Diana Krall öffnet den Raum
Auf The Look of Love erweitert Diana Krall 2001 ihre Jazzbesetzung um zwei Orchester. Ihre Stimme und ihr Klavier bleiben der Ausgangspunkt; Claus Ogerman schreibt die Arrangements und dirigiert. Mit Produzent Tommy LiPuma und Toningenieur Al Schmitt entsteht ein Album, auf dem die vertraute Nähe eines kleinen Ensembles in einen größeren musikalischen Raum gestellt wird.
Die Aufnahmen verbinden drei Städte: Die Band spielt im Januar in den Avatar Studios in New York, das London Symphony Orchestra kommt im März in Abbey Road hinzu. Drei weitere Stücke entstehen im Juni in den Capitol Studios in Hollywood mit einem Los Angeles Session Orchestra. Hinter der geschlossenen Albumfolge steckt also sorgfältige Arbeit über mehrere Monate.

Kleine Besetzung, große Orchester
Christian McBride spielt auf allen zehn Titeln Bass. Am Schlagzeug wechseln sich Peter Erskine und Jeff Hamilton ab; die Gitarrenparts verteilen sich auf Russell Malone, Romero Lubambo, John Pisano und Dori Caymmi. Luis Conte und Paulinho da Costa ergänzen Perkussion auf ausgewählten Stücken. Die genaue Zuordnung steht unten in der Musikerliste.
Ogerman bringt Erfahrung mit, die weit in die Verve-Geschichte zurückreicht. Auch mit LiPuma und Schmitt hat er bereits gearbeitet: Alle drei waren an João Gilbertos Amoroso beteiligt. Dort finden sich ebenfalls „S’Wonderful“ und „Besame Mucho“. Bei Krall begegnen diese Lieder nun einer anderen Sängerin und Pianistin – ein schöner Anlass, über vertraute Titel neue musikalische Verbindungen zu entdecken.

Zehn Lieder über Nähe und Sehnsucht
Das Titelstück von Burt Bacharach und Hal David wurde durch Dusty Springfield im Film Casino Royale von 1967 bekannt. Krall stellt es neben „Cry Me a River“, „Love Letters“, „Dancing in the Dark“ und weitere Standards. Aus ungefähr 25 zunächst ausgewählten Liedern wurden nach ihrer damaligen Schilderung 17 aufgenommen und schließlich zehn für das Album zusammengestellt.
Beim Hören lohnt es sich, auf den Übergang zwischen Gesang, Klavier und Orchester zu achten: Wann führt die Stimme, wann antwortet ein Instrument, wann öffnet sich das Arrangement? Al Schmitt erhielt für seine Arbeit an diesem Album 2002 den Grammy für Best Engineered Album, Non-Classical. Die Auszeichnung würdigt seine Aufnahmearbeit, nicht eine bestimmte spätere Vinylpressung.
The Look of Love auf zwei LPs
Die hier angebotene Acoustic-Sounds-Series-Ausgabe AVER 898680 enthält die zehn Albumtitel auf zwei 180-Gramm-LPs mit 33⅓ Umdrehungen. Bernie Grundman verantwortet Mastering und Lackschnitt; seine Initialen BG finden sich auch in den Auslaufrillen. Der Herausgeber nennt originale analoge Bänder als Quelle. Gepresst wird bei Quality Record Pressings, die Platten stecken in einem Stoughton-Tip-on-Klappcover.
Diese konkrete Ausgabe verbindet das Orchesteralbum von 2001 mit einer aufwendig gefertigten Vinylveröffentlichung. Wer Kralls kleine Besetzungen schätzt, kann hier erleben, wie sie ihre Liedauswahl in einem größeren Ensemble gestaltet.
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Diana KrallKlavier, GesangMitwirkung: Album-Besetzung
- Christian McBrideBassMitwirkung: Album-Besetzung
- Jeff HamiltonSchlagzeugMitwirkung: A1, A3, B2
- Peter ErskineSchlagzeugMitwirkung: A2, B1, C1, C2, C3, D1, D2
- Paulinho da CostaPerkussionMitwirkung: A1, A3, B2
- Luis ContePerkussionMitwirkung: C2, D1
- Dori CaymmiGitarreMitwirkung: A1
- John PisanoGitarreMitwirkung: A3, B2
- Russell MaloneGitarreMitwirkung: A2, B1, C1, C3, D2
- Romero LubamboGitarreMitwirkung: C2, D1
- Claus OgermanOrchesterarrangement, DirigatMitwirkung: Album-Besetzung
- London Symphony OrchestraOrchesterMitwirkung: A2, B1, C1, C2, C3, D1, D2
- Los Angeles Session OrchestraOrchesterMitwirkung: A1, A3, B2
Diana Krall (Klavier, Gesang), Christian McBride (Bass), Peter Erskine (Schlagzeug; A2, B1, C1–D2), Jeff Hamilton (Schlagzeug; A1, A3, B2), Russell Malone (Gitarre; A2, B1, C1, C3, D2), Romero Lubambo (Gitarre; C2, D1), John Pisano (Gitarre; A3, B2), Dori Caymmi (Gitarre; A1), Paulinho da Costa (Perkussion; A1, A3, B2), Luis Conte (Perkussion; C2, D1). London Symphony Orchestra (A2, B1, C1–D2) und Los Angeles Session Orchestra (A1, A3, B2), arrangiert und dirigiert von Claus Ogerman. Aufgenommen 2001 in den Avatar Studios (New York), Abbey Road Studios (London) und Capitol Studios (Hollywood). Produzent: Tommy LiPuma. Aufnahme und Mischung: Al Schmitt. Diese Ausgabe: Mastering und Lackschnitt Bernie Grundman (Bernie Grundman Mastering), gepresst bei Quality Record Pressings, Betreuung Chad Kassem.
















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