Booker Ervin – The Freedom Book (Stereo)

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

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LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 7295
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

Mir ist bewusst und ich stimme zu, dass die Platte aus der Originalfolie genommen wird (die Folie liegt der Lieferung bei).

Artikelnummer: APRJ 7295 Kategorien: , , , ,

Freiheit als Sprache eines Quartetts

The Freedom Book ist ein treffender Titel für eine Platte, auf der vier ausgeprägte Persönlichkeiten miteinander arbeiten. Booker Ervin, Jaki Byard, Richard Davis und Alan Dawson kamen am 3. Dezember 1963 in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs zusammen. Das Album erschien im März 1964 auf Prestige. Es steht damit an einer Stelle der Jazzgeschichte, an der sich die Möglichkeiten kleiner Ensembles beträchtlich erweitert hatten: Blues und Songform blieben verfügbar, während Harmonik, Rhythmus und individuelle Klangsprache neue Wege öffneten. Ervins Titel muss dabei nicht als Ankündigung eines vollständigen Abschieds von allen Formen gelesen werden. Er lädt vielmehr dazu ein, nach der Freiheit innerhalb einer gemeinsamen Sprache zu fragen.

Ervin stammte aus Denison in Texas. Bevor das Tenorsaxofon sein Instrument wurde, hatte er von seinem Vater Posaune gelernt. Während seiner Air-Force-Zeit auf Okinawa brachte er sich das Tenorspiel selbst bei; später studierte er an Berklee. Diese Biografie verbindet unterschiedliche Arten des Lernens: familiäre Weitergabe, eigene Erkundung und formale Ausbildung. Ende 1958 begann seine regelmäßige Arbeit bei Charles Mingus. Sie dauerte zunächst bis 1960, mit späteren erneuten Begegnungen bis 1964. Wer Ervin vor allem aus Mingus-Aufnahmen kennt, erhält hier die Gelegenheit, ihn als Komponisten und Leiter eines eigenen Quartetts kennenzulernen.

Die Prestige-Alben mit „Book“ im Namen gehören zu diesem eigenständigen Kapitel. The Freedom Book ist keine nachträgliche Anthologie, sondern ein geschlossenes Sessionalbum mit fünf ausgewählten Titeln. Don Schlitten verantwortete die Produktion und wird außerdem für Gestaltung und Fotografie genannt; David Himmelstein schrieb die im Januar 1964 datierten Begleitnotizen. Van Gelder war der Aufnahmeingenieur. Ein weiterer Titel derselben Session, „Stella by Starlight“, erschien später auf Groovin‘ High. Er gehört ausdrücklich nicht zum hier angebotenen Fünf-Stücke-Programm. Gerade für Sammler ist diese Trennung hilfreich: Der Aufnahmetag war größer als das Album, doch das Album besitzt eine eigene Form.

Booker Ervin · 1963 · historisch inspirierte Illustration
Booker Ervin · 1963

Ervin, Byard, Davis und Dawson

Booker Ervin bleibt die einzige Bläserstimme. Ihm gegenüber steht mit Jaki Byard ein Pianist, dessen musikalischer Horizont von Ragtime und Stride bis zu freieren Ausdrucksformen reichte. Auch Byard hatte bei Mingus gearbeitet. Diese gemeinsame Verbindung erklärt nicht jede musikalische Entscheidung, macht aber verständlich, warum beide bereits Erfahrungen mit sehr unterschiedlichen musikalischen Anforderungen mitbrachten. Auf The Freedom Book spielt Byard Klavier; seine Tätigkeit als Saxofonist gehört zu seiner Biografie, nicht zur Instrumentierung dieser Session. Solche Unterschiede sind gerade bei vielseitigen Musikern wichtig.

