Zurück in den eigenen Raum
An der Schwelle zu 1971 ziehen sich The Doors für ihr sechstes Studioalbum an einen vertrauten Ort zurück: den eigenen Workshop am Santa Monica Boulevard in West Hollywood. Statt den Probenraum nur zur Vorbereitung zu benutzen, machen sie ihn zum Aufnahmeort. Bruce Botnick richtet die Technik ein und übernimmt mit der Band die Produktion, nachdem Paul A. Rothchild ausgestiegen ist. Damit verändert sich mehr als ein Name auf dem Cover. Die Musiker können in ihrer gewohnten Umgebung unmittelbar aufeinander reagieren; aus dem gemeinsamen Spielen soll die Platte entstehen.
L.A. Woman erscheint im April 1971 und wird das letzte zu Morrisons Lebzeiten veröffentlichte Studioalbum dieser Besetzung. Die spätere Geschichte legt einen schweren Schatten darüber. Trotzdem lohnt es sich, zunächst bei der Arbeit selbst zu bleiben: bei einer Band, die Blues, knappe Songs und lange, offene Formen noch einmal zusammenbringt. Das Album ist weder bloß Abschiedsdokument noch eine Sammlung seiner beiden berühmtesten Titel. Seine zehn Stücke zeigen verschiedene Seiten einer Gruppe, deren musikalische Sprache seit dem Debüt unverwechselbar geworden war.
Die Aufnahmen fallen überwiegend in den Winter 1970/71. Botnicks Doppelrolle als vertrauter Toningenieur und neuer Mitproduzent verbindet Erfahrung mit veränderten Arbeitsbedingungen. Der Workshop steht dabei für einen konkreten musikalischen Wunsch: weniger Abstand zwischen dem Einfall eines Musikers und der Antwort der anderen. Diese Nähe ist ein guter Ausgangspunkt, um das Album als Zusammenspiel zu entdecken.

Vier Doors, zwei wichtige Gäste
Jim Morrison, Ray Manzarek, Robby Krieger und John Densmore bleiben das Zentrum. Für die Sessions kommen jedoch zwei Musiker hinzu, die für den Charakter der Aufnahme wichtig sind: Jerry Scheff am Bass und Marc Benno an der Rhythmusgitarre. Scheff ist damals unter anderem durch seine Arbeit mit Elvis Presley bekannt. Seine Beteiligung sollte nicht mit einer Mitgliedschaft bei den Doors verwechselt werden; sie zeigt vielmehr, wie bewusst die Band ihre Studiobesetzung erweitert.
Benno ist bei „Been Down So Long“, „Cars Hiss by My Window“, dem Titelstück und „Crawling King Snake“ dokumentiert. Eine zweite Gitarre verändert die Möglichkeiten des Arrangements: Krieger muss die rhythmische Grundlage nicht in jedem Moment allein tragen. Scheffs Albumcredit wiederum ist sicher, seine vollständige Titelzuordnung wird in den Quellen nicht einheitlich angegeben. Die Musikerübersicht trennt deshalb gesicherte Mitwirkung von einer vermeintlich lückenlosen Besetzung jedes einzelnen Stücks.
Auch innerhalb der Band lohnt sich der Wechsel des Blickwinkels. Manzareks Tasteninstrumente gestalten nicht nur harmonische Flächen; Densmores Schlagzeug setzt Übergänge und kann einer Phrase eine andere Richtung geben. Morrisons Stimme steht in diesem Gefüge. Wer beim Wiederhören einmal Bass, dann Gitarre und schließlich Schlagzeug verfolgt, entdeckt andere Beziehungen als beim ausschließlichen Blick auf den Sänger. Gerade ein so bekanntes Album gewinnt dadurch neue Konturen.

