Eine Stimme bekommt einen größeren Rahmen
At Last! ist Etta James' erstes Studioalbum und markiert den Beginn ihrer Albumarbeit für Argo, das Tochterlabel von Chess. Ein Neuling war sie damals längst nicht: Ihre erfolgreiche R&B-Single „The Wallflower“ lag bereits einige Jahre zurück. Für dieses Debüt erhält ihre Stimme durch die Arrangements von Riley Hampton einen neuen, auch von Streichern geprägten Rahmen.
Die zehn Stücke verbinden Blues, Balladen und Standards. Leonard und Phil Chess produzieren das Album. Die Auswahl gibt James verschiedene Rollen: Sie kann eine ruhige Melodie ausgestalten, einen rhythmisch deutlicher geprägten Song führen und sich mit älterem Repertoire auseinandersetzen. Der Zusammenhalt entsteht durch ihre Stimme und die Art, wie die Begleitung darauf reagiert.

At Last hatte schon ein Leben vor Etta James
Mack Gordon und Harry Warren schrieben das Titelstück für den Film Sun Valley Serenade von 1941. Etta James nimmt es 1960 mit Hamptons Arrangement auf und gibt ihm die Fassung, mit der viele Hörer es heute verbinden. Diese Vorgeschichte macht den Song besonders interessant: Eine vorhandene Melodie erhält durch Interpretation einen neuen Platz im musikalischen Gedächtnis.
„A Sunday Kind of Love“, „Trust in Me“ und „Stormy Weather“ erweitern diesen Bereich des Albums. Achte auf das Verhältnis zwischen dem Ende einer Gesangsphrase und der Antwort des Ensembles. Gerade bei getragenen Songs können solche Übergänge entscheidend sein. Die Begleitung führt weiter, während die Stimme pausiert, und bereitet den nächsten Einsatz vor.

Blues und Balladen auf derselben Platte
„I Just Want to Make Love to You“ stammt von Willie Dixon und eröffnet die zweite Seite. Danach folgt „At Last“. Diese unmittelbare Nachbarschaft gehört zum Reiz der LP: Zwei unterschiedliche Ausgangspunkte stehen innerhalb weniger Minuten nebeneinander. James kann ihre Ausdrucksmöglichkeiten wechseln, während das Album seine zusammenhängende Form behält.
Auch „All I Could Do Was Cry“ gehört zum ursprünglichen Programm. Die Platte lässt sich über solche Wechsel entdecken, ohne sie auf den Titelsong zu verkürzen. Wer das Album zum ersten Mal vollständig hört, begegnet zehn sorgfältig platzierten Darbietungen. Die Reihenfolge führt von „Anything to Say You're Mine“ bis „Girl of My Dreams“ und zeigt die Sängerin innerhalb einer vielseitigen, knapp halbstündigen Folge.
Diese Ausgabe
ACHE 49045 aus der Chess Records Acoustic Sounds Series enthält eine 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM, gepresst bei Quality Record Pressings. Matthew Lutthans bei The Mastering Lab übernahm das Mastering. Zur Ausstattung gehört ein Tip-On-Gatefold. Die zehn Titel entsprechen dem Albumprogramm; zusätzliche Duette späterer CD-Ausgaben sind hier nicht enthalten.
Serie: Chess Records – alle 10 Platten: aus Singles wurden Alben
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Etta James | Gesang |
| Riley Hampton | Dirigat |
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael hebt bei dieser Stereoausgabe der Chess-Serie vor allem Etta James’ kraftvolle Art zu singen hervor. Gerade diese stimmliche Energie macht das Album für ihn besonders reizvoll. Es ist sein persönlicher Höreindruck zur Darbietung; einen Pressungsvergleich beschreibt er in dieser Passage nicht.
🎧 Review video: 8 Amazing New Reissues you want in your Collection
Dieses Video kommt von YouTube (Google). Es wird erst geladen, wenn du in den Cookie-Einstellungen „Funktionen“ einschaltest.







Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.