Bill Evans vor den berühmten Trioaufnahmen
Im September 1956 nimmt Bill Evans sein erstes Album als Bandleader auf. New Jazz Conceptions zeigt den Pianisten an einem frühen Punkt seiner Laufbahn, mit Teddy Kotick am Bass und Paul Motian am Schlagzeug. Wer Evans über die späteren Village-Vanguard-Aufnahmen kennt, begegnet hier einer anderen Besetzung und einem Programm, das Trio- und Solostücke nebeneinanderstellt.
Orrin Keepnews produziert die Sitzungen in den Reeves Sound Studios in New York; Jack Higgins ist der Toningenieur. Elf Stücke bilden das Albumprogramm. Standards und eigene Kompositionen stellen verschiedene Aufgaben, von der Ausgestaltung einer bekannten Melodie bis zur Vorstellung eines neuen Themas. Der Titel der Platte lässt sich als Einladung verstehen, diesen frühen musikalischen Gedanken zu folgen.

Die erste Waltz for Debby
Eine dieser Ideen wird später besonders bekannt: „Waltz for Debby“ erscheint hier erstmals auf Platte. Auf dem Debüt spielt Evans das Stück allein. Die frühe Fassung ist deshalb ein eigener Zugang zu einer Komposition, die viele Hörer mit seinem späteren Trio verbinden. Ohne Bass und Schlagzeug liegen Melodie, Begleitung und zeitliche Gestaltung vollständig in seinen Händen.
Auch „I Got It Bad and That Ain't Good“ und „My Romance“ sind Solodarbietungen. Diese drei Stücke unterbrechen das Trioprogramm und verändern die Perspektive. Achte darauf, wie Evans eine Melodie umspielt und wie die Begleitfiguren darunter organisiert sind. Bei einer Rückkehr zum Trio kannst du verfolgen, welche Aufgaben Kotick und Motian wieder übernehmen und wie sich damit das Zusammenspiel verändert.

Ein Anfang mit eigenem Repertoire
„Five“ und „Displacement“ gehören ebenfalls zu Evans' eigenen Kompositionen. Daneben stehen unter anderem „I Love You“, „Speak Low“ und „Our Delight“. Das Programm verbindet damit verschiedene Ausgangspunkte, ohne sich auf eine einzige Stimmung festzulegen. Evans zeigt sich als Komponist und als Musiker, der vorhandene Songs für sein Instrument und seine Gruppe bearbeitet.
Paul Motian wird in den folgenden Jahren ein wichtiger Partner bleiben. Hier hörst du den Beginn dieser Zusammenarbeit auf Platte. Es lohnt sich, das Schlagzeug einmal gezielt neben dem Klavier zu verfolgen: Wo markiert es den Verlauf, wo lässt es Raum? Das Debüt gewinnt durch solche Details eine eigene Gestalt. Es ist ein vollständiges Album mit wechselnden Besetzungen und musikalischen Aufgaben, das auch unabhängig von Evans' späterem Ruhm funktioniert.
Diese Ausgabe
Analogue Productions AAPJ 12-223-45 präsentiert das Album in Mono auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, gepresst bei RTI. Die Einzelproduktseite nennt Kevin Gray und Steve Hoffman bei AcousTech Mastering und Originalmasterbänder als Quelle. Der Titel wird einzeln aus dem Programm der Bill Evans Riverside Recordings angeboten. Die elf Stücke des Albums sind enthalten.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Bill Evans | Klavier |
| Teddy Kotick | Bass |
| Paul Motian | Schlagzeug |
„I Got It Bad And That Ain’t Good“, „Waltz For Debby“ und „My Romance“ sind Klaviersoli ohne Teddy Kotick und Paul Motian.
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