Morrison übernimmt die Richtung
Mit Moondance stellte Van Morrison Anfang 1970 ein Album vor, das seine unterschiedlichen musikalischen Interessen in zehn überschaubaren Songs zusammenführt. Er übernahm die Produktion und arbeitete mit einer Band aus Rhythmusgruppe, Tasteninstrumenten und zwei Bläsern. Nach Astral Weeks entstand damit eine andere Form für seine Stimme: klar gezeichnete Songs, deren Abläufe dennoch genügend Platz für flexible Phrasierung lassen.
Viele Ideen hatte Morrison im Umfeld von Woodstock entwickelt. Die Studioarbeit fand 1969 in New York statt. Jef Labes an den Tasten, Jack Schroer am Saxofon und Collin Tilton an Flöte und Saxofon gehören zu den Musikern, die die Arrangements mitgestalteten. Das Ergebnis verbindet Jazz, Rhythm and Blues, Folk und Gospel durch die Arbeit einer konkreten Besetzung. Die stilistische Vielfalt bleibt in jedem Song an musikalische Aufgaben gebunden.

Zwei Bläser verändern das Bild
Bei „Moondance“ ist die Beziehung zwischen Stimme, Rhythmus und Bläserantwort unmittelbar nachvollziehbar. Der Titelsong steht nach „And It Stoned Me“, einer erzählten Erinnerung, und verändert den Puls der Eröffnung. In der 45-RPM-Ausgabe bilden genau diese beiden Stücke die erste Seite. Schon dieser kurze Abschnitt zeigt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, wie Morrison eine Geschichte oder eine Situation in Gesang verwandelt.
John Platania an der Gitarre, John Klingberg am Bass und Gary Mallaber am Schlagzeug halten die Band in Bewegung. Die Instrumente müssen dabei nicht ständig gleich stark vertreten sein. „Crazy Love“ rückt eine andere Art von Nähe in den Mittelpunkt; Cissy Houston, Judy Clay und Jackie Verdell tragen hier den Backgroundgesang, ebenso bei „Brand New Day“. Diese Besetzungsfarbe verbindet die Songs mit dem Gospel, ohne das gesamte Album auf einen einzigen Stil festzulegen.

Zehn Songs, vier Plattenseiten
Die zweite Seite dieser Ausgabe führt von „Crazy Love“ über „Caravan“ zu „Into the Mystic“. Der Weg reicht von zurückgenommenem Gesang über die Vorstellung gemeinschaftlicher Musik bis zu einer offenen, bildhaften Sprache. „Caravan“ blieb auch später im Konzert wichtig; Morrisons Auftritt mit The Band in The Last Waltz gab dem Song 1976 eine weitere bekannte Gestalt. Die Albumaufnahme gehört zu einer früheren Phase dieser Geschichte.
Auf der dritten Seite stehen „Come Running“, „These Dreams of You“ und „Brand New Day“. „Everyone“ und „Glad Tidings“ schließen die vierte Seite ab. Die ursprüngliche Reihenfolge bleibt erhalten, während die Verteilung auf zwei Platten zusätzliche Unterbrechungen setzt. Wenn du jeweils eine Seite hörst, entstehen kleine Gruppen innerhalb des Albums. Die verbindenden Elemente bleiben Morrisons Phrasierung und die Band, die sich von Song zu Song neu gewichtet.
Diese 45-RPM-Ausgabe
AAPP 201-45 ist die Doppel-LP der Acoustic Sounds 40 Series von Analogue Productions: 180-Gramm-Vinyl, 45 RPM, gepresst bei Quality Record Pressings. Matthew Lutthans übernahm den Lackschnitt bei The Mastering Lab. Ausgangspunkt ist laut Hersteller ein unveränderter 24-Bit/192-kHz-Digitaltransfer der Original-Masterbänder, bearbeitet über das analoge Röhren-Entzerrungssystem des Studios. Die Ausgabe ist daher nicht durchgehend analog. Das Originalalbum kommt im Stoughton-Tip-on-Klappcover mit zwei Plattentaschen; enthalten ist die ursprüngliche Mischung, nicht der spätere Steven-Wilson-Remix.
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Auch in einer anderen Ausgabe: Moondance
Künstlerseite: Alle Titel von Van Morrison
Kundenfragen: 45 oder 33⅓ RPM: Welche Ausgabe lohnt sich? · Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Judy ClayBegleitgesang
- Emily HoustonBegleitgesang
- John KlingbergBass
- Jef LabesClavinet, Klavier, Orgel
- Gary MallaberPerkussion, Vibrafon, Schlagzeug
- Guy MassonCongas
- Van MorrisonTamburin, Mundharmonika, Gesang, Gitarre
- John PlataniaGitarre
- Jack SchroerSopransaxofon
- Collin TiltonTenorsaxofon, Flöte
- Jackie VerdellBegleitgesang
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Bei der gemeinsamen Vorstellung von Moondance und Astral Weeks lobt Michael den Klang beider Ausgaben mit 45 RPM, besonders die Wiedergabe von Van Morrisons Stimme. Musikalisch gefällt ihm Astral Weeks persönlich noch etwas besser. Eine solche Albumvorliebe ist für ihn etwas anderes als ein Klangvergleich zwischen verschiedenen Pressungen von Moondance.
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