Miles Davis – Bags Groove (Mono)

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Nur noch wenige

✓ Versand meist in 1–2 Werktagen

LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 7109
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

Mir ist bewusst und ich stimme zu, dass die Platte aus der Originalfolie genommen wird (die Folie liegt der Lieferung bei).

Artikelnummer: APRJ 7109 Kategorien: , , , ,

Ein Album aus zwei Begegnungen

Bags’ Groove ist eines jener Miles-Davis-Alben, bei denen schon ein genauer Blick auf die Besetzung die Neugier vergrößert. Sonny Rollins und Horace Silver stehen neben Milt Jackson und Thelonious Monk in den Credits. Sie bilden allerdings keine gemeinsame Supergruppe. Die LP vereint zwei Quintette, die 1954 an unterschiedlichen Tagen in Rudy Van Gelders Studio in Hackensack aufnahmen. Erst Ende 1957 veröffentlichte Prestige das Material in dieser Albumform als PRLP 7109. Wer Aufnahme und Veröffentlichung auseinanderhält, entdeckt eine besonders interessante Momentaufnahme: Miles Davis im Austausch mit mehreren eigenständigen Stimmen, bevor diese Begegnungen zu einer festen LP-Erzählung zusammengefügt wurden.

Der erste Termin war der 29. Juni 1954. Davis spielte Trompete, Rollins Tenorsaxofon, Silver Klavier; Percy Heath und Kenny Clarke bildeten mit Kontrabass und Schlagzeug die Rhythmusgruppe. Am 24. Dezember kehrten Davis, Heath und Clarke zurück. Nun ersetzte Jacksons Vibrafon das Tenorsaxofon, während Monk am Klavier saß. Die später veröffentlichte LP kehrt diese zeitliche Reihenfolge um: Zunächst kommen die beiden Weihnachtsaufnahmen von Bags’ Groove, danach das Material des Juni-Termins. Das Album beginnt also mit der jüngeren Session und öffnet anschließend den Blick auf eine andere Konstellation desselben Jahres.

Diese Anlage ist mehr als eine discografische Fußnote. Sie bietet die Möglichkeit, Davis nicht nur als unverwechselbaren Solisten, sondern als Teil wechselnder musikalischer Beziehungen wahrzunehmen. Ein Vibrafon schafft andere Voraussetzungen als ein zweites Blasinstrument, Monk andere als Silver. Gleichzeitig verbinden Heath und Clarke die beiden Gruppen. Das Vertraute und das Neue stehen damit unmittelbar nebeneinander. Für Sammler, die den Prestige-Katalog nicht bloß nach berühmten Titeln ordnen möchten, ist Bags’ Groove ein besonders schönes Beispiel dafür, wie aus einzelnen Aufnahmeterminen ein Album mit eigener Identität entstehen konnte.

Miles Davis · 1950er-Jahre · historisch inspirierte Illustration
Miles Davis · 1950er-Jahre

Milt Jackson gibt dem Album seinen Namen

„Bags“ war Milt Jacksons Spitzname, und Bags’ Groove ist seine Komposition. Schon deshalb verdient der Vibrafonist auf dieser Platte einen zentralen Platz neben Davis. Die gesamte erste Seite gehört zwei Takes desselben Stücks: Der erste dauert gut elf Minuten, der zweite etwas mehr als neun. Das ist kein beiläufig angehängtes Bonusmaterial. Die beiden Fassungen bilden gemeinsam den großen ersten Teil des ursprünglichen Albums. Statt sofort zu einer neuen Melodie weiterzugehen, bleibt die LP bei derselben Grundlage und macht unterschiedliche Ausarbeitungen vergleichbar. So wird das Prinzip der Jazzaufnahme selbst zu einem Teil des Programms.

Jackson, Heath und Clarke waren zudem durch die Geschichte des Modern Jazz Quartet verbunden. In dieser Session treffen ihre gemeinsamen Erfahrungen auf Davis und Monk. Das ergibt eine andere Perspektive als die Vorstellung einer Gruppe, die nur hinter einem berühmten Trompeter steht. Jeder bringt eine ausgeprägte musikalische Sprache mit. Beim Hören kann es reizvoll sein, nicht nur den Beginn eines Solos zu beachten, sondern auch dessen Übergabe: Wie verändert sich die Aufgabe des Klaviers, wenn das Vibrafon führt? Welche Orientierung geben Bass und Schlagzeug, wenn die melodische Stimme wechselt? Die Wiederholung des Stücks eröffnet dafür einen ungewöhnlich großzügigen Raum.

