Die Mandoline mitten im Pop
Eine Mandoline ist nicht das naheliegendste Hauptinstrument auf einem amerikanischen Popalbum von 1973. Bei Seals & Crofts gehört sie jedoch zur musikalischen Handschrift. Dash Crofts spielt Mandolinen und Fender Rhodes, Jim Seals Gitarre und Altsaxofon; beide singen. Diamond Girl, ihr fünftes Studioalbum, verbindet diese Instrumentierung mit einer umfangreichen Studiobesetzung. Hinter dem vertrauten Namen des Duos steckt deutlich mehr als zweimal Gesang plus Akustikgitarre.
Das Album entstand im Sound Factory in Hollywood. Produzent Louie Shelton spielte zugleich Gitarre, David Hassinger betreute die Aufnahmen als Toningenieur. Der Titeltrack und „We May Never Pass This Way (Again)“ wurden als Singles veröffentlicht. Sie sind gute Einstiegspunkte, aber die zehn Stücke eröffnen ein breiteres Bild der musikalischen Arbeit, die hinter diesen beiden bekannten Songs steht.

Ein Duo und viele Handschriften
Zu den Mitwirkenden gehören David Paich an Klavier und Orgel, Wilton Felder am Bass und Bobbye Hall an der Perkussion. In den Schlagzeug-Credits stehen Jim Gordon, John Guerin, Harvey Mason und Jeff Porcaro. Diese Namen bezeichnen die Beteiligten am Album, nicht eine einzige durchgehend identische Besetzung. Schon die Instrumentenliste zeigt, wie viele Möglichkeiten für unterschiedliche Arrangements zur Verfügung standen.
Auch die Gesangsebene reicht über das Duo hinaus. England Dan und John Ford Coley sind als Hintergrundsänger beteiligt; hinter England Dan steckt Dan Seals, der jüngere Bruder von Jim. Neben der Studiomusikerverbindung gibt es damit eine familiäre. Wenn du einzelne Stimmen und Instrumente bewusst verfolgst, wird aus dem geläufigen Begriff Softrock eine wesentlich konkretere Vorstellung von der Arbeit am Arrangement.

Zwischen Saiten und Tasten
Die helle Ansprache einer Mandoline und die Möglichkeiten eines elektrischen Pianos gehören unterschiedlichen Instrumentenwelten an. Genau diese Kombination liefert einen interessanten Zugang zu Seals & Crofts. Es lohnt sich, zunächst auf die Saiteninstrumente zu achten und dann auf das, was die Tasten um sie herum beitragen. Dabei muss nicht jeder Beteiligte in jedem Song gleich deutlich hervortreten.
Die Titelfolge reicht von „Diamond Girl“ über „Ruby Jean and Billie Lee“ und „Nine Houses“ bis zu „Wisdom“. Mit „Dust on My Saddle“ trägt auch ein Stück mit deutlich anderer Bildsprache zum Programm bei. Das Album lässt sich deshalb über seine Singles entdecken und anschließend als zusammenhängende Sammlung weiterhören. Die Vielfalt steckt hier oft in der Besetzung und in den Wegen, auf denen ein Song begleitet wird.
Diese Ausgabe
Die Acoustic-Sounds-40-Ausgabe von Analogue Productions trägt AAPR 025-45. Sie verteilt die zehn Originaltitel auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, gepresst bei QRP. Stoughton liefert das Tip-On-Klappcover. Der Herausgeber nennt das Originalmasterband als Quelle, aber keinen titelbezogenen Mastering-Engineer und keine vollständige Übertragungskette. Angaben zur parallelen SACD oder Quadro-Blu-ray beschreiben andere Formate und lassen sich nicht auf diese LP übertragen.
Mehr aus der Reihe: Acoustic Sounds 40th Anniversary Series
Auch als SACD: Diamond Girl
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Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Jim Seals | Altsaxofon, Gesang, Gitarre |
| Dash Crofts | E-Piano, Gesang |







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