Vier Musiker, ein freier Platz
Los Angeles, September 1974: Dizzy Gillespie versammelt Joe Pass, Ray Brown und Mickey Roker für Dizzy Gillespie’s Big 4. Trompete, Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug genügen. Der Verzicht auf ein Klavier eröffnet Joe Pass Raum für Akkorde und eigene Linien; zugleich bleibt zwischen den vier Stimmen Platz für Antworten. Norman Granz produziert die Sitzungen für Pablo, das Album erscheint 1975.
Hier begegnen sich Musiker, die einander viel zutrauen können. Ray Brown hatte bereits von 1946 bis 1951 in Gillespies Band gespielt. Mickey Roker gehört 1974 zu dessen Quintett. Pass wiederum hat mit Brown kurz zuvor für Pablo aufgenommen. Diese Verbindungen machen die Besetzung zu mehr als einer Liste berühmter Namen.

Joe Pass, Ray Brown und Mickey Roker
An diesem Quartett lässt sich besonders schön verfolgen, wie Begleitung und Solospiel ineinandergreifen. Die Gitarre kann Harmonie geben und im nächsten Moment selbst erzählen. Browns Bass und Rokers Schlagzeug bilden dazu zwei eigenständige Stimmen. Beim Hören lohnt es sich, einmal bewusst einem der drei Partner zu folgen und erst danach wieder das Ganze wahrzunehmen.
Gillespie ist bei diesen Aufnahmen 56 Jahre alt. Sein Programm spannt einen Bogen von eigenen Stücken bis zu Broadway-Melodien. Wer ihn vor allem als Wegbereiter des Bebop kennt, bekommt hier Gelegenheit, sein Repertoire im überschaubaren Rahmen eines Quartetts zu entdecken.

Von „Tanga“ zum Walzer
Die LP beginnt mit „Tanga“, einer Gillespie-Komposition, die spätere OJC-Ausgaben unter dem Titel „Frelimo“ führen. Auf dieser Ausgabe bleibt es bei „Tanga“. „Be Bop (Dizzy’s Fingers)“ und „Birks Works“ führen zu weiteren eigenen Stücken; daneben stehen Irving Berlins „Russian Lullaby“ und „September Song“ von Kurt Weill und Maxwell Anderson.
Am Ende wartet Fats Wallers „Jitterbug Waltz“. Schon die Auswahl lädt dazu ein, auf unterschiedliche Formen und Bewegungen zu achten: ein Walzer, ein Blues, eine knappe Liedinterpretation. Sieben Titel geben diesen vier Musikern Gelegenheit, vertraute Melodien aus wechselnden Perspektiven zu behandeln.
Die Analogue-Productions-Ausgabe AAPJ 158
Diese Pablo-Neuauflage kommt als einzelne 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen, gepresst bei Quality Record Pressings und verpackt in einer Stoughton-Tip-on-Hülle. Das Mastering stammt von Doug Sax bei The Mastering Lab; der Herausgeber nennt das originale analoge Masterband als Quelle.
Die Ausgabe verwendet den Schnitt einer älteren Analogue-Productions-Veröffentlichung: Die Auslaufrillen tragen weiterhin die Nummer AAPJ-024. Es handelt sich somit um eine Neuauflage aus vorhandenen Metallteilen. Für die Auswahl zählt diese konkrete Herkunft ebenso wie das sorgfältige Zusammenspiel auf der Aufnahme.
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Serie: Pablo – alle 30 Platten, Musiker und das Sessionbuch
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Dizzy GillespieTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
- Joe PassGitarreMitwirkung: Album-Besetzung
- Ray BrownKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
- Mickey RokerSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
Besetzung: Dizzy Gillespie (Trompete), Joe Pass (Gitarre), Ray Brown (Kontrabass), Mickey Roker (Schlagzeug) — alle sieben Titel. Aufgenommen im September 1974 in Los Angeles (Hülle: 19.09.1974; Diskografie: 17. und 19.09.1974). Produzent: Norman Granz. Liner Notes: Benny Green. Foto: Phil Stern. Diese Ausgabe: Mastering Doug Sax (The Mastering Lab), gepresst von Metallteilen der älteren Analogue-Productions-Ausgabe AAPJ 024 bei Quality Record Pressings; Hülle Stoughton Printing. Kompositionen: Dizzy Gillespie (A1, B1, B2), Meyer/Emmerich/Bernier (A2), Irving Berlin (A3), Kurt Weill/Maxwell Anderson (B3), Fats Waller (B4). Toningenieur auf dem Original nicht genannt.











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