddie PrestonTrompeteMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Britt WoodmanPosauneMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Booker ErvinVorhandenes eigenständiges Porträt; keine SessionabbildungTenorsaxofonMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Eric DolphyVorhandenes Porträt · 1960Altsaxofon, Flöte, BassklarinetteMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2
  • Walter PerkinsVorhandenes Porträt · um 1963SchlagzeugMitwirkung: 20.09.1963 · A1, C1, C2, D1, D2

Sieben Titel aus zwei Sessions 1963. Bob Thiele: Produktion; Bob Simpson: Toningenieur; Nat Hentoff: Liner Notes. Instrumente pro Session, nicht jedes Instrument auf jedem Titel. Freedom ist nicht enthalten; daher kein Sprechstimmencredit. B1 Celia belegt allein Seite B.


Seite A

  • A1 · II B.S. (4:46)
  • A2 · I X Love (7:38)

Seite B

  • B1 · Celia (6:11)

Seite C

  • C1 · Mood Indigo (4:43)
  • C2 · Better Get Hit In Yo‘ Soul (6:28)

Seite D

  • D1 · Theme For Lester Young (5:39)
  • D2 · Hora Decubitus (4:41)