Eine Trompete bekommt Platz
Blue Mitchell war Mitglied von Horace Silvers Quintett, als er im August 1960 „Blue’s Moods“ aufnahm. Für sein eigenes Album wählte er eine kleinere Besetzung: Trompete, Klavier, Bass und Schlagzeug. Ohne zweiten Bläser wird die Beziehung zwischen Melodie und Rhythmusgruppe unmittelbar. Mitchell kann eine Linie allein beginnen und dem Klavier Raum für eine Antwort lassen.
Wynton Kelly spielt Klavier, Sam Jones Bass und Roy Brooks Schlagzeug. Brooks kannte Mitchell ebenfalls aus Silvers Band. Die Sitzungen fanden am 24. und 25. August bei Plaza Sound in New York statt. Orrin Keepnews produzierte, Ray Fowler war für die Aufnahme verantwortlich. Das Album erschien noch 1960 auf Riverside.

Standards, Bebop und eigene Stücke
„I’ll Close My Eyes“ eröffnet das Programm. Auf diese bekannte Melodie folgt „Avars“ von Rocky Boyd; Charlie Parkers „Scrapple from the Apple“ bringt eine weitere Herkunft ins Spiel. Die Auswahl verbindet Songs, die sich über ihre Melodie erschließen, mit Musik aus dem Bebop-Repertoire. Acht Titel reichen aus, um dem Quartett verschiedene Ausgangspunkte zu geben.
Auch die Musiker selbst tragen Kompositionen bei. „Kinda Vague“ stammt von Kelly und Mitchell, „Sir John“ von Mitchell. Daneben stehen „When I Fall in Love“, Ronnell Brights „Sweet Pumpkin“ und „I Wish I Knew“. Wenn du zwischen diesen Stücken wechselst, lässt sich verfolgen, wie eine feste Besetzung mit ganz unterschiedlichen Vorlagen umgeht. Die Persönlichkeit des Ensembles liegt auch darin, was es von einem Stück zum nächsten beibehält.

Kelly ist mehr als Begleitung
Es lohnt sich, Wynton Kelly schon während der Trompetenpassagen aufmerksam zu verfolgen. Die Klavierstimme muss nicht erst im Solo interessant werden. Ein Akkord, eine kleine rhythmische Figur oder eine bewusst gelassene Lücke können beeinflussen, wie eine Melodie im Ensemble steht. Nimm beim nächsten Durchgang einmal das Klavier als Ausgangspunkt und höre von dort aus auf Mitchell.
Sam Jones und Roy Brooks bilden dazu das rhythmische Gegenüber. In dieser Besetzung gibt es nur vier Personen, aber mehrere Möglichkeiten, einen gemeinsamen Puls zu gestalten. Die überschaubare Instrumentierung erleichtert es, einzelnen Stimmen zu folgen und anschließend wieder zum Ganzen zurückzukehren. Das Album bietet dafür einen konkreten Rahmen aus acht unterschiedlichen, klar benannten Stücken.
Diese Ausgabe
AAPJ 212-45 von Analogue Productions erscheint in der Fantasy 45 Series als Doppel-LP mit 45 RPM und 180 Gramm. Das angegebene Mastering stammt von Kevin Gray und Steve Hoffman bei AcousTech. Gepresst wird bei QRP; Stoughton liefert das Tip-On-Klappcover mit matter Oberfläche. Der Herausgeber benennt für diese Ausgabe keine konkrete Bandquelle. Die Mastering-Angaben anderer, späterer 33⅓-Ausgaben gehören nicht zu diesem Produkt.
Michael 45 lagert die Platten in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass Kunden keinen eigenen US-Import organisieren und nicht auf die Zollabfertigung warten müssen.
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Blue Mitchell | Trompete, Kornett |
| Wynton Kelly | Klavier |
| Sam Jones | Bass |
| Roy Brooks | Schlagzeug |







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