Booker Ervin – Exultation! (Stereo)

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Lieferbar

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LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 7293
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

Mir ist bewusst und ich stimme zu, dass die Platte aus der Originalfolie genommen wird (die Folie liegt der Lieferung bei).

Artikelnummer: APRJ 7293 Kategorien: , , ,

Ein neuer Abschnitt für Booker Ervin

Exultation! steht am Anfang von Booker Ervins Geschichte als Leader bei Prestige. Die Aufnahme vom 19. Juni 1963 führt einen Tenorsaxofonisten vor, dessen Persönlichkeit bereits deutlich ausgebildet war, der hier aber einen neuen Rahmen für seine eigene Musik erhielt. Ervin hatte mit Charles Mingus gespielt und zuvor Alben unter eigenem Namen für andere Labels aufgenommen. Sein Prestige-Debüt ist deshalb kein vorsichtiger erster Versuch. Es ist die Begegnung eines erfahrenen, unverwechselbaren Musikers mit einer Besetzung, deren Beziehungen weit über einen bloßen Termin im Studio hinausreichen.

Besonders reizvoll ist die Frontlinie: Neben Ervins Tenor steht Frank Stroziers Altsaxofon. Zwei Saxofone können sich eng verbinden und dennoch deutlich verschiedene Klangräume öffnen. Anders als bei einem Quintett mit Trompete und Tenor gehört das zweite Melodieinstrument derselben Familie an, besitzt aber eine andere Lage und Ansprache. Das lädt dazu ein, auf die gemeinsame Themenführung ebenso zu achten wie auf die Trennung der Stimmen. Ein einzelner Bläsersatz kann dadurch zugleich geschlossen und vielschichtig wirken. Die Besetzung ist ein wesentlicher Teil des Charakters dieser Platte.

Produzent Don Schlitten brachte das Quintett zu Rudy Van Gelder nach Englewood Cliffs. Schlitten verantwortete auch Gestaltung und Fotografie; David Himmelstein schrieb die ursprünglichen Begleittexte. Die Veröffentlichung erfolgte 1963 als Prestige PRST 7293. Für Sammler, die Ervins spätere Prestige-Alben kennen, ist dieser Beginn besonders interessant: Hier lassen sich bereits wichtige Verbindungen erkennen, ohne die Platte nur als Vorstufe eines späteren Erfolgs behandeln zu müssen. Exultation! besitzt ein eigenes Programm und eine eigene Gruppe. Beides verdient Aufmerksamkeit für sich.

Booker Ervin · um 1963 · historisch inspirierte Illustration
Booker Ervin · um 1963

Horace Parlan und zwei gemeinsame Vorgeschichten

Horace Parlan am Klavier ist für Ervin ein vertrauter Partner. Beide gehörten zur musikalischen Welt von Charles Mingus und sind auf Aufnahmen wie Mingus Ah Um zu hören. Eine solche Erfahrung bedeutet mehr als eine gemeinsame Zeile in zwei Lebensläufen. Mingus’ Musik verlangte Aufmerksamkeit für Form, kollektive Bewegung und die Eigenheiten anderer Stimmen. Auf dieser Quintettplatte begegnen Ervin und Parlan einander unter anderen Bedingungen, doch ihre gemeinsame Vergangenheit gibt der Verbindung einen konkreten Hintergrund. Der Pianist ist hier ein Musiker mit eigener Geschichte und eigener Ausdruckskraft.

Parlans Spiel entwickelte sich unter besonderen körperlichen Voraussetzungen: Eine Kinderlähmung hatte seine rechte Hand eingeschränkt. Seine Art, musikalische Aufgaben zwischen den Händen zu verteilen, gehört deshalb zu seiner individuellen pianistischen Sprache. Für das Hören sollte diese Biografie den Musiker nicht auf eine Einschränkung reduzieren. Interessant bleibt, wie er eine Phrase gewichtet, wie Akkorde einen Bläsereinsatz beantworten und wie rhythmische Entschiedenheit mit melodischer Beweglichkeit zusammengehen kann. Exultation! bietet Gelegenheit, Parlan als gleichberechtigten Partner innerhalb eines Quintetts wahrzunehmen, statt ihn nur als harmonischen Hintergrund zu betrachten.

