Eine LP voller früher Wegmarken
Berry Is on Top erscheint 1959 als Chuck Berrys dritte LP. Die meisten Stücke hatten bereits ein Leben als Single, bevor sie hier zusammenkamen. „Maybellene“, „Roll Over Beethoven“ und „Johnny B. Goode“ machen die Platte deshalb zugleich zu einem Blick auf mehrere Jahre seiner frühen Arbeit. Zwölf kurze Stücke ergeben ein Programm, das aus vielen eigenständigen Momenten besteht.
Die Aufnahmen stammen aus unterschiedlichen Sitzungen der fünfziger Jahre. Es handelt sich um eine Zusammenstellung innerhalb von Berrys damaligem Albumkatalog. Gerade diese Entstehung ist interessant: Songs aus verschiedenen Jahren stehen nebeneinander und zeigen, wie konsequent Berry an einer Verbindung aus erzählendem Gesang, Gitarrenfiguren und rhythmischem Antrieb arbeitete.

Die Gitarre eröffnet, das Klavier antwortet
Berrys Gitarrenspiel steht häufig im Vordergrund der Erinnerung. Das Klavier gehört ebenso zu dieser Musik. Johnnie Johnson und Lafayette Leake sind unter den beteiligten Pianisten; Willie Dixon spielt auf mehreren der bekannten Aufnahmen Bass. Bei „Johnny B. Goode“ ist Leake am Klavier beteiligt, bei „Maybellene“ Johnson. Die Musikerbesetzung verändert sich also innerhalb des Albums.
Wenn du die Platte auflegst, verfolge einmal die Klavierbegleitung unter Gesang und Gitarre. Sie trägt zur Bewegung bei und ergänzt die markanten Gitarreneinsätze. Die kurzen Songformen machen den Wechsel zwischen Einleitung, Strophe und Instrumentalteil besonders übersichtlich. In wenigen Minuten muss eine vollständige musikalische Szene entstehen — ein wesentlicher Reiz dieser frühen Singles.

Bekannte Songs im ursprünglichen Zusammenhang
Die erste Seite führt von „Almost Grown“ über „Carol“ und „Maybellene“ bis zu „Johnny B. Goode“. Auf der zweiten stehen unter anderem „Little Queenie“, „Roll Over Beethoven“ und „Around and Around“. Diese Nachbarschaften zeigen, wie viel vertrautes Material sich auf einer einzigen LP versammelt. Zugleich gehören mit „Hey Pedro“ und „Blues for Hawaiians“ weniger häufig genannte Titel zum Programm.
Das abschließende Instrumental „Blues for Hawaiians“ setzt noch einmal einen anderen Akzent. Es lohnt sich, nach den bekannten Songs auch diesem Ende Aufmerksamkeit zu geben. Das Album vermittelt dadurch ein breiteres Bild als eine Erinnerung, die sich allein auf Gitarrenintros und Hits konzentriert. Es enthält die zwölf Stücke seiner ursprünglichen Zusammenstellung und bleibt mit rund einer halben Stunde kompakt.
Diese Ausgabe
ACHE 49038 gehört zur Chess Records Acoustic Sounds Series. Die 180-Gramm-LP läuft mit 33⅓ RPM und ist in Mono. Matthew Lutthans bei The Mastering Lab übernahm das Mastering; gepresst wird bei Quality Record Pressings. Die Ausgabe besitzt ein Tip-On-Gatefold. Enthalten sind die zwölf Albumtitel, ohne zusätzliche Bonustracks anderer Wiederveröffentlichungen.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Chuck Berry | Gesang, Gitarre |
| Johnnie Johnson | Klavier |
| Lafayette Leake | Klavier |
| Willie Dixon | Kontrabass |
| George Smith | Bass |
| Fred Below | Schlagzeug |
| Ebbie Hardy | Schlagzeug |
| Jaspar Thomas | Schlagzeug |
| The Moonglows | Begleitgesang |
| Bob Bushnell | Bass |
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael begeistert an dieser Chess-Ausgabe vor allem die Kraft der Musik und Chuck Berrys markanter Gitarrensound. Für ihn liegt der Reiz gerade darin, dass die Aufnahme nicht glattpoliert wirkt. Er lobt den Klang, ordnet die Platte aber ausdrücklich nicht als audiophiles Vorführstück im klassischen Sinn ein.
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