Die Geige beginnt das Gespräch
Zwei Violinkonzerte, deren Solostimme nicht lange auf ihren Auftritt wartet: Mendelssohns e-Moll-Konzert und Prokofjews zweites Violinkonzert in g-Moll. Jascha Heifetz spielt beide mit dem Boston Symphony Orchestra unter Charles Munch. Das Album erschien 1959. John Pfeiffer betreute die Produktion, John Crawford die Aufnahmetechnik. Die Kopplung lässt hören, wie unterschiedlich zwei Komponisten den direkten Einstieg der Geige gestalten.
Bei Mendelssohn steht sie fast sofort über der Begleitung des Orchesters. Prokofjew eröffnet mit der Violine allein. Das sind keine ausgedehnten orchestralen Vorreden, sondern zwei unmittelbar gesetzte Ausgangspunkte. Achte beim Wechsel zwischen den Werken darauf, wie das Orchester jeweils hinzutritt und welche Aufgaben die Solostimme anschließend übernimmt. Der gemeinsame Solist macht diesen Vergleich besonders naheliegend.

Mendelssohn denkt über die Satzgrenzen hinaus
1838 schrieb Mendelssohn dem Geiger Ferdinand David von seinem Plan für ein Konzert. 1844 war die Partitur vollendet; David spielte 1845 die Uraufführung unter Niels Gade. Die lange Zusammenarbeit gehört zur Geschichte eines Werks, das heute oft so selbstverständlich wirkt, als hätte es seine Form ohne Umwege gefunden.
Einige Entscheidungen lohnen besondere Aufmerksamkeit. Die ausgeschriebene Kadenz steht schon vor der Wiederkehr des Hauptgedankens im ersten Satz. Und zwischen dem ersten und dem zweiten Satz hält eine Fagottstimme den Übergang offen. Mendelssohn behandelt die drei Sätze als zusammenhängenden Verlauf. Die vorliegende 45-RPM-Ausgabe verlangt trotzdem nach Satz I einen Seitenwechsel. Damit liegt zwar kein Schnitt mitten in einem Satz vor, die komponierte Verbindung zum Andante wird beim Abspielen jedoch unterbrochen.

Prokofjew auf Reisen, Heifetz in Boston
Prokofjews zweites Violinkonzert entstand 1935 während einer Zeit des Reisens; Paris, Woronesch und Baku gehören zu seinen Entstehungsorten. Robert Soetens spielte am 1. Dezember desselben Jahres die Uraufführung in Madrid unter Enrique Fernández Arbós. Im Finale treten Kastagnetten zur Besetzung hinzu. Dieser konkrete Instrumentenklang bietet einen guten Orientierungspunkt im letzten Satz.
Heifetz hatte das Werk bereits am 17. Dezember 1937 in den Vereinigten Staaten erstmals aufgeführt: mit dem Boston Symphony Orchestra unter Serge Koussevitzky. Für diese Aufnahme kehrt also das gleiche Orchester in einer späteren Besetzung mit einem anderen Chefdirigenten zurück. Zwischen dem unbegleiteten Beginn und dem Finale liegt ein langsamer Satz mit weit gespannter Melodie. Verfolge, wie sich darin Solostimme und Begleitung zueinander verhalten, bevor der letzte Satz die Bewegung wieder verändert.
Zwei Konzerte auf zwei Platten
Diese Stereoausgabe von Analogue Productions umfasst zwei bei Quality Record Pressings gepresste 180-Gramm-LPs mit 45 RPM und einen Einleger. Der Hersteller nennt Bernie Grundman und die originalen Masterbänder. Jedes Konzert erhält eine Platte: Satz I auf der Vorderseite, die Sätze II und III auf der Rückseite. Bei Mendelssohn ist die unterbrochene Satzverbindung deshalb mitzudenken. Die Katalognummer lautet AAPC 2314-45.
Michael 45 hält die Platten in Deutschland und verschickt sie aus Hilden, sodass ein eigener US-Import und die begleitende Wartezeit beim Zoll entfallen.
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Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: RCA Living Stereo – alle 25 Titel, Dirigenten und Solisten
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Jascha Heifetz | Violine |
| Charles Munch | Dirigat |
| Boston Symphony Orchestra | Orchester |







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