Zwischen Bandkraft und Studiolabor
Auf Benefit rückt Jethro Tull 1970 die Gitarren und die Möglichkeiten des Studios stärker ins Zentrum. Ian Anderson, Martin Barre, Glenn Cornick und Clive Bunker spielen das dritte Album der Band ein; John Evan erweitert die Besetzung an Klavier und Orgel. Die Aufnahmen entstehen in den Londoner Morgan Studios. Noch vor Aqualung wird hier ein wichtiger Teil der späteren musikalischen Sprache erprobt.
Evan gehört bei den Sessions zunächst als zusätzlicher Musiker dazu. Für Cornick wird Benefit dagegen das letzte Tull-Studioalbum. Damit hält die Platte eine Besetzung im Übergang fest. Die Musik muss nicht rückblickend als Vorarbeit gehört werden: Songs wie „Nothing to Say“ und „To Cry You a Song“ tragen ihre eigene Spannung.

Die Flöte darf auch rückwärts laufen
„With You There to Help Me“ nutzt rückwärts abgespielte Klavier- und Flötenklänge; „Play in Time“ arbeitet mit beschleunigter Gitarre. Solche Eingriffe sind Teil der Arrangements. Sie verändern die Art, wie ein Instrument in einen Song hineintritt, und ergänzen das unmittelbare Zusammenspiel der Band.
Hör beim Opener darauf, wie sich ein einzelner Klang aufbaut, bevor er in der Begleitung aufgeht. Anschließend lohnt der Wechsel zu den Gitarrenfiguren von „To Cry You a Song“. So werden die verschiedenen Arbeitsweisen greifbar, ohne das Album auf Studiotricks oder schwere Riffs zu verkürzen.

John Evan öffnet eine weitere Tür
Mit Klavier und Orgel bekommt Anderson zusätzliche Möglichkeiten beim Schreiben. Die Tasten müssen dabei nicht ständig solistisch auffallen. Ihre Rolle liegt ebenso in Verbindungen, harmonischen Antworten und einem anderen Gewicht innerhalb der Begleitung. Folge ihnen einmal unter dem Gesang, statt auf einen ausdrücklich hervorgehobenen Einsatz zu warten.
Auch die Titelfolge verdient Aufmerksamkeit. Diese Ausgabe verbindet die amerikanische Albumfolge einschließlich „Teacher“ mit „Alive and Well and Living In“ als zusätzlichem Stück am Schluss. Der Song war Teil der britischen Albumfassung. Du bekommst damit elf Titel, ohne die Unterschiede zwischen den damaligen Veröffentlichungen wegzuerklären.
Originalmischung auf zwei LPs
AAPP 169-45 bietet zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM und die Originalmischung. Der Herausgeber nennt Matthew Lutthans bei The Mastering Lab sowie flache Kopien der britischen und amerikanischen analogen Originalmasterbänder als Quelle. Galvanik und Pressung erfolgen bei Quality Record Pressings; dazu kommt ein Stoughton-Tip-on-Klappcover. Es handelt sich nicht um einen Steven-Wilson-Remix und nicht um eine Atlantic-75-Ausgabe.
Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Ian Anderson | Akustikgitarre, Tasteninstrumente, Gesang, Flöte |
| Martin Barre | E-Gitarre |
| Glenn Cornick | E-Bass |
| Clive Bunker | Perkussion, Schlagzeug |
| John Evan | Klavier, Orgel |
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael beschreibt die AP-45er als trocken und zugleich kraftvoll und voll klingend. Besonders die Flöte Ian Andersons und die Energie des Prog- und Folk-Rock kommen für ihn überzeugend zur Geltung.
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