Der Bass rückt in die Mitte
Ray Brown hatte über Jahrzehnte erlebt, wie viel ein Bass für eine Band leisten kann. Bei Dizzy Gillespie, im Oscar-Peterson-Trio und in zahllosen weiteren Besetzungen war er ein prägender Rhythmuspartner. Auf Super Bass macht er das Instrument selbst zum Ausgangspunkt eines ganzen Studioprojekts. Melodie, Begleitung, gemeinsamer Klang und verschiedene Lagen des Kontrabasses werden zu Material für die Arrangements.
An seiner Seite steht John Clayton, der als Jugendlicher Browns Jazzkurs an der UCLA besuchte. Aus dem Verhältnis von Lehrer und Schüler ist eine Zusammenarbeit zweier eigenständiger Musiker geworden. Clayton übernimmt fast alle Arrangements und steuert mehrere Kompositionen bei. Dieses Capri-Album ist von dem späteren Telarc-Liveprojekt SuperBass mit Christian McBride zu unterscheiden: Hier geht es um Browns und Claytons Arbeit im Studio.

Zwei Spieler, mehr als zwei Bassstimmen
Die Aufnahmen entstehen bei Coast Recorders in San Francisco und Group IV Recording in Hollywood, mit Phil Edwards als Toningenieur. Das Studio wird aktiv genutzt: Mehrfachaufnahmen erlauben es den beiden Bassisten, verschiedene Stimmen übereinanderzulegen. Für „Happy Days Are Here Again“ nennt die Albumdokumentation zehn Bassstimmen. Die Zahl der gleichzeitig hörbaren Linien ist damit nicht einfach die Zahl der anwesenden Bassisten.
Das eröffnet einen anderen Zugang als ein ausschließlich live gespieltes Bassduo. Hör darauf, welche Stimme die Melodie führt und welche für Bewegung im Hintergrund sorgt. Wie verändern unterschiedliche Lagen die Zuordnung? Das Projekt lässt sich als Sammlung von Arrangements für ein Instrument verstehen, das gewöhnlich nur eine Position in der Gruppe besetzt. Hier kann es mehrere Aufgaben innerhalb derselben Passage übernehmen.

Ein Repertoire mit persönlichen Verbindungen
Milt Jacksons „Bags’ Groove“ führt zu einem Musiker zurück, mit dem Brown schon in der Gillespie-Zeit verbunden war. Benny Golsons „Killer Joe“ bringt einen weiteren Jazzstandard ins Programm. Dazu kommen Claytons „Swing Jig“, „Righteous Boogie Bass“ und „Hues“. Browns eigene Beiträge umfassen den Eröffnungstitel und „Goodbye Freddie Green“. Die Widmung an Basies langjährigen Rhythmusgitarristen gehört zum Konzept des Albums.
Jeff Clayton und Jeff Hamilton erweitern die Besetzung. Hamilton spielte in dieser Zeit auch in Browns Trio, während die Clayton-Brüder mit ihm bereits ein gemeinsames Jazzorchester aufgebaut hatten. Hinter der besonderen Instrumentierung stehen also gewachsene musikalische Beziehungen. Nimm zunächst „Bags’ Groove“ und danach eines der Clayton-Stücke: Wie unterscheiden sich Melodieführung und rhythmische Rollen? Das bekannte Repertoire macht den Einstieg leicht; die unterschiedlichen Arrangements liefern Gründe, das ganze Album weiterzuverfolgen.
Die Capri-LP mit Doug-Sax-Mastering
ACPR 74018 ist die Capri-Vinylausgabe dieses Studioprojekts. Der Herausgeber nennt Doug Sax bei The Mastering Lab, die Originalmasterbänder und eine Bearbeitung über eigens entwickelte Röhrenelektronik. Die erfassten Auslaufrillen tragen den TML-Stempel. Quality Record Pressings wird als Presswerk genannt. Diese Angaben beschreiben die Neuauflage und nicht die Herstellung der ursprünglichen CD.
Beim Gewicht widersprechen sich die Unterlagen: Der Herausgeber führt 180 Gramm, während Datenbankeinträge auch 200 Gramm nennen. Ein konkretes Gewicht des einzelnen Lagerexemplars lässt sich daraus nicht sicher zusagen. Musikalisch enthält die LP das Capri-Programm mit Browns und Claytons Bassarrangements. Sie ist keine Ausgabe des späteren Telarc-Konzerts. Diese Unterscheidung zählt mehr als die fast gleiche Schreibweise des Titels, denn Besetzung, Aufnahmeart und musikalischer Ansatz sind verschieden.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Ray Brown | Kontrabass |
| John Clayton | Kontrabass |







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