Ein Neubeginn mit Steve Howe
Als Yes 1971 The Yes Album veröffentlichen, stehen zwei wenig erfolgreiche Vorgänger hinter ihnen. Mit Steve Howe kommt ein neuer Gitarrist, und mit ihm öffnet sich ein anderer musikalischer Spielraum. Jon Anderson, Chris Squire, Tony Kaye und Bill Bruford bilden mit Howe jene Besetzung, die dieses dritte Album trägt. Es wird zum Durchbruch und erreicht Platz vier der britischen Albumcharts.
Der Hintergrund ist eine Phase konzentrierter gemeinsamer Arbeit: Proben in Devon, Aufnahmen im Londoner Advision-Studio mit Eddy Offord. Aus dieser Zusammenarbeit entstehen Stücke, die ihre Ideen über längere Strecken entwickeln. Das Album verlangt dabei keine Prüfung in Progressive Rock. Es lädt schlicht dazu ein, den Wechseln zu folgen und zu hören, wie eine Band ihre Möglichkeiten erweitert.

Fünf Persönlichkeiten und eine Blockflöte
Howes Gitarren stehen neben Kayes Tasteninstrumenten, Squires Bass, Brufords Schlagzeug und Andersons Stimme. Doch auch kleine Besetzungsdetails tragen zur Eigenart der Stücke bei. In „Your Move“, dem ersten Teil von „I’ve Seen All Good People“, spielt Colin Goldring Blockflöte. Howe verwendet dort außerdem eine spanische Laúd, auf der Hülle als „Vachalia“ bezeichnet.
„Clap“ führt dagegen einen einzelnen Musiker ins Zentrum. Howes Gitarrensolo wurde am 17. Juli 1970 im Londoner Lyceum live aufgenommen. Dieser Wechsel zwischen gemeinsamer Studioarbeit und Solovortrag gehört zum Charakter der Platte. Die Besetzungsliste unterscheidet deshalb den Albumzusammenhang von einzelnen Beiträgen; Brufords Schlagzeug ist selbstverständlich nicht Teil des Solostücks.

Große Formen, konkrete Ideen
„Yours Is No Disgrace“ eröffnet das Album, „Starship Trooper“ verbindet „Life Seeker“, „Disillusion“ und „Würm“. „I’ve Seen All Good People“ führt von „Your Move“ zu „All Good People“, bevor „A Venture“ und „Perpetual Change“ den weiteren Weg bestimmen. Diese Titel sind ein guter Anlass, dem Album wieder einmal in seiner ursprünglichen Reihenfolge zuzuhören.
Dabei lohnt sich der Blick auf die Übergänge ebenso wie auf einzelne Soli. Wie wird aus einer Idee eine neue Passage? Wann trägt die Stimme, wann übernimmt ein Instrument? Wer Yes bisher vor allem aus späteren Phasen kennt, findet hier eine andere Balance der Beteiligten. Gerade weil die Namen vertraut sein können, macht das genaue Hinhören Freude: Diese Konstellation besteht nur für einen begrenzten Moment der Bandgeschichte.
Die Atlantic-75-Hybrid-SACD
Die hier angebotene Ausgabe CAPA 064 SA ist eine Stereo-Hybrid-SACD von Analogue Productions. Sie enthält eine SACD-Schicht und eine auf normalen CD-Spielern abspielbare CD-Schicht. Kevin Gray wird für das Mastering bei Cohearent Audio genannt. Der Datensatz der exakten Ausgabe beschreibt eine direkte Übertragung vom analogen Originalband nach DSD; die Herausgeberseite selbst führt die Bandquelle nicht aus.
Es handelt sich um das ursprüngliche Sechs-Titel-Album ohne Bonusstücke, nicht um die separate 45-RPM-LP oder einen Steven-Wilson-Remix. Für Hörer, die diesen entscheidenden Schritt von Yes im digitalen Disc-Format suchen, verbindet die Ausgabe das vollständige Album mit einem klar umrissenen Format: Stereo, Hybrid-SACD und die dokumentierten Beiträge seiner Musiker.
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Auch in einer anderen Ausgabe: The Yes Album
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Jon AndersonGesang, PerkussionMitwirkung: Album, außer Solotitel 2
- Chris SquireBass, GesangMitwirkung: Album, außer Solotitel 2
- Steve HoweE-Gitarre, Akustikgitarre, Laúd (Vachalia), GesangMitwirkung: Album · Titel 2 solo · Laúd: 4a
- Tony KayeKlavier, Orgel, Moog-SynthesizerMitwirkung: Album, außer Solotitel 2
- Bill BrufordSchlagzeug, PerkussionMitwirkung: 1, 3, 4, 5, 6
- Colin GoldringBlockflöteMitwirkung: 4a · Your Move
Clap (Titel 2) ist Steve Howes unbegleitetes Gitarrensolo. Colin Goldring spielt Blockflöte auf 4a (Your Move), Howe dort Laúd. Produktion: Yes und Eddy Offord. Mastering dieser SACD: Kevin Gray.













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