Um diese Weihnachts-Session haben sich zahlreiche Erzählungen gebildet. Die Musik braucht jedoch keine ausgeschmückte Konfliktgeschichte, um interessant zu sein. Ihr dokumentierter Kern ist bereits stark genug: fünf Musiker mit unterschiedlichen Temperamenten, eine gemeinsame Blueskomposition und zwei erhaltene Takes. Weitere Titel desselben Tages, darunter Bemsha Swing, Swing Spring und The Man I Love, gehören zu anderen Veröffentlichungen, insbesondere Miles Davis and the Modern Jazz Giants. Sie sind nicht Teil dieser LP. Die Konzentration auf Bags’ Groove ist gerade das Besondere an ihrer ersten Seite und sollte nicht durch eine vermischte Sessionliste verwischt werden.

Milt Jackson · frühere Porträtvorlage, 1946–1948 · historisch inspirierte Illustration
Milt Jackson · frühere Porträtvorlage, 1946–1948

Rollins, Silver und drei zukünftige Standards

Auf der zweiten Seite wechselt die instrumentale Farbe. Zu Davis’ Trompete tritt jetzt Rollins’ Tenorsaxofon, und Silver übernimmt das Klavier. Gleich drei Kompositionen von Rollins stehen auf dem Programm: Airegin, Oleo und Doxy. Alle drei entwickelten sich zu festen Größen des Jazzrepertoires. Hier begegnet man ihnen in einer frühen Aufnahmegeschichte, in der ihr Komponist selbst mitspielt. Das verleiht der Seite eine besondere Geschlossenheit. Rollins ist nicht nur Gastsolist, sondern prägt das Material, auf dem sich die gesamte Gruppe bewegt. Davis’ Name auf dem Cover und Rollins’ Handschrift im Repertoire ergänzen sich.

Dazwischen und am Ende steht But Not for Me von George und Ira Gershwin in zwei Fassungen. Die Reihenfolge ist wichtig: Nach Airegin und Oleo folgt Take 2, dann Doxy, schließlich Take 1 von But Not for Me. Die LP arbeitet somit auf beiden Seiten mit Alternativfassungen, verteilt sie aber unterschiedlich. Das Titelstück erscheint unmittelbar zweimal hintereinander; die Gershwin-Interpretationen werden durch Doxy voneinander getrennt. Ein bewusstes Hören der ganzen Seite kann deshalb andere Beziehungen sichtbar machen als das isolierte Anwählen einzelner Titel. Auch die Abfolge gehört zur Geschichte dieses Albums.

Percy Heath und Kenny Clarke sind dabei die gemeinsame Achse beider Termine. Ihre Namen verdienen dieselbe Aufmerksamkeit wie die prominenteren melodischen Stimmen. Mit ihnen lässt sich verfolgen, was eine Rhythmusgruppe zu wechselnden Besetzungen beitragen kann, ohne ihre eigene Identität aufzugeben. Bob Weinstock betreute die Sessions für Prestige, Rudy Van Gelder zeichnete sie auf, Ira Gitler schrieb die Albumanmerkungen. Dass das Material erst einige Jahre später in dieser Form erschien, mindert seine Aussagekraft nicht. Es macht vielmehr deutlich, wie sorgfältig man bei Jazzplatten zwischen dem historischen Moment des Spielens und der späteren Gestalt im Plattenregal unterscheiden sollte.

Prestige-Mono auf einer 33er-LP

Die Analogue-Productions-Ausgabe trägt die Katalognummer APRJ 7109 und gehört zur Prestige-Mono-Reihe. Sie präsentiert das Album auf einer LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute. Gerade bei Bags’ Groove ergibt das musikalisch Sinn: Die beiden ausgedehnten Takes bleiben als geschlossener erster Abschnitt zusammen, während die zweite Seite das Juni-Quintett bündelt. Das ursprüngliche Seitenkonzept bleibt nachvollziehbar. Man muss nicht mitten in dieser Gegenüberstellung auf eine zusätzliche Platte wechseln. Für ein Album, dessen Reiz auch im Vergleich von Besetzungen und Fassungen liegt, ist diese Kontinuität ein überzeugender Teil des Formats.