Richard Davis am Kontrabass und Alan Dawson am Schlagzeug vervollständigen das Quartett. Die vier Namen stehen für die gesamte Aufnahme, nicht für wechselnde Besetzungen einzelner Stücke. Dadurch lässt sich das Album auch als fortgesetztes Gespräch derselben Partner hören. Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Tenor und Klavier von einer Komposition zur nächsten? Wann richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Bass, wann auf die Beweglichkeit des Schlagzeugs? Solche Fragen helfen mehr als eine allgemeine Behauptung, hier spiele eine „perfekte Rhythmusgruppe“. Die Bedeutung der Begleiter erschließt sich gerade aus ihrem jeweiligen Verhältnis zu Ervins Themen und Linien.

Der Herausgeber beschreibt Ervins Ton mit einem Bezug auf den Südwesten der USA und verbindet diese Herkunft mit Bebop-Raffinesse und Anklängen an Free Jazz. Das ist eine brauchbare historische Annäherung, solange sie nicht zur Schublade wird. Ein persönlicher Tenorton ist kein geografischer Automatismus. Bei Ervin treffen Herkunft, Ausbildung und die Arbeit in herausfordernden Ensembles aufeinander. Für das eigene Hören lohnt deshalb, sowohl auf den Beginn eines Tons als auch auf den Verlauf einer Phrase zu achten: auf Artikulation, Spannung, Atem und die Antwort der anderen Musiker. Dort wird eine individuelle Stimme genauer fassbar als in einem Etikett.

Jaki Byard · Porträtvorlage 1965 · historisch inspirierte Illustration
Jaki Byard · Porträtvorlage 1965

Fünf Stücke und ein besonderer Gast als Komponist

Vier der fünf Kompositionen stammen von Ervin. „A Lunar Tune“ eröffnet die erste Seite; danach folgt Randy Westons „Cry Me Not“. Es ist das einzige Stück eines anderen Komponisten und deshalb mehr als ein beiläufiger Standard im Programm. Ervin arbeitete in den 1960er-Jahren auch mit Weston. Die Wahl dieses Titels führt somit zu einer weiteren musikalischen Beziehung außerhalb des Quartetts. Weston ist auf der Aufnahme nicht als Pianist beteiligt – diese Rolle gehört durchgehend Byard. Gerade weil ein Komponistenname eine solche Geschichte öffnet, lohnt es sich, Komposition und tatsächlich anwesende Besetzung sauber auseinanderzuhalten.

„Grant’s Stand“ beschließt die erste Seite. Auf der zweiten stehen „A Day to Mourn“ und „Al’s In“. Die Titel geben unterschiedliche gedankliche Räume vor, doch sie ersetzen keine belegte Entstehungsgeschichte. Aus „A Day to Mourn“ sollte man ohne weitere Quelle keine konkrete Widmung ableiten. Das Stück kann zunächst als Ervin-Komposition innerhalb dieses Programms stehen bleiben. Ebenso wenig braucht „Al’s In“ eine erfundene Anekdote, um neugierig zu machen. Die musikalische Verbindung der fünf Stücke wird von denselben vier Spielern getragen; darin liegt bereits ein tragfähiger Zugang zum Album.

Die Laufzeiten unterscheiden sich zwischen dokumentierten Pressungsangaben und ergänzenden Diskografien. Für die Beschreibung ist deshalb die überprüfbare Reihenfolge wichtiger als eine scheinbar präzise Minutenrechnung. Drei Titel auf Seite A und zwei auf Seite B geben dem Album seine Gestalt. Diese Aufteilung lädt zu einer zusammenhängenden Wahrnehmung ein: Nach dem ersten Seitenabschluss kommt ein neuer Anfang, nicht bloß der nächste Eintrag in einer endlosen Wiedergabeliste. Das ist eine Besonderheit des Albums als LP, ohne dass daraus ein klanglicher Überlegenheitsanspruch gegenüber anderen Formaten folgen müsste.

