Als aus Cinema wieder Yes wurde
90125 beginnt mit einem Neuanfang, der zunächst einen anderen Namen trägt. Chris Squire, Alan White, Trevor Rabin und Tony Kaye arbeiten als Cinema; Trevor Horn wird zum Produzenten, Jon Anderson kommt später hinzu. Aus dieser Konstellation entsteht 1983 ein Yes-Album, dessen Titel schlicht die Katalognummer aufgreift – und das der Band ein neues Publikum erschließt.
„Owner Of A Lonely Heart“ wird ihre einzige Nummer eins in den amerikanischen Singlecharts. Doch die Geschichte lässt sich nicht auf den Hit verkürzen. Rabins Gitarren und kompositorische Ideen treffen auf vertraute Stimmen und Musiker aus der Yes-Geschichte. Das Spannende ist dieses Zusammentreffen: ein anderer Zugang zum Song, getragen von einer Band, deren Identität nicht allein an der Länge ihrer Stücke hängt.

Handwerk trifft Studiotechnik
Die Arbeit in den Londoner SARM- und AIR-Studios erstreckt sich über 1982 und 1983. Trevor Horns Produktion verbindet analoge Aufnahme mit den Möglichkeiten neuer Instrumente. Ein Fairlight-Sample spielt bei „Owner Of A Lonely Heart“ eine Rolle; bei „Leave It“ kommt der Synclavier zum Einsatz. Der technische Wandel der Zeit wird hier Teil des Arrangements, ohne dass daraus eine rein digitale Aufnahme wird.
Zur Band gehören Anderson, Squire, Rabin, White und Kaye. J. J. Jeczalik und Dave Lawson sind zusätzlich für Keyboard-Programmierung dokumentiert. Gerade bei einer so sorgfältig aufgebauten Produktion lohnt es sich, zwischen den auftretenden Musikern, ergänzender Programmierung und der Arbeit hinter dem Mischpult zu unterscheiden. Die Credits halten diese Beiträge sichtbar, ohne offene Titelzuordnungen zu erfinden.

Neun Stücke hinter der Nummer
„Hold On“, „It Can Happen“ und „Changes“ zeigen, dass das Album mehr als seinen berühmten Einstieg besitzt. Das kurze Instrumental „Cinema“ erhielt einen Grammy; danach lenkt „Leave It“ die Aufmerksamkeit auf die Stimmen. „Hearts“ bildet den ausgedehnten Schluss eines Programms, das sich am besten als Ganzes erschließt.
Wer das Album lange nicht gehört hat, kann beim Wiederhören eine einfache Frage mitnehmen: Wo begegnen sich die neue Direktheit und der Sinn für ausgearbeitete musikalische Formen? So wird 90125 weder auf einen Stilbruch noch auf eine nostalgische Erinnerung reduziert. Es bleibt ein Album, das die Geschichte von Yes aus einer anderen Perspektive weitererzählt.
Die Stereo-Hybrid-SACD von Analogue Productions
CAPA 065 SA gehört zur Atlantic 75 Series und enthält eine Stereo-SACD-Schicht sowie eine CD-Schicht für gewöhnliche CD-Spieler. Kevin Gray wird für das Mastering bei Cohearent Audio genannt. Es handelt sich um die Hybrid-SACD, nicht um die separate 45-RPM-Vinylausgabe und nicht um eine Mehrkanalversion.
Bei der Bandquelle ist Präzision angebracht: Der dokumentierte Hüllenaufdruck nennt eine Halbzoll-Bandkopie als Ausgangspunkt der DSD-Übertragung. Eine davon abweichende Aussage wird lediglich aus zweiter Hand überliefert. Deshalb wird hier kein gesichertes Originalmasterband versprochen. Die neun Albumtitel stehen ohne Bonusmaterial im Mittelpunkt – eine Gelegenheit, diese Phase der Band in Ruhe und mit Aufmerksamkeit für ihre vielen Mitwirkenden neu zu entdecken.
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Auch in einer anderen Ausgabe: 90125
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Jon AndersonGesangMitwirkung: Alle Gesangstitel
- Chris SquireBass, GesangMitwirkung: Album-Besetzung
- Trevor RabinGitarre, Keyboards, GesangMitwirkung: Album-Besetzung
- Alan WhiteSchlagzeug, Perkussion, Gesang, Fairlight CMIMitwirkung: Album-Besetzung
- Tony KayeKeyboardsMitwirkung: Album-Besetzung
- J. J. JeczalikKeyboard-ProgrammierungMitwirkung: Titelzuordnung offen
- Dave LawsonKeyboard-ProgrammierungMitwirkung: Titelzuordnung offen
Die Rollen beziehen sich auf die dokumentierten Albumcredits, nicht automatisch auf jeden genannten Titel. Die Titelangaben nennen die belegte Mitwirkung; bei mehreren Instrumenten sind nicht alle Rollen jedem Titel zugeordnet.










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