Zwischen Miles Davis und dem eigenen Weg
Am 15. Dezember 1958 nahm Bill Evans in den New Yorker Reeves Sound Studios sein zweites Album als Bandleader auf. Einen Monat zuvor hatte er das Sextett von Miles Davis verlassen. „Everybody Digs Bill Evans“ erschien im März 1959 bei Riverside, noch bevor das spätere Trio mit Scott LaFaro und Paul Motian sein erstes Album einspielte.
Hier sind Sam Jones am Bass und Philly Joe Jones am Schlagzeug seine Partner. Die beiden gleichen Nachnamen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder eine eigene musikalische Geschichte mitbrachte. Philly Joe kannte Evans aus dem Umfeld von Miles Davis. Produzent Orrin Keepnews stellte auf der Hülle Empfehlungen prominenter Kollegen zusammen, darunter Davis, Ahmad Jamal, George Shearing und Cannonball Adderley. Der selbstbewusste Albumtitel bekam damit ein sehr konkretes Gegenstück.

Wie aus einer Einleitung ein Stück wurde
Im Zentrum vieler Begegnungen mit diesem Album steht „Peace Piece“. Evans entwickelte die Improvisation aus einer Einleitung zu Leonard Bernsteins „Some Other Time“. Das wiederkehrende Begleitmuster gewann ein eigenes Gewicht; darüber entstand eine eigenständige musikalische Form. Die ursprüngliche Absicht führte zu einem anderen Ergebnis als einem weiteren Standard im Programm.
„Peace Piece“ ist eine Soloaufnahme. Auch „Lucky to Be Me“ und die kurzen „Epilogue“-Passagen zeigen Evans allein am Klavier. Das Trio und das Solospiel wechseln sich also ab. „Epilogue“ steht in der Titelliste zweimal, weil das kurze Stück die beiden Seiten der ursprünglichen LP abschloss. Die Wiederholung gehört zur Konzeption des Albums und ist kein Versehen in der Auflistung.

Mehr als „Peace Piece“
Daneben stehen Gigi Gryces „Minority“, Cole Porters „Night and Day“ und Sonny Rollins’ „Oleo“. Sie geben Sam Jones und Philly Joe Jones andere Aufgaben als die Solostücke. Gerade dieser Wechsel macht das Album zu einem aufschlussreichen frühen Evans-Porträt: Der Pianist arbeitet mit einer Rhythmusgruppe und kann anschließend die gesamte zeitliche Gestaltung allein übernehmen.
Höre bei „Peace Piece“ auf das Verhältnis zwischen dem wiederkehrenden Muster und der freien Bewegung darüber. Wann verändert sich die Spannung, obwohl die Begleitung vertraut bleibt? Wechsle danach zu „Oleo“ und verfolge die Einsätze von Bass und Schlagzeug. Es geht um zwei verschiedene Arten, musikalische Zeit zu organisieren. Wer nur das berühmte Solostück herausgreift, verpasst diese Nachbarschaft im ursprünglichen Programm.
Diese Ausgabe
AJAZ 1129 von Analogue Productions ist eine Stereo-Doppel-LP mit 45 RPM auf 180-Gramm-Vinyl. Sie ist von der ähnlich bezeichneten Einzel-LP APJ 1129 zu unterscheiden. Der Herausgeber führt Kevin Gray und Steve Hoffman bei AcousTech Mastering als Mastering-Credits. Die zehn Positionen des ursprünglichen Albums sind enthalten, einschließlich der zweimal aufgeführten „Epilogue“. „Some Other Time“, das später als CD-Bonus erschien, gehört nicht dazu. Die Aufteilung über vier Plattenseiten unterscheidet sich naturgemäß von der ursprünglichen Einzel-LP.
Michael 45 versendet die Platten aus Hilden in Deutschland, sodass dir ein eigener US-Import und das damit verbundene Warten beim Zoll erspart bleiben.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Bill Evans | Klavier |
| Sam Jones | Bass |
| Philly Joe Jones | Schlagzeug |
„Peace Piece“ ist ein Klaviersolo. Die widersprüchlichen numerischen Titelzuordnungen der Sekundärquelle werden nicht übernommen.







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