Eine Band an der Schwelle
Als „Head Games“ im September 1979 erschien, war Foreigner noch ein Sextett. Es war das dritte Studioalbum der Band und die erste Aufnahme mit Rick Wills am Bass. Zugleich wurde es das letzte Album mit den Gründungsmitgliedern Ian McDonald und Al Greenwood. Die Platte hält damit eine Besetzung fest, die kurz darauf grundlegend verändert werden sollte.
Aufgenommen wurde im Juni und Juli in New York und Hollywood. Roy Thomas Baker, bekannt durch seine Arbeit mit Queen, produzierte gemeinsam mit Mick Jones und Ian McDonald. Lou Gramm singt, Dennis Elliott spielt Schlagzeug, und neben Jones’ Gitarre stehen die Gitarren- und Keyboardbeiträge von McDonald sowie Greenwoods Keyboards. Diese sechs Musiker bilden den personellen Rahmen des Albums.

Bekannte Singles und eine andere Stimme
„Dirty White Boy“ eröffnet das Programm, der Titelsong beginnt die zweite Hälfte der ursprünglichen LP. Beide wurden als Singles ausgekoppelt und gehören zu den deutlichsten Orientierungspunkten dieses Albums. Dazwischen stehen unter anderem „Love on the Telephone“, „Women“ und „Seventeen“. Die zehn Songs bleiben nah an einer überschaubaren Form, mit Platz für Instrumentalpassagen innerhalb des einzelnen Stücks.
Eine besondere Rolle spielt „The Modern Day“: Hier übernimmt Mick Jones den Leadgesang. Für einen Moment verändert sich damit die Stimme an der Spitze der Band. Auch die Autorencredits zeigen mehrere Beteiligte. „Do What You Like“ stammt von McDonald und Gramm, „Rev on the Red Line“ von Greenwood und Gramm. Gerade die letzten beiden Titel geben den Musikern, die anschließend ausschieden, einen eigenen Platz im Programm.

Hinter dem Refrain weiterhören
Wer mit dem Titelstück oder „Dirty White Boy“ beginnt, kann beim nächsten Durchgang die Instrumente hinter dem Gesang verfolgen. Wo führt eine Gitarrenfigur in den Refrain, und welche Aufgabe übernehmen die Keyboards? Bei einer sechsköpfigen Band muss nicht jedes Instrument ständig im Vordergrund stehen. Interessant sind auch die Übergänge, in denen eine Stimme zurücktritt und eine andere die Bewegung fortsetzt.
Vergleiche anschließend Lou Gramms Gesang mit Jones’ Auftritt in „The Modern Day“. Wie verändert die andere Stimme den Eindruck von derselben Band? „Rev on the Red Line“ bietet als Schlussstück noch einmal einen Blick auf die Zusammenarbeit von Greenwood und Gramm. So lässt sich „Head Games“ auch als Album seiner konkreten Besetzung hören, jenseits der beiden besonders bekannten Singles.
Diese Ausgabe
Die Atlantic-75-Ausgabe AAPA 068-45 von Analogue Productions verteilt die zehn Originaltitel auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Die Reihenfolge bleibt erhalten, während sich die Seitengrenzen gegenüber der ursprünglichen Einzel-LP verschieben. „Head Games“ eröffnet hier Seite drei; „Do What You Like“ und „Rev on the Red Line“ bilden Seite vier. Der Herausgeber nennt Quality Record Pressings als Presswerk und eine Stoughton-Tip-On-Klapphülle mit zwei Taschen als Verpackung. Damit lässt sich das ursprüngliche Albumprogramm in der vierseitigen Aufteilung dieser Ausgabe hören.
Michael 45 hält das Set in Deutschland vor und versendet es aus Hilden, sodass Käufer in Deutschland und der EU weder einen eigenen US-Import organisieren noch auf die Zollabfertigung warten müssen.
Auch als SACD: Head Games
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Serie: Atlantic 75 Series – alle 75 Alben, Zeitreise und die Menschen hinter Atlantic
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Lou Gramm | Leadgesang, Perkussion |
| Mick Jones | Begleitgesang, Leadgesang, Gitarre, Klavier |
| Ian McDonald | Begleitgesang, Tasteninstrumente, Gitarre |
| Al Greenwood | Synthesizer, Tasteninstrumente |
| Rick Wills | Begleitgesang, Bass |
| Dennis Elliott | Schlagzeug |
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