Ein Abend bekommt seine erste Platte
Am 7. August 1958 nimmt Orrin Keepnews Thelonious Monks Quartett im Five Spot Café in New York auf. Aus dem Abend gehen zwei Alben hervor. Thelonious In Action erscheint zuerst, Misterioso folgt. Beide bewahren die Zusammenarbeit mit Johnny Griffin, Ahmed Abdul-Malik und Roy Haynes, richten den Blick aber auf unterschiedliche Teile des Programms.
Hier eröffnen „Light Blue“ und „Coming On The Hudson“ die erste Seite. Die Platte stellt diese Stücke einem Publikum vor, das Monks Musik im Club erlebt. Bei „Coming On The Hudson“ ist zwischen Aufnahme und Veröffentlichung zu unterscheiden: Eine frühere Studiofassung existiert bereits, wird aber erst viel später veröffentlicht. Die Liveplatte erzählt also keine einfache Geschichte von einer Weltpremiere.

Vier Musiker und eine Erkennungsmelodie
Monk am Klavier, Griffin am Tenor, Abdul-Malik am Kontrabass und Haynes am Schlagzeug spielen auf allen sieben Titeln. „Epistrophy“ erscheint zweimal als kurze Themenfassung, jeweils am Ende einer Seite. Diese Wiederkehr gibt dem Programm einen Rahmen und erinnert an den praktischen Ablauf eines Clubauftritts.
Dazwischen stehen „Rhythm-a-ning“, „Blue Monk“ und „Evidence“. Beim Hören lässt sich die Aufmerksamkeit von Monks Thema auf Griffins Linien und dann zur Rhythmusgruppe verschieben. Die vier Musiker schaffen denselben Zusammenhang aus unterschiedlichen Aufgaben: Eine Begleitung muss nicht in den Vordergrund treten, um den Verlauf mitzubestimmen.

Den Moment ernst nehmen
Der Titel Thelonious In Action legt den Schwerpunkt auf das Geschehen. Das Album zeigt Monk im Zusammenspiel mit einer bestimmten Band, vor einem Publikum und innerhalb eines konkreten Abends. Diese Umstände machen aus bekannten Kompositionen keine bloßen Dokumente. Sie geben Anlass, auf Einsätze, Pausen und Antworten zu achten.
Als Gegenstück zu Misterioso lohnt die Platte gerade deshalb, weil sie nicht einfach dasselbe Programm wiederholt. Zusammen lassen beide Alben mehr von diesem Sommerquartett erkennen. Auch für sich allein bietet Thelonious In Action einen konzentrierten Zugang: sieben Titel, vier Beteiligte und ein Thema, das die Plattenseiten verabschiedet.
Stereo auf einer 180-Gramm-LP
Die Analogue-Productions-Ausgabe AAPJ 1190 läuft mit 33⅓ RPM und enthält das Album in Stereo. Kevin Grays AcousTech-Schnitt stammt aus dem Zusammenhang der Riverside-Tenor-Sessions-Box von 1997/98. Die spätere Pressung ist eine Wiederverwendung dieses Schnitts, kein 2024 entstandenes neues Mastering.
Der Herausgeber nennt Quality Record Pressings, ein Tip-on-Cover und das analoge Originalmasterband. Die sieben LP-Titel stehen ohne spätere CD-Bonusaufnahmen im Programm. Die Tracklist trennt Seiten und Titel sauber und verzichtet bei widersprüchlich dokumentierten Laufzeiten auf scheinbare Genauigkeit. Entscheidend bleibt die Musik dieses Abends — in einer klar bezeichneten Ausgabe.
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Thelonious MonkKlavier, KompositionMitwirkung: Album-Besetzung
- Johnny GriffinTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
- Ahmed Abdul-MalikKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
- Roy HaynesSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
Orrin Keepnews: Produktion. Ray Fowler: Tonaufnahme. Quartett auf allen sieben Titeln.










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