Kevin Gray masterte die Neuauflage bei Cohearent Audio von den analogen Mastern. Quality Record Pressings ist das Presswerk; Gary Salstrom wird für die Galvanik genannt. Die Ausstattung umfasst eine Tip-on-Hülle. Der aktuelle Herausgebereintrag nennt 180-Gramm-Vinyl, während frühere AP-Ausgaben auch mit 200 Gramm dokumentiert sind. Eine konkrete Nummerierung, ein bestimmtes Etikettendetail oder eine bestimmte Gewichtsvariante wird damit für ein einzelnes Exemplar nicht versprochen. Ebenso bleibt die korrekte Titelschreibweise Oleo maßgeblich, auch wenn auf einer dokumentierten Rückseite der Neuauflage der Druckfehler „Oreo“ auftaucht.

Diese Mono-LP ist besonders reizvoll, wenn eine Sammlung den Weg von Davis durch seine musikalischen Partnerschaften zeigen soll. Sie verbindet Jackson und Monk mit Rollins und Silver, ohne ihre tatsächlichen Sessionzusammenhänge zu vermengen. Zwei Aufnahmetage, zwei Quintette, sieben Titelpositionen und mehrere Perspektiven auf dieselbe musikalische Persönlichkeit: Darin liegt ihre Fülle. Die Platte lädt dazu ein, bekannten Namen wieder als miteinander arbeitenden Musikern zu begegnen. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Im Magazin: Miles Davis: Eine Geschichte in Platten

Mehr von Miles Davis: Cookin‘ With The Miles Davis Quintet · Steamin‘ With The Miles Davis Quintet

Künstlerseite: Alle Titel von Miles Davis

Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Miles DavisPorträt 1950er-JahreTrompeteMitwirkung: Alle Titel
  • Milt JacksonPorträt 1959VibrafonMitwirkung: A1–A2
  • Thelonious MonkPorträt 1957KlavierMitwirkung: A1–A2
  • Sonny RollinsPorträt um 1956TenorsaxofonMitwirkung: B1–B5
  • Horace SilverPorträt um 1965KlavierMitwirkung: B1–B5
  • Percy HeathPorträt 1962KontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Kenny ClarkePorträt 1964SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel

29. Juni 1954, Hackensack: B1–B5, Davis/Rollins/Silver/Heath/Clarke. 24. Dezember 1954, Hackensack: A1–A2, Davis/Jackson/Monk/Heath/Clarke. Bob Weinstock: Betreuung; Rudy Van Gelder: Ton; Ira Gitler: Begleittext. LP-Veröffentlichung Ende 1957.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

Rezensionen

Es gibt noch keine Rezensionen.

Schreibe die erste Rezension für „Miles Davis – Bags Groove (Mono)“

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Miles DavisPorträt 1950er-JahreTrompeteMitwirkung: Alle Titel
  • Milt JacksonPorträt 1959VibrafonMitwirkung: A1–A2
  • Thelonious MonkPorträt 1957KlavierMitwirkung: A1–A2
  • Sonny RollinsPorträt um 1956TenorsaxofonMitwirkung: B1–B5
  • Horace SilverPorträt um 1965KlavierMitwirkung: B1–B5
  • Percy HeathPorträt 1962KontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Kenny ClarkePorträt 1964SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel

29. Juni 1954, Hackensack: B1–B5, Davis/Rollins/Silver/Heath/Clarke. 24. Dezember 1954, Hackensack: A1–A2, Davis/Jackson/Monk/Heath/Clarke. Bob Weinstock: Betreuung; Rudy Van Gelder: Ton; Ira Gitler: Begleittext. LP-Veröffentlichung Ende 1957.


Seite A

  • A1 · Bags‘ Groove (Take 1) (11:10)
  • A2 · Bags‘ Groove (Take 2) (9:19)

Seite B

  • B1 · Airegin (4:59)
  • B2 · Oleo (5:12)
  • B3 · But Not for Me (Take 2) (4:37)
  • B4 · Doxy (4:53)
  • B5 · But Not for Me (Take 1) (5:40)