Zwei Tenorgenerationen in einer Band
Coleman Hawkins und John Coltrane stehen auf Monk’s Music nebeneinander. Im Juni 1957 versammelt Thelonious Monk in den Reeves Sound Studios ein Septett, das außerdem Ray Copeland, Gigi Gryce, Wilbur Ware und Art Blakey umfasst. Die Namen tragen unterschiedliche Erfahrungen in die Sitzung; Monks Kompositionen geben ihnen einen gemeinsamen Ort.
Diese Begegnung macht das Album besonders reizvoll. Man hört nicht nur einer einzelnen Entwicklungslinie des Jazz nach, sondern mehreren Persönlichkeiten im selben musikalischen Zusammenhang. Monks hörbarer Ruf nach Coltrane in „Well, You Needn’t“ erinnert daran, dass hinter der fertigen Platte eine konkrete Zusammenarbeit steht: Menschen müssen einander zuhören und aufeinander reagieren.

Ein Choral eröffnet das Album
„Abide With Me“ beginnt ohne Klavier und Rhythmusgruppe. Nur die Bläser spielen die Hymne von William Henry Monk, der mit Thelonious nicht gleichzusetzen ist. Es ist ein kurzer, ungewöhnlicher Auftakt, bevor das Septett in „Well, You Needn’t“ seinen größeren Bewegungsraum erhält.
„Ruby, My Dear“ verkleinert die Besetzung wiederum auf Monk, Hawkins, Ware und Blakey. Auf der zweiten Seite folgen „Off Minor“, „Epistrophy“ und „Crepuscule with Nellie“. Die wechselnden Konstellationen sind in der Musikerliste titelgenau festgehalten. Hawkins ist durchgehend beteiligt; Coltrane spielt nicht auf „Ruby, My Dear“, Monk nicht auf dem eröffnenden Choral.

Nähe durch unterschiedliche Perspektiven
Das Album lässt sich als Folge sorgfältig unterschiedener Situationen hören: Bläser allein, Quartett und Septett. Diese Perspektivwechsel geben den einzelnen Stimmen Kontur. Es lohnt sich, Hawkins und Coltrane bewusst nacheinander wahrzunehmen und dann wieder auf das Zusammenspiel der gesamten Gruppe zu achten.
Auch „Crepuscule with Nellie“ gehört zu diesem Zusammenhang. Die Komposition wird hier erstmals aufgenommen und führt das Programm zu seinem Abschluss. Für eine Sammlung, die die Beziehungen zwischen Musikern sichtbar machen möchte, ist Monk’s Music ein besonders ergiebiges Album. Die große Besetzung wird nicht zum anonymen Hintergrund; die Beteiligten bleiben einzelne Stimmen.
Mono ist hier eine wesentliche Angabe
AAPJ 12-242 ist die Monoausgabe auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM. Bei den ursprünglichen Aufnahmen wurden Mono und Stereo mit unterschiedlichen Mikrofonanordnungen aufgezeichnet. Mono bezeichnet hier deshalb eine konkrete Aufnahmefassung. „Crepuscule with Nellie“ fehlte auf der ursprünglichen Stereo-LP; in diesem Monoprogramm ist es enthalten.
Kevin Grays AcousTech-Schnitt gehört zum Riverside-Tenor-Sessions-Projekt von 1997/98 und wurde für die spätere Pressung weiterverwendet. Analogue Productions nennt das analoge Originalmasterband, QRP und ein Tip-on-Cover. Die Ausgabe ist vom späteren Craft/OJC-Neuschnitt und den separaten Stereo-45-RPM-Ausgaben zu unterscheiden. So bleibt klar, welche Fassung dieser Begegnung hier auf dem Plattenteller liegt.
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Thelonious MonkKlavierMitwirkung: A2, A3, B1, B2, B3
- Ray CopelandTrompeteMitwirkung: A1, A2, B1, B2, B3
- Gigi GryceAltsaxofon, ArrangementsMitwirkung: A1, A2, B1, B2, B3
- Coleman HawkinsTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
- John ColtraneTenorsaxofonMitwirkung: A1, A2, B1, B2, B3
- Wilbur WareKontrabassMitwirkung: A2, A3, B1, B2, B3
- Art BlakeySchlagzeugMitwirkung: A2, A3, B1, B2, B3
Orrin Keepnews: Produktion. A1 nur Bläser; A3 mit Monk, Hawkins, Ware und Blakey. Quellen zur technischen Aufnahmeleitung widersprechen sich.











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