New York, Herbst 1968
Für Astral Weeks brachte Produzent Lewis Merenstein Van Morrison mit Musikern zusammen, deren Erfahrung wesentlich aus dem Jazz kam. Im New Yorker Century Sound entstanden im September und Oktober 1968 die Aufnahmen zu Morrisons erstem Warner-Bros.-Album. Brooks Arthur betreute die Tontechnik. Die acht Stücke verbinden eine sehr persönliche Gesangssprache mit einem Ensemble, das auf die Bewegung der Songs reagieren konnte.
Kontrabassist Richard Davis spielte eine zentrale Rolle bei der Zusammenstellung der Gruppe. Zu den Musikern gehörten Gitarrist Jay Berliner, Schlagzeuger Connie Kay und Warren Smith Jr. an Vibrafon und Perkussion. Davis beschrieb später selbst, wie er diese Kollegen auswählte. Ihre Aufgabe bestand nicht darin, eine feste Rockbesetzung nachzubilden. Die Instrumente konnten um Morrisons Stimme herum eigene Linien entwickeln und dennoch den Zusammenhang halten.

Songs, die sich Zeit nehmen
Der Titelsong eröffnet einen weiten Rahmen. Gesang, akustische Gitarren und Kontrabass bewegen sich durch wiederkehrende Figuren, während Morrison Wörter und Motive weiterführt. „Beside You“ setzt diese offene Erzählweise fort. Das Album baut seine Wirkung oft durch Wiederholung und Veränderung innerhalb einer längeren Passage auf. Ein Satz muss nicht mit seiner ersten musikalischen Form abgeschlossen sein; er kann noch einmal angesetzt und anders gewichtet werden.
„Sweet Thing“ bietet einen unmittelbar zugänglichen melodischen Ausgangspunkt. „Cyprus Avenue“ bindet die Bildsprache an einen konkreten Ortsnamen aus Belfast. Erinnerte Orte und Begegnungen werden dabei zu Material für Songs, deren Bedeutung nicht in einer einzigen Handlung aufgeht. Du kannst dem Text folgen oder zunächst den Instrumenten zuhören: Gerade der Bass entwickelt eine Linie, die mehr tut, als nur harmonische Grundtöne zu markieren.

Ein Ensemble mit vielen Zwischenräumen
Jay Berliners akustische Gitarren und Davis’ Kontrabass prägen das Grundgewebe. Dazu kommen Flötenfarben, Vibrafon und Schlagzeug; Larry Fallon verantwortete die Streicherarrangements. Diese Besetzung ermöglicht Übergänge, die sich nicht allein durch einen Wechsel von Strophe zu Refrain erklären. Ein Instrument übernimmt Bewegung, ein anderes lässt Raum. Der Gesang kann dadurch lang ausgeführte Bögen bilden, ohne dass jeder Beteiligte denselben Weg nehmen muss.
„Madame George“ und „Ballerina“ geben diesem Verfahren besonders viel Zeit. Der Schluss mit „Slim Slow Slider“ setzt danach einen anderen Maßstab. John Payne spielt hier Sopransaxofon; die Aufnahme wurde für das Album gekürzt. Die Abfolge endet damit in einer konzentrierteren Form. Astral Weeks bleibt über seine acht Titel hinweg eine Begegnung von erzählender Stimme und eigenständig reagierenden Instrumenten, deren einzelne Bewegungen sich bei erneutem Hören weiter verfolgen lassen.
Diese 45-RPM-Ausgabe
Analogue Productions veröffentlicht AAPP 200-45 in der Acoustic Sounds 40 Series auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Je zwei Titel stehen auf einer Seite. Matthew Lutthans schnitt die Lackfolien bei The Mastering Lab. Der Hersteller nennt einen unveränderten 24-Bit/192-kHz-Transfer der Original-Masterbänder als Ausgangspunkt, anschließend entzerrt über das analoge Röhrensystem des Studios. Die Ausgabe enthält damit eine dokumentierte digitale Zwischenstufe. Gepresst wird bei Quality Record Pressings; die Verpackung ist ein Stoughton-Tip-on-Klappcover mit zwei Plattentaschen.
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Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Van MorrisonAkustikgitarre, Gesang
- Jay BerlinerAkustikgitarre
- Richard DavisKontrabass
- John PayneSopransaxofon, Flöte
- Warren Smith Jr.Perkussion, Vibrafon
- Connie KaySchlagzeug
- Larry FallonCembalo, Dirigat
- Barry KornfeldAkustikgitarre
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Für Michael ist Van Morrisons Stimme das zentrale Instrument auf diesem Album. Gerade ihre Wiedergabe begeistert ihn bei dieser Ausgabe mit 45 RPM. Den Vergleich mit seiner US-Promopressung schränkt er ausdrücklich ein: Deren schlechter Zustand erlaubt ihm kein verlässliches Urteil über die Unterschiede zwischen den Ausgaben.
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