Hodges führt, Strayhorn sitzt am Klavier
New York, 5. April 1958: Johnny Hodges nimmt die neun Stücke von Blues A-Plenty auf. Billy Strayhorn spielt Klavier, Jimmy Woode Bass und Sam Woodyard Schlagzeug. Auf fünf Titeln kommen Roy Eldridge, Vic Dickenson und Ben Webster hinzu. Norman Granz produziert. Schon diese Besetzung erzählt viel über das Album: Musiker aus dem Ellington-Kreis treffen auf weitere prägende Stimmen des Swing, doch im Mittelpunkt steht Hodges mit seinem Altsaxofon.
Duke Ellington selbst spielt hier nicht. Gerade das macht die Konstellation interessant. Strayhorn übernimmt den Klavierplatz, und Hodges gestaltet ein Programm aus eigenen Kompositionen und ausgewählten Standards. Wer ihn vor allem als Solisten des großen Orchesters kennt, bekommt einen überschaubaren Rahmen, in dem sich die einzelnen Beteiligten leichter verfolgen lassen.

Quartett und Septett im Wechsel
Die Sessiondiskografie unterscheidet zwei Besetzungen. „I Didn’t Know About You“, „Gone With The Wind“, „Don’t Take Your Love From Me“ und „Satin Doll“ entstehen im Quartett. Bei „Cool Your Motor“, „Honey Hill“, „Blues-A-Plenty“, „Saturday Afternoon Blues“ und „Reeling And Rocking“ erweitern Trompete, Posaune und Tenorsaxofon die Gruppe zum Septett.
Dieser Wechsel bietet einen schönen Weg durch die Platte. Man kann verfolgen, wie sich der Rahmen für das Altsaxofon verändert, sobald weitere Bläser hinzukommen, und anschließend auf die kleinere Besetzung zurückhören. Die Musikerliste bildet die dokumentierte Zuordnung ab. Die sieben Namen gehören zum Album, aber nicht jeder spielt auf jedem Stück.

Blues und Erinnerungen an das Orchester
Fünf Kompositionen stammen von Hodges. Daneben stehen unter anderem Ellingtons „I Didn’t Know About You“, mit Textautor Bob Russell, und „Satin Doll“. Das Programm hält damit die Verbindung zum Orchester offen, ohne auf dessen Größe angewiesen zu sein. „Reeling And Rocking“ bildet den ausgedehnten Abschluss der zweiten Seite; schon seine Position lädt dazu ein, dem Album bis zum Ende zu folgen.
Für einen erneuten Durchlauf lohnt es sich, Strayhorns Klavier als Orientierung zu wählen. Danach vielleicht einmal Woode und Woodyard in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. Eine kleine Besetzung macht musikalische Beziehungen nicht automatisch einfach, aber sie bietet einen unmittelbaren Zugang zu ihnen. Genau darin liegt der Reiz einer Platte, deren Titel den Blues verspricht und deren Personal noch viele weitere Geschichten mitbringt.
Bernie Grundman und die Verve-Neuauflage
Die Verve-Acoustic-Sounds-Series-Ausgabe von 2024 erscheint als einzelne 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM in Stereo. Das Mastering stammt von Bernie Grundman, gepresst wird bei Quality Record Pressings; Stoughton fertigt das Tip-on-Klappcover. Der Herausgeber nennt ursprüngliche analoge Bänder als Quelle.
Ein Detail ist für Sammler wichtig: Die dokumentierten Auslaufrillen und der Discogs-Ausgabeneintrag verweisen auf den früheren Classic-Records-Schnitt von 1995. Deshalb bezeichnen wir diese Veröffentlichung nicht als neu angefertigten 2024er Schnitt. Sie bringt das neun Stücke umfassende Originalprogramm in einer sorgfältig ausgestatteten Ausgabe zurück – mit klarer Trennung zwischen der Session von 1958 und der Geschichte ihrer Wiederveröffentlichung.
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Auch als SACD: Blues A-Plenty
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Serie: Verve – alle 34 Platten: Stimmen, Orgel und Bossa Nova
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Johnny HodgesAltsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
- Roy EldridgeTrompeteMitwirkung: A2, A4, A5, B1, B3
- Vic DickensonPosauneMitwirkung: A2, A4, A5, B1, B3
- Ben WebsterTenorsaxofonMitwirkung: A2, A4, A5, B1, B3
- Billy StrayhornKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
- Jimmy WoodeBassMitwirkung: Album-Besetzung
- Sam WoodyardSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
Produktion: Norman Granz. Quartett auf A1, A3, A6, B2; Septett auf A2, A4, A5, B1, B3, gemäß Sessiondiskografie. Abweichende Laufzeitangaben zu B3; deshalb keine ungeprüfte Zeit zugesichert.














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