Muddy Waters – The Real Folk Blues (Mono)

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
The Mastering Lab
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Rein analog (AAA)
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Blues

Lieferbar

✓ Versand meist in 1–2 Werktagen

LabelChess Records (Acoustic Sounds Series)
KatalognummerACHE 39991
GenreBlues

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

I am aware and agree, that the Record will be put out of the original shrink wrap (this will be included to the delivery).

Siebzehn Jahre Chicago in zwölf Songs

Muddy Waters kann eine Band mit einer einzigen Gesangszeile in Bewegung setzen. Bei „Mannish Boy“ wird daraus beinahe ein Ritual: Der wiederkehrende instrumentale Ruf schafft einen festen Boden, auf dem McKinley Morganfield jede Betonung anders setzen kann. Entscheidend ist nicht, wie weit sich die Harmonie bewegt. Die Spannung entsteht daraus, wie Stimme und Antwort ineinandergreifen – selbstbewusst, körperlich und mit einem untrüglichen Gefühl für den richtigen Moment.

The Real Folk Blues versammelt Aufnahmen von 1947 bis 1964. Das ist eine beträchtliche Strecke, die von Muddys frühen Aristocrat-Veröffentlichungen bis zu seiner etablierten Chicago-Zeit reicht. Die LP ist deshalb keine geschlossene Studiositzung und auch kein zweites Folk Singer. Sie zeigt eine Entwicklung anhand einzelner Songs: unterschiedliche Begleiter, wechselnde Aufnahmesituationen und eine Stimme, deren Autorität den Zusammenhang herstellt.

Muddy Waters mit elektrischer Gitarre, um 1955
Muddy Waters

Eine Antwort auf eine Antwort

Hinter „Mannish Boy“ steckt eine kleine Geschichte darüber, wie Musik unter Musikern weitergereicht wird. Bo Diddleys „I’m a Man“ war durch „Hoochie Coochie Man“ angeregt worden; Muddy antwortete seinerseits mit „Mannish Boy“, aufgenommen 1955. Die Komposition wird Waters, Mel London und Ellas McDaniel, also Bo Diddley, zugeschrieben. Kein isolierter Geistesblitz also, sondern ein Gespräch, das auf Schallplatten fortgesetzt wurde.

Mit diesem Hintergrund hört man die Beharrlichkeit des Stücks anders. Die wiederkehrende Figur ist kein Mangel an Einfällen, sondern das Zentrum der Inszenierung. Der Sänger kann sich an ihr reiben, sie bestätigen und eine neue Zeile mit zusätzlichem Gewicht versehen. Die Band hält die Form offen genug, damit aus Wiederholung Persönlichkeit wird. Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Blues-Schema und einer wirklich überzeugenden Bluesaufnahme.

Slide auf einer Gitarre neben Mundharmonika und Mikrofon
Slide und Mundharmonika

Vom frühen Aristocrat-Katalog zum Chess-Ensemble

„Gypsy Woman“ führt zurück zu Muddys erster Aristocrat-Single von 1947. „Same Thing“, ein Willie-Dixon-Stück aus dem Jahr 1964, steht am anderen Ende des zeitlichen Bogens. Dazwischen begegnen uns unter anderem „Walkin’ Blues“, „Rollin’ and Tumblin’“ und „Forty Days and Forty Nights“. Die Auswahl verbindet ältere Überlieferung, eigenes Repertoire und Beiträge anderer Autoren, ohne daraus eine museale Bestandsaufnahme zu machen.

Über die verschiedenen Sessions hinweg tauchen Musiker wie Little Walter, Junior Wells, Otis Spann und Willie Dixon auf. Sie spielen nicht alle auf jedem Titel. Gerade deshalb lohnt es sich, auf wechselnde Begleitfarben zu achten: eine Mundharmonika, die sich der Stimme entgegenstellt; ein Klavier, das die Lücke zwischen zwei Aussagen belebt; eine Gitarrenfigur, die den nächsten Einsatz vorbereitet. Der gemeinsame Nenner ist Muddys Art, solche Stimmen um sich herum zu organisieren.

Warum „Folk Blues“ nicht „akustisch“ bedeutet

Chess eröffnete mit dieser Zusammenstellung seine Real-Folk-Blues-Reihe. Der Name sprach eine neue Hörerschaft an, die über den Folk-Boom Zugang zu älterer amerikanischer Musik suchte. Daraus sollte man aber keine falsche Instrumentierung ableiten: Diese Platte dokumentiert keineswegs ausschließlich die Zeit vor dem elektrischen Blues. Ihr langer Aufnahmezeitraum gehört zu ihrem Reiz; ihn auf eine vermeintlich reine Frühphase zu verkürzen, würde einen wesentlichen Teil der Musik verdecken.

Besonders schön lässt sich hier hören, wie sich Herkunft und Gegenwart verbinden. Eine alte Songform bleibt erkennbar, während Muddys Phrasierung und das Zusammenspiel der Band sie in eine andere Umgebung stellen. Die zwölf Titel brauchen keine aufwendige Erklärung, um unmittelbar zu wirken. Mit etwas Hintergrund werden jedoch die Unterschiede deutlicher: zwischen persönlichem Bekenntnis und selbstbewusstem Auftritt, zwischen einer offenen Gesangsphrase und der präzisen Antwort der Musiker. Genau dort beginnt das erneute Entdecken einer oft gehörten Platte.

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Beteiligte Musiker

Besetzung anhand der Albumquellen abgeglichen.

  • Muddy WatersGesang, Gitarre
  • Pat HareGitarre
  • Sammy LawhornGitarre
  • James „Pee Wee“ MadisonGitarre
  • Jimmy RogersGitarre
  • Baby Face Leroy FosterGitarre
  • Johnny JonesKlavier
  • Otis SpannKlavier
  • Sunnyland SlimKlavier
  • Little WalterMundharmonika
  • Junior WellsMundharmonika
  • Big CrawfordBass
  • Willie DixonBass
  • Ransom KnowlingBass
  • Andrew StephensonBass
  • Francis ClaySchlagzeug
  • Odie PayneSchlagzeug
  • Fred BelowSchlagzeug

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Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Beteiligte Musiker

Besetzung anhand der Albumquellen abgeglichen.

  • Muddy WatersGesang, Gitarre
  • Pat HareGitarre
  • Sammy LawhornGitarre
  • James "Pee Wee" MadisonGitarre
  • Jimmy RogersGitarre
  • Baby Face Leroy FosterGitarre
  • Johnny JonesKlavier
  • Otis SpannKlavier
  • Sunnyland SlimKlavier
  • Little WalterMundharmonika
  • Junior WellsMundharmonika
  • Big CrawfordBass
  • Willie DixonBass
  • Ransom KnowlingBass
  • Andrew StephensonBass
  • Francis ClaySchlagzeug
  • Odie PayneSchlagzeug
  • Fred BelowSchlagzeug

Side A
1. Mannish Boy
2. Screamin‘ & Crying
3. Just To Be With You
4. Walking In The Park
5. Walking Blues
6. Canary Bird
Side B
1. Same Thing
2. Gypsy Women
3. Rollin‘ & Tumblin‘
4. 40 Days & 40 Nights
5. Little Geneva
6. You Can’t Lose What You Ain’t Never Had