Ein Debüt mit eigener Handschrift
Wayne Shorter stellt sich auf seinem ersten Album nicht nur als Tenorsaxofonist vor. Fünf der sechs Stücke sind eigene Kompositionen. Introducing Wayne Shorter entstand am 9. und 10. November 1959 in New York und erschien 1960 bei Vee-Jay. Shorter war 26 und hatte gerade begonnen, bei Art Blakeys Jazz Messengers zu spielen.
„Blues a la Carte“, „Harry’s Last Stand“, „Down in the Depths“, „Pug Nose“ und „Black Diamond“ stehen für diesen frühen eigenen Katalog. Als einzige Fremdkomposition kommt „Mack the Knife“ hinzu. Die Auswahl legt den Schwerpunkt von Anfang an auf Shorters Arbeit als Autor. Ein Debüt kann damit zugleich Visitenkarte eines Instrumentalisten und Sammlung neuer Stücke sein.

Miles’ Rhythmusgruppe, fünf Jahre früher
Am Klavier sitzt Wynton Kelly, am Bass Paul Chambers, am Schlagzeug Jimmy Cobb. Es ist die Rhythmusgruppe aus Miles Davis’ damaligem Umfeld. Shorter selbst sollte erst 1964 Mitglied von Davis’ Band werden. Diese zeitliche Verschiebung macht die Besetzung interessant, ohne die Aufnahme vorschnell als Kapitel des späteren Quintetts einzuordnen.
Lee Morgan ergänzt die Gruppe an der Trompete. Shorter begegnet damit einem Mitspieler aus Blakeys Band und einer bereits erfahrenen Rhythmussektion. Sid McCoy produzierte die Sitzung. Die Credits beschreiben ein Debüt, für das ein neuer Bandleader mit Musikern zusammenkam, die eigene Arbeitszusammenhänge und Erfahrungen mitbrachten.

Auf die Themen achten
Bei dieser Platte lohnt es sich, zunächst den Themen zu folgen, bevor du die Soli in den Mittelpunkt stellst. Wie sind Tenor und Trompete aufeinander bezogen? Welche Figur stellt ein Stück vor, und wie kommt sie nach den improvisierten Beiträgen zurück? Mit fünf Eigenkompositionen bietet das Programm mehrere Gelegenheiten, Shorters frühe Schreibweise zu erkunden.
„Mack the Knife“ gibt daneben einen vertrauten Bezugspunkt. Der Song führt über Kurt Weill und Bertolt Brecht aus einem anderen musikalischen Zusammenhang in dieses Quintett. Die Aufnahme erschien ursprünglich bei Vee-Jay, dem von Vivian Carter und James Bracken gegründeten Label. Dass sie heute in der Original Jazz Classics Series wiederkehrt, öffnet innerhalb der Reihe auch ein Fenster in diesen Katalog.
Die Craft-OJC-Ausgabe
Die 180-Gramm-LP läuft mit 33⅓ RPM und wird bei RTI gepresst. Craft nennt vollanaloges Mastering von den Originalbändern bei Cohearent Audio; die zugehörige Reihenankündigung weist Kevin Gray aus. Dazu kommt eine Stoughton-Tip-On-Hülle mit Obi. Im Shop wird die Ausgabe unter ACONC 72226 geführt, bei Craft unter CR00858. Beide Nummern bezeichnen hier dieselbe angebotene OJC-Neuauflage.
Michael 45 lagert die Platte in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass Kunden keinen eigenen US-Import organisieren und nicht auf die Zollabfertigung warten müssen.
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Wayne Shorter | Tenorsaxofon |
| Lee Morgan | Trompete |
| Wynton Kelly | Klavier |
| Paul Chambers | Kontrabass |
| Jimmy Cobb | Schlagzeug |







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