Ein Studio voller vertrauter Stimmen
Am 8. Januar 1974 traf Ella Fitzgerald in Los Angeles auf eine Besetzung, deren Namen schon für sich eine kleine Jazzgeschichte erzählen. Fine and Mellow wurde im MGM-Studio aufgenommen und 1979 auf Norman Granz’ Pablo-Label veröffentlicht. Der Untertitel Ella Fitzgerald Jams beschreibt die Idee: eine Sängerin im direkten Austausch mit improvisierenden Musikern, getragen von gemeinsamem Repertoire und langjähriger Erfahrung.
Granz hatte mit Jazz at the Philharmonic über Jahrzehnte Begegnungen zwischen starken musikalischen Persönlichkeiten organisiert. Diese Haltung prägt auch die Studiosession. Harry „Sweets“ Edison und Clark Terry sind an Trompete beziehungsweise Flügelhorn beteiligt, Eddie „Lockjaw“ Davis und Zoot Sims an den Saxofonen. Die Besetzung bietet unterschiedliche Stimmen innerhalb derselben Tradition. Gerade ihre Eigenheiten machen die Unterhaltung zwischen Gesang und Instrumenten interessant.

Ein Billie-Holiday-Song als Einladung
Der Titelsong stammt von Billie Holiday. Ella Fitzgerald übernimmt damit einen Blues, dessen Geschichte eng mit einer anderen großen Sängerin verbunden ist. In einer solchen Situation zählt die eigene Phrasierung: Wo beginnt eine Zeile, wie lange bleibt eine Silbe stehen, welche Antwort lässt sie offen? Die Form schafft einen gemeinsamen Rahmen, in dem sich die Beteiligten verständigen können, ohne ihre persönliche Ausdrucksweise abzugeben.
Das Programm führt von Ellingtons „I’m Just a Lucky So and So“ und „Rockin’ in Rhythm“ zu „’Round Midnight“, „The Man I Love“ und „Polka Dots and Moonbeams“. Neun Titel verbinden Blues, Swing und Balladen. Die Auswahl liefert vertraute melodische Ausgangspunkte, an denen sich Veränderungen besonders gut verfolgen lassen. Du brauchst die Stücke nicht auswendig zu kennen, um die Wechsel zwischen erzählendem Gesang, rhythmischem Spiel und instrumentalen Antworten wahrzunehmen.

Die Beweglichkeit der Begleiter
Tommy Flanagan am Piano, Joe Pass an der Gitarre, Ray Brown am Bass und Louie Bellson am Schlagzeug bilden die rhythmische Basis. Diese vier können gleichzeitig stützen und kommentieren. Ein Klavierakkord beantwortet die Stimme anders als eine kurze Gitarrenfigur; Bass und Schlagzeug halten den Zusammenhang. Die Besetzung ermöglicht dadurch einen fließenden Wechsel zwischen kompakter Begleitung und mehr Raum für einzelne Musiker.
Bei den Balladen wird besonders deutlich, wie viel eine vertraute Melodie an unterschiedlichen Akzenten verträgt. In den bewegteren Nummern rückt das Verhältnis von Gesangsphrase und Puls nach vorn. Fine and Mellow bietet damit einen Zugang zu Fitzgerald jenseits einer reinen Sammlung berühmter Songs: Du kannst verfolgen, wie sie in einem Ensemble agiert, dessen Mitglieder ihrerseits ausgeprägte Solisten sind. Das gemeinsame Timing ist ein wesentlicher Teil der Geschichte dieses Albums.
Diese LP-Ausgabe
Analogue Productions veröffentlicht AAPJ 190 als einzelne 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute in seiner Pablo-Reihe. Matthew Lutthans übernahm das Mastering bei The Mastering Lab von den originalen analogen Masterbändern. Gepresst wird bei Quality Record Pressings; die Ausstattung umfasst ein Stoughton-Tip-on-Cover mit einer Plattentasche. Die Ausgabe enthält das neun Titel umfassende Album Fine and Mellow und dokumentiert die Studiosession von 1974.
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Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Pablo – alle 30 Platten, Musiker und das Sessionbuch
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Ella Fitzgerald | Gesang |
| Clark Terry | Flügelhorn, Trompete |
| Zoot Sims | Tenorsaxofon |
| Joe Pass | Gitarre |
| Tommy Flanagan | Klavier |
| Ray Brown | Kontrabass |
| Louie Bellson | Schlagzeug |
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael hört bei dieser Pablo-Ausgabe besonders gern zu, wie Ella Fitzgerald und die begleitenden Musiker miteinander improvisieren. Trotz dieser Freiheit erlebt er die Musik als sehr zugänglich. Gerade das meisterhafte Zusammenspiel macht die Aufnahme für ihn so interessant und überraschend. Es ist ein persönlicher Eindruck zur Darbietung, kein Pressungsvergleich.







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