Jazz auf sechs Nylonsaiten
Charlie Byrd nahm diese Musik 1960 im Edgewood-Studio in Washington, D.C., auf. Seine Gitarre ist eine klassische, unverstärkte spanische Gitarre. Zusammen mit Keter Betts am Bass und Buddy Deppenschmidt am Schlagzeug setzt er sie in einem Jazztrio ein. Die Besetzung lässt unterschiedliche Spielweisen aufeinandertreffen: die Möglichkeiten des klassischen Instruments und die gemeinsame Bewegung einer improvisierenden Rhythmusgruppe.
Die Veröffentlichungsgeschichte führt leicht auf eine falsche Spur. Zunächst erschien das Material auf dem Offbeat-Label als Teil der Reihe „Jazz at the Showboat“. Trotz dieses Titels handelt es sich um Studioaufnahmen. Riverside veröffentlichte sie 1963 erneut, nachdem Byrd durch „Jazz Samba“ mit Stan Getz ein größeres Publikum erreicht hatte. Die Musik selbst entstand vor diesem Erfolg.

Zwei Wege zu Django
Im Programm begegnet der Name Django auf zwei Arten. „Nuages“ ist eine Komposition von Django Reinhardt; „Django“ wurde von John Lewis geschrieben. Byrd spielt das Lewis-Stück allein auf der Gitarre. Damit stehen die musikalische Vorlage eines Gitarristen und die Erinnerung an ihn durch einen anderen Komponisten nebeneinander, ohne dass daraus derselbe Song wird.
Die zwölf Titel reichen außerdem von „Taking a Chance on Love“ und „Moonlight in Vermont“ bis zu „House of the Rising Sun“. Keter Betts steuert „Ring Them Harmonics“ bei, Byrd selbst „To Ginny“. „Taboo“ nimmt mit seiner längeren Form einen besonderen Platz ein. Das Repertoire gibt der kleinen Besetzung Gelegenheit, zwischen verschiedenen Melodien, Rhythmen und Formen zu wechseln.

Was der Bass mitbestimmt
Keter Betts lohnt einen eigenen Hörgang. Verfolge, wie seine Linie unter der Gitarre verläuft, wann beide Instrumente zusammenführen und wann sie getrennte Aufgaben übernehmen. Auf einer klassischen Gitarre kann Byrd bereits selbst Bassstimmen und Akkorde miteinander verbinden. Ein zusätzlicher Kontrabass eröffnet daher auch die Frage, wie sich die beiden Instrumente den unteren Bereich eines Arrangements teilen.
Buddy Deppenschmidts Schlagzeug ergänzt diese Beziehung. Im Solostück „Django“ fehlen beide Mitspieler; Byrd muss Zeit, Begleitung und Melodie selbst organisieren. Der Wechsel zwischen Trio und Soloinstrument macht einen Teil der Möglichkeiten dieser Platte unmittelbar nachvollziehbar. Wer Byrd vor allem mit Bossa Nova verbindet, kann hier einen früheren Ausschnitt seiner Arbeit kennenlernen.
Diese Ausgabe
Analogue Productions führt AAPJ 209-45 in der Fantasy 45 Series: zwei Stereo-LPs mit 45 RPM und 180 Gramm, gepresst bei QRP. Das Mastering ist Kevin Gray und Steve Hoffman bei AcousTech zugeordnet. Zur Ausstattung gehört ein mattes Stoughton-Tip-On-Klappcover. Eine konkrete Bandquelle wird für diese Ausgabe nicht genannt. Die zwölf Titel gehen auf die Studioaufnahmen von 1960 zurück.
Michael 45 lagert die Platten in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass Kunden keinen eigenen US-Import organisieren und nicht auf die Zollabfertigung warten müssen.
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Charlie Byrd | Gitarre |
| Keter Betts | Bass |
| Buddy Deppenschmidt | Schlagzeug |







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