Zwei Lebenswege im selben Programm
Count Basie am Klavier, Big Joe Turner am Mikrofon: The Bosses bringt zwei Musiker zusammen, deren Geschichte weit vor die Aufnahme von 1973 zurückreicht. Norman Granz produzierte die Sitzung für Pablo. Turner greift darin mehrere Songs auf, die bereits zu seinem eigenen Repertoire gehörten; Basies musikalisches Umfeld ist ebenso präsent.
Die Gruppe ist größer, als die beiden Namen vermuten lassen. Harry „Sweets“ Edison spielt Trompete, J. J. Johnson Posaune, Eddie „Lockjaw“ Davis und Zoot Sims Tenorsaxofon. Irving Ashby an der Gitarre, Ray Brown am Bass und Louis Bellson am Schlagzeug ergänzen die Besetzung. Für zehn Songs steht damit eine Reihe eigenständiger Stimmen zur Verfügung.

Fünfunddreißig Jahre zurück
„Roll ’Em Pete“ führt in den Dezember 1938, als Turner den Song mit Pete Johnson aufnahm. Zwischen jener Aufnahme und dieser Sitzung liegen 35 Jahre. Die Zusammenarbeit mit dem Boogie-Woogie-Pianisten gehört zur Vorgeschichte von Turners späteren Rhythm-and-Blues-Erfolgen. Hier begegnet der Sänger dem Stück mit anderen Partnern erneut.
„Honey Hush“ und „Flip, Flop and Fly“ erinnern an seine Atlantic-Jahre der Fünfziger. „Cherry Red“ stammt ebenfalls aus der Verbindung zu Pete Johnson. Diese Platte lässt sich deshalb als Rückkehr zu Teilen des eigenen Katalogs hören. Die Frage ist nicht nur, welche Songs ausgewählt wurden, sondern was die neue Besetzung jeweils mit ihnen anfangen kann.

Basies Seite der Begegnung
„Good Mornin’ Blues“ verbindet Basie, Eddie Durham und Jimmy Rushing als Autoren. Damit findet auch Basies eigene musikalische Geschichte einen Platz im Programm. Turners Repertoire und die Tradition rund um Basies Band treffen hier innerhalb derselben Sitzung aufeinander. Das Album wird durch diese Verbindung konkreter als durch den Hinweis auf zwei große Namen allein.
Höre bei einem Song zunächst auf den Gesang und danach auf die Instrumente zwischen den Zeilen. Die Bläser können antworten, das Klavier eine kurze Figur setzen, Bass und Schlagzeug den Ablauf zusammenhalten. Mit Edison, Johnson, Davis und Sims gibt es mehrere mögliche Gesprächspartner für Turner. Gerade die kleineren Beiträge zwischen den Soli verdienen dabei Aufmerksamkeit.
Die Neuauflage auf Pablo
AAPJ 183 bezeichnet die Analogue-Productions-Ausgabe auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM. Matthew Lutthans masterte bei The Mastering Lab; der Herausgeber nennt das originale analoge Masterband als Quelle. Die Platte wird bei Quality Record Pressings gefertigt und enthält die zehn Stücke der Aufnahme von 1973. Die musikalische Rückschau gehört zu Turners später Arbeit für Norman Granz’ Pablo-Label.
Michael 45 hält die Ware in Deutschland vor und versendet aus Hilden, sodass du in Deutschland und der EU keinen eigenen US-Import organisieren oder auf die Zollabfertigung warten musst.
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Pablo – alle 30 Platten, Musiker und das Sessionbuch
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Big Joe Turner | Gesang |
| Count Basie | Klavier |
| Irving Ashby | Gitarre |
| Ray Brown | Kontrabass |
| Louis Bellson | Schlagzeug |
| J.J. Johnson | Posaune |
| Eddie "Lockjaw" Davis | Tenorsaxofon |
| Zoot Sims | Tenorsaxofon |







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