Zwischen Blues und nächtlicher Weite
„The Changeling“ eröffnet das Programm, bevor „Love Her Madly“ eine andere, kompaktere Form ins Spiel bringt. Danach führen „Been Down So Long“ und „Cars Hiss by My Window“ deutlicher in den Blues. Diese Folge ist aufschlussreich: Die Platte legt sich nicht auf eine einzige Stimmung fest. Sie lässt Vertrautes und Eigenwilliges nebeneinander stehen und vertraut darauf, dass die Persönlichkeit der Musiker die Verbindung herstellt.
Das lange Titelstück bildet einen eigenen Schwerpunkt. Das Anagramm „Mr. Mojo Risin’“ verweist auf Jim Morrison; entscheidend für den Verlauf ist aber ebenso, was die Gruppe um diese Worte herum entwickelt. Ein wiederkehrender Gedanke verändert Gewicht und Spannung, wenn Tempo, Begleitung und Stimme ihn anders behandeln. Statt nur auf einen berühmten Moment zu warten, lässt sich hier der Aufbau über längere Strecken verfolgen.
Mit „L’America“, „Hyacinth House“ und „Crawling King Snake“ folgen drei sehr unterschiedliche Stationen. „The WASP (Texas Radio and the Big Beat)“ rückt Morrisons gesprochen geprägte Sprache nach vorn, bevor „Riders on the Storm“ das Album beschließt. Regen und Donner gehören zur Gestaltung dieser Aufnahme. Der Schluss wirkt dadurch wie ein eigener Schauplatz innerhalb derselben Platte. Für Sammler liegt ein Reiz darin, dieses vollständige Programm wieder als Album zu hören: nicht als nachträglich zusammengestellte Legende, sondern als bewusst geordnete Folge von zehn Aufnahmen.
Die Ausgabe von Analogue Productions
Hier angeboten wird AAPP 75011-45, die Stereo-Neuauflage von Analogue Productions auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Doug Sax verantwortete das Mastering bei The Mastering Lab; die Ausgabencredits nennen daneben Sangwook „Sunny“ Nam. Bruce Botnick begleitete das Wiederveröffentlichungsprojekt. Analogue Productions nennt für L.A. Woman die originalen analogen Masterbänder als Quelle. Das ist eine konkrete Herausgeberangabe zu dieser Ausgabe, kein aus dem Ruf des Albums abgeleitetes Versprechen.
Gepresst wird die angebotene Fassung bei Quality Record Pressings; die Verpackung ist ein Klappcover. Ältere Pressungen derselben Katalogfamilie wurden mit 200 Gramm angeboten. Diese Varianten gehören zur Veröffentlichungsgeschichte, ändern aber nicht die aktuelle 180-Gramm-Spezifikation. Die zehn Originaltitel verteilen sich auf vier Seiten, ohne Bonusmaterial. Die Unterbrechungen beim Wenden gliedern das vertraute Album neu und geben auch den weniger oft genannten Stücken ihren Platz. Für die Sammlung ist damit klar umrissen, welche Aufnahme, welches Programm und welche physische Ausgabe hier zusammenkommen.
Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden. Noch nicht vorrätige Ausgaben versenden wir nach Wareneingang.
Auch als SACD: L.A. Woman
Auch als UHQR: L.A. Woman
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Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Jim MorrisonGesangMitwirkung: Album-Besetzung; Titelzuordnung nicht einzeln ausgewiesen
- Robby KriegerGitarreMitwirkung: Album-Besetzung; Titelzuordnung nicht einzeln ausgewiesen
- Ray ManzarekKlavier, OrgelMitwirkung: Album-Besetzung; Titelzuordnung nicht einzeln ausgewiesen
- John DensmoreSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung; Titelzuordnung nicht einzeln ausgewiesen
- Jerry ScheffBassMitwirkung: Album-Besetzung; Titelzuordnung nicht einzeln ausgewiesen
- Marc BennoRhythmusgitarreMitwirkung: A3, B1, B2, C3
Albumcredits sind keine pauschale Zusage jedes Instruments auf jedem Titel.
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Gegenüber der 50th-Anniversary-Ausgabe hört Michael mehr Druck und Dynamik, ausdrücklich auch in Jim Morrisons Stimme. Die AP-45er öffnet das Klangbild für ihn deutlich; die Jubiläumsausgabe nennt er dennoch gut klingend.












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