Auch Frank Strozier und Walter Perkins bringen eine gemeinsame Vorgeschichte mit. Beide arbeiteten im Chicagoer Umfeld der MJT+3. Strozier übernimmt hier das Altsaxofon, Perkins das Schlagzeug. Damit begegnen sich im Quintett nicht einfach fünf voneinander unabhängige Lebensläufe: Es gibt zwei bereits erprobte Beziehungen, die in dieser Besetzung neu zusammengeführt werden. Das macht die Aufnahme auch als Dokument musikalischer Netzwerke interessant. Jazzgeschichte entsteht nicht ausschließlich durch die großen Namen auf der Vorderseite einer Hülle, sondern durch solche wiederkehrenden Verbindungen zwischen Städten, Gruppen und einzelnen Musikern.

Butch Warren am Kontrabass vervollständigt die Band. Sein Name gehört ebenso in dieses Bild wie die beiden Saxofonisten. Ein Quintett mit zwei beweglichen Bläserstimmen benötigt einen Bass, der harmonische Orientierung und rhythmische Kontinuität zusammenhält. Warren und Perkins geben den Solisten einen gemeinsamen Bezugspunkt, während Parlan dazwischen verdichten, antworten oder Raum lassen kann. Wer beim erneuten Hören einmal bewusst der Rhythmusgruppe folgt, bekommt eine andere Perspektive auf dieselben Stücke. Die Vordergrundstimmen behalten ihren Ausdruck, doch die Voraussetzungen ihrer Bewegungsfreiheit werden deutlicher.

Horace Parlan · um 1963 · historisch inspirierte Illustration
Horace Parlan · um 1963

Standards und eigene Stücke im Gespräch

Zum ursprünglichen Programm gehören Mooche Mooche, Black & Blue, Mour, Just in Time, No Land’s Man und Tune In. Schon die Nachbarschaft dieser Titel zeigt die Spannweite: eigene Musik aus dem Umfeld der Band steht neben Songvorlagen mit einer älteren Geschichte. Ervins Mooche Mooche und Tune In sind dabei wichtige Hinweise auf seine Rolle als Komponist. Der Leader bestimmt nicht nur die Farbe seiner Soli, sondern liefert auch Material, an dem sich das gesamte Ensemble orientiert. Themen und improvisierte Fortsetzungen gehören zu derselben musikalischen Persönlichkeit.

Black & Blue führt zu Fats Waller, Harry Brooks und Andy Razaf. Das Lied trägt eine Geschichte, die weit über seine harmonische Verwendbarkeit als Jazzstandard hinausgeht. Seine Worte verbinden persönliche Verletzung mit der Erfahrung rassistischer Ausgrenzung. Eine instrumentale Fassung singt diesen Text nicht, löscht seine Herkunft aber auch nicht aus. Gerade deshalb kann es bereichernd sein, die Melodie zunächst in ihrer Ruhe und Gestalt wahrzunehmen, bevor man den improvisierten Abzweigungen folgt. Ein Standard ist nicht einfach neutrales Material; er bringt Erinnerungen und Bedeutungen mit.

Mit Just in Time erscheint die Broadway-Welt von Jule Styne, Betty Comden und Adolph Green im Programm. Der Song stammt aus dem Musical Bells Are Ringing. Seine Präsenz neben Black & Blue und den Eigenkompositionen macht deutlich, wie selbstverständlich Jazzmusiker verschiedene Repertoires zusammenführen konnten. Ein Stück wird dabei nicht allein durch seine Herkunft charakterisiert. Entscheidend ist auch, was eine bestimmte Gruppe daraus macht: welche Stimmen das Thema tragen, wie die Solisten ihre Gedanken entwickeln und wie die Rhythmusgruppe die Bewegung zusammenhält. Diese Fragen lassen sich durch das ganze Album verfolgen.

Bei Mour und No Land’s Man lohnt derselbe offene Zugang zur musikalischen Form, ohne sich an widersprüchlichen Autorenangaben festzuhalten. Die Stücke gehören zum dokumentierten Originalprogramm und zur konkreten Begegnung dieser fünf Musiker. Für den Albumzusammenhang ist wichtig, dass die Band nicht ausschließlich bekannte Songs interpretiert. Sie stellt vertraute Vorlagen neben weniger vorgeprägtes Material und schafft dadurch unterschiedliche Hörsituationen. Das hält die Aufnahme als Ganzes offen: Wiedererkennen ist möglich, Entdecken ebenso. Die genaue Titelfassung verschiedener Nachpressungen ist im Tracklist-Bereich gesondert erläutert.

