Vier Sätze aus einem konzentrierten Entwurf
A Love Supreme ist eine Suite, deren vier Teile zusammengehören: „Acknowledgement“, „Resolution“, „Pursuance“ und „Psalm“. John Coltrane plante das Werk im September 1964. Nach Alice Coltranes Erinnerung zog er sich dafür mehrere Tage in das Obergeschoss des Familienhauses in Dix Hills zurück. Diese überlieferte Szene passt zu einem Album, das nicht als lose Zusammenstellung einzelner Nummern gedacht war. Der Entwurf umfasste einen musikalischen Weg, einen geistlichen Gedanken und einen eigenen Text.
Aufgenommen wurde die veröffentlichte Quartettfassung am 9. Dezember 1964 in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs. Bob Thiele produzierte. Coltrane spielte mit McCoy Tyner, Jimmy Garrison und Elvin Jones, also jener Besetzung, die heute als sein klassisches Quartett bekannt ist. Die vier Musiker brachten gemeinsame Erfahrung in eine sorgfältig vorbereitete Form ein. Das Album erschien Anfang 1965 bei Impulse! und verband schon in seiner ursprünglichen Gestaltung Musik, Begleitbrief und Gedicht miteinander.

Ein Motiv und die Arbeit des Quartetts
Am Beginn stehen Gong und Becken, dann führt Garrisons Bass das Viertonmotiv ein, das „Acknowledgement“ trägt. Gegen Ende wird daraus der gesungene Titelruf. Coltrane ergänzte die Gesangsstimme per Overdub; die Sessiondokumentation weist entsprechende Anläufe aus. Der Musikhistoriker Lewis Porter machte zudem darauf aufmerksam, dass der Saxofonist das Motiv durch alle zwölf Tonarten führt. Eine kleine musikalische Zelle wird so zum Gegenstand einer weitreichenden Untersuchung, ohne ihre Wiedererkennbarkeit zu verlieren.
Tyner am Klavier und Jones am Schlagzeug sind dabei keine bloße Umgebung des Tenors. Folge einmal den Übergängen zwischen den Sätzen und anschließend den Rollen von Bass, Klavier und Schlagzeug innerhalb eines einzelnen Teils. Die Suite bietet unterschiedliche Arten, die gemeinsame Bewegung zu organisieren. Ihre Einheit entsteht nicht dadurch, dass jeder Abschnitt gleich behandelt wird. Gerade die Verbindung zwischen wiederkehrender Idee und veränderter musikalischer Aufgabe macht es sinnvoll, alle vier Teile als zusammenhängendes Werk zu hören.

Der Psalm ohne gesprochene Worte
Für „Psalm“ ist Coltranes Gedicht ein Schlüssel. Die Saxofonlinie folgt dem Text silbenweise, obwohl er nicht gesprochen wird. Coltrane bezeichnete das Verfahren als musikalische Erzählung. Wer Musik und Gedicht nebeneinander verfolgt, begegnet damit einer anderen Beziehung zwischen Sprache und Instrument als im gesungenen Ruf des ersten Satzes. Der Text gehört zur Form der Musik, nicht nur als nachträgliche Erläuterung auf einer Plattenhülle.
Am folgenden Tag entstanden weitere Versuche mit Archie Shepp als zweitem Tenorsaxofonisten und Art Davis als zusätzlichem Bassisten. Coltrane entschied sich für die Quartettfassung des Vortages. Die erweiterten Besetzungen wurden später in Ausgaben mit Zusatzmaterial zugänglich, gehören aber nicht zum Programm dieses Bandes. In den Musikerangaben zu dieser Ausgabe stehen deshalb Coltrane, Tyner, Garrison und Jones. Die Kenntnis der Alternativen macht die Auswahl deutlicher, ohne die Musiker unterschiedlicher Fassungen zu einer erfundenen Gesamtbesetzung zusammenzuziehen.
Die Van-Gelder-Kopie für Großbritannien
Die Ultra-Tape-Ausgabe RRAP 0027 von Analogue Productions verwendet Viertelzollband mit 15 ips und Zweispur-Stereo. Der Herausgeber teilt „Acknowledgement“ und „Resolution“ auf die erste Spule, „Pursuance“ und „Psalm“ auf die zweite. Die Reihe arbeitet mit IEC-Entzerrung; diese Information stammt aus der Reihenbeschreibung, nicht aus einer gesonderten titelbezogenen Spezifikation. Genannt werden außerdem eine ATR-modifizierte Ampex-Maschine mit Flux-Magnetics-Köpfen und ein eigens gestalteter Schuber.
Besonders wichtig ist hier die Bandquelle. Analogue Productions erklärt, das Originalmaster sei nicht mehr im besten Zustand. Als Ausgangspunkt diene eine flache Kopie von Rudy Van Gelder, die 1965 für den britischen Schnitt verwendet wurde und lange in Abbey Road lagerte. Chad Kassem beschrieb in einem Gespräch eine weitere Arbeitskopie und zählte das Kaufband als vierte Generation. Das ist seine Einordnung der Kopierkette. „Direkt vom Originalmaster“ wäre für diese Ausgabe daher eine falsche Verkürzung; ihre besondere Geschichte liegt gerade in der erhaltenen britischen Bandkopie.
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Auch als SACD: A Love Supreme
Auch als LP mit 45 RPM: A Love Supreme
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Beteiligte Musiker
Die Besetzung dieser Albumfassung ist belegt. Angaben zu einzelnen Titeln stehen in der letzten Spalte.
| Name | Instrument / Rolle | Mitwirkung |
|---|---|---|
| John Coltrane | Tenorsaxofon, Gesang, Leader | Tenor: alle Teile · Gesang: Teil I |
| McCoy Tyner | Klavier | Album-Besetzung |
| Jimmy Garrison | Kontrabass | Album-Besetzung |
| Elvin Jones | Schlagzeug, Gong, Pauke | Schlagzeug: alle Teile · Gong: Teil I · Pauke ohne Titelzuordnung |
Die Quartettfassung vom 9. Dezember 1964. Archie Shepp und Art Davis gehören zu später veröffentlichten Alternativaufnahmen und nicht zu diesem Albumprogramm.








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