Für Musikliebhaber, die Ervin bislang als markante Stimme in fremden Bands wahrgenommen haben, ist The Freedom Book ein besonders ergiebiger Perspektivwechsel. Hier setzt er Themen, wählt einen Komponistenkollegen aus und arbeitet mit einem Quartett, das seine Prestige-Aufnahmen dieser Jahre wesentlich prägte. Für Sammler der „Book“-Alben liegt der Reiz im Zusammenhang, für einen ersten Einstieg in der überschaubaren, klar dokumentierten Besetzung. Beides lässt Raum für Entdeckungen, die sich nicht in einer einzigen Charakterisierung des Leaders erschöpfen.

Die Prestige-Stereo-LP von Analogue Productions

APRJ 7295 bezeichnet die hier angebotene Analogue-Productions-Ausgabe: eine einzelne Stereo-LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute. Kevin Gray wird für den Schnitt bei Cohearent Audio genannt, Quality Record Pressings für die Pressung und Gary Salstrom für die Galvanik. Der Herausgeber beschreibt die Reihe als von den analogen Masterbändern gemastert; die Verpackung ist als Tip-on-Cover ausgeführt. Diese Wiederveröffentlichungsdaten gehören zu einer späteren Ausgabe des 1963 aufgenommenen und 1964 veröffentlichten Albums. Sie sollten nicht mit den Aufgaben von Schlitten und Van Gelder bei der ursprünglichen Produktion vermischt werden.

Auch hier gibt es mehrere AP-Auflagen. Der heutige Herausgeberstand nennt 180 Gramm; eine frühere nummerierte Ausgabe ist mit 200 Gramm dokumentiert, eine spätere Ausgabe von 2023 mit 180 Gramm. Die konkrete Lagercharge ist nicht durch das Wiegen oder die Besichtigung eines einzelnen Exemplars bestätigt. Eine historische Nummerierung oder ein früheres Gewicht ist deshalb kein pauschales Versprechen für jedes angebotene Exemplar. Für die Zuordnung dieser Platte sind Katalognummer, Stereoformat und das originale Fünf-Titel-Programm die verlässlicheren Orientierungspunkte.

Als 33⅓-LP bewahrt The Freedom Book seine beiden zusammenhängenden Seiten. Das ermöglicht einen ruhigen Zugang zu einer Musik, deren Interesse gerade aus vier eigenständigen Stimmen entsteht. Wer den Namen Booker Ervin im Regal zwischen Mingus, Weston und den weiteren Prestige-„Books“ einordnet, findet hier eine Verbindung dieser musikalischen Welten – aber ebenso ein Album, das für sich allein bestehen darf. Nicht jede Freiheit muss angekündigt werden. Man kann sich Zeit nehmen, die Beziehungen innerhalb dieses Quartetts selbst zu entdecken. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Booker ErvinTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Jaki ByardKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Richard DavisKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Alan DawsonSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: 3. Dezember 1963, Englewood Cliffs. Rudy Van Gelder, Toningenieur. Analogue Productions: Kevin Gray, Schnitt; QRP, Pressung. Besetzung auf allen Titeln.

So hört Michael diese Ausgabe

Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst

Michael lobt die klare Trennung der Instrumente und eine schöne, stabil aufgebaute Klangbühne. Sein zuvor ultraschallgereinigtes Exemplar spielt beim ersten Hören ohne wahrgenommene Knackser. Diese Beobachtung betrifft sein eigenes Exemplar der besprochenen 200-Gramm-AP-Ausgabe; sie ist keine Zusage für jedes Exemplar oder jede spätere Nachpressung.

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Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Booker ErvinTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Jaki ByardKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Richard DavisKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Alan DawsonSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: 3. Dezember 1963, Englewood Cliffs. Rudy Van Gelder, Toningenieur. Analogue Productions: Kevin Gray, Schnitt; QRP, Pressung. Besetzung auf allen Titeln.


Seite A

  • A1 · A Lunar Tune
  • A2 · Cry Me Not
  • A3 · Grant’s Stand

Seite B

  • B1 · A Day to Mourn
  • B2 · Al’s In