Eine Prestige-Stereoaufnahme auf 33⅓

Die Ausgabe von Analogue Productions trägt die Katalognummer APRJ 7293. Kevin Gray wird für das Mastering bei Cohearent Audio genannt; die Fertigung liegt bei Quality Record Pressings. Die aktuelle Herstellerbeschreibung nennt 180-Gramm-Vinyl und eine Tip-on-Hülle. Frühere Ausgaben dieses Titels erschienen auch mit 200 Gramm. Solche Unterschiede sind für die genaue Bestimmung einer Pressung relevant, ersetzen aber nicht den Blick auf die Aufnahme selbst: ein Stereoquintett aus Van Gelders Studio, dessen Zusammensetzung und Repertoire einen eigenen Moment in Ervins Laufbahn festhalten.

Die einzelne LP mit 33⅓ Umdrehungen passt zu dieser Art von Musik. Sie erlaubt, mehrere Stücke und ihre wechselnden Perspektiven als längere Folge zu erleben. Das ist besonders angenehm, wenn man dem Zusammenspiel nachgehen möchte: Ein Thema bleibt noch im Gedächtnis, während das nächste eine andere Aufgabe stellt. Die Aufmerksamkeit kann von Ervin zu Strozier, von Parlan zu Warren und Perkins wandern, ohne dass das Album ständig durch zusätzliche Seitenwechsel unterbrochen wird. Die Drehzahl dient hier dem zusammenhängenden Hören eines vollständigen Programms.

Exultation! ist eine lohnende Platte für alle, die Booker Ervin nicht nur als markanten Solisten innerhalb der Mingus-Welt kennenlernen möchten. Sie zeigt ihn als Leader, Komponisten und Partner in einem anders zusammengesetzten Ensemble. Frank Stroziers Altstimme, Horace Parlans Klavier und die Verbindung von Butch Warren und Walter Perkins geben dieser Begegnung ihre besondere Gestalt. Der Beginn einer Labelgeschichte wird so zu einer eigenständigen musikalischen Geschichte: fünf Musiker, mehrere gemeinsame Wege und genügend Unterschiede, um aus Vertrautheit neue Möglichkeiten entstehen zu lassen.

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Booker ErvinTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Frank StrozierAltsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Horace ParlanKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Butch WarrenKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Walter PerkinsSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: Rudy Van Gelder, Englewood Cliffs, 19. Juni 1963. Produktion, Gestaltung und Foto: Don Schlitten. Begleittext: David Himmelstein. AP-Mastering: Kevin Gray; bei der dokumentierten Pressung von 2023 ist Momchil Zanev am B-Seiten-Schnitt mitgenannt. Die Liste zeigt die sechs Titel des Originalprogramms. AP-Pressungsnachweise enthalten teils acht Einträge einschließlich kurzer Alternativfassungen. Ob die angebotene Pressung die zusätzlichen Alternativfassungen enthält, ist nicht bestätigt; auch zu den Komponisten von Mour und No Land’s Man machen die Quellen unterschiedliche Angaben.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Booker ErvinTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Frank StrozierAltsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Horace ParlanKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Butch WarrenKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Walter PerkinsSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: Rudy Van Gelder, Englewood Cliffs, 19. Juni 1963. Produktion, Gestaltung und Foto: Don Schlitten. Begleittext: David Himmelstein. AP-Mastering: Kevin Gray; bei der dokumentierten Pressung von 2023 ist Momchil Zanev am B-Seiten-Schnitt mitgenannt. Die Liste zeigt die sechs Titel des Originalprogramms. AP-Pressungsnachweise enthalten teils acht Einträge einschließlich kurzer Alternativfassungen. Ob die angebotene Pressung die zusätzlichen Alternativfassungen enthält, ist nicht bestätigt; auch zu den Komponisten von Mour und No Land’s Man machen die Quellen unterschiedliche Angaben.


Seite A

  • A1 · Mooche Mooche
  • A2 · Black & Blue
  • A3 · Mour

Seite B

  • B1 · Just In Time
  • B2 · No Land’s Man
  • B3 · Tune In

Aufnahme: Rudy Van Gelder, Englewood Cliffs, 19. Juni 1963. Produktion, Gestaltung und Foto: Don Schlitten. Begleittext: David Himmelstein. AP-Mastering: Kevin Gray; bei der dokumentierten Pressung von 2023 ist Momchil Zanev am B-Seiten-Schnitt mitgenannt. Die Liste zeigt die sechs Titel des Originalprogramms. AP-Pressungsnachweise enthalten teils acht Einträge einschließlich kurzer Alternativfassungen. Ob die angebotene Pressung die zusätzlichen Alternativfassungen enthält, ist nicht bestätigt; auch zu den Komponisten von Mour und No Land’s Man machen die Quellen unterschiedliche Angaben.