The Red Garland Quintet – All Mornin‘ Long (Mono)

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Nur noch wenige

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LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 7130
GenreJazz

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

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Artikelnummer: APRJ 7130 Kategorien: , , , ,

Ein Blues bekommt eine ganze Seite

Drei Stücke genügen für All Mornin‘ Long. Das liegt nicht an einem knappen Programm, sondern an der Großzügigkeit seiner Anlage: Der Titelblues nimmt die gesamte erste LP-Seite ein. Red Garland gibt seiner Band damit Zeit, eine gemeinsame Welt aufzubauen, ohne schon nach wenigen Minuten zum nächsten Thema weiterziehen zu müssen. Am Klavier leitet er ein Quintett mit John Coltrane am Tenorsaxofon, Donald Byrd an der Trompete, George Joyner am Kontrabass und Art Taylor am Schlagzeug. Die Namen sind prominent, doch die eigentliche Attraktion liegt in ihrer Beziehung zueinander.

Die Aufnahme entstand am 15. November 1957 bei Rudy Van Gelder in Hackensack. Garland und Coltrane hatten bereits im Quintett von Miles Davis zusammengearbeitet, Taylor war mit Garlands Trio verbunden, und Byrd bewegte sich ebenfalls in diesem Kreis von Musikern. Der Herausgeber weist zudem darauf hin, dass das Quintett im Herbst 1957 auch in New York aufgetreten war. Es handelt sich also nicht einfach um fünf große Namen, die nur auf dem Papier zusammenpassen. Gemeinsame Praxis und eine verwandte musikalische Haltung geben dem ausgedehnten Format seinen tragfähigen Untergrund.

Als Prestige-Album erschien All Mornin‘ Long 1958 unter der Nummer 7130. Für eine Sammlung ist es eine reizvolle Ergänzung zu den bekannten Trioaufnahmen Garlands, weil der Pianist hier mit zwei Bläsern arbeitet und dennoch das Zentrum bleibt. Ein Leader muss nicht auf jedem Takt am deutlichsten hervortreten. Seine Handschrift kann in der Auswahl des Materials, im Aufbau des Programms und in der Art liegen, wie die Partner Raum erhalten. Gerade der lange Titelblues erlaubt es, Garland zugleich als Solisten, Begleiter und Gastgeber dieser musikalischen Begegnung wahrzunehmen.

Die Sitzung war ergiebiger, als diese drei Titel allein vermuten lassen. Aus den zehn damals aufgenommenen Stücken entstanden auch Soul Junction, veröffentlicht unter Prestige 7181, und High Pressure unter der Nummer 7209. Die späteren Veröffentlichungen verteilen also Musik derselben Begegnung auf mehrere Alben. Das macht All Mornin’ Long zu einem guten Ausgangspunkt für Sammler: Wer die Verständigung dieses Quintetts weiterverfolgen möchte, findet auf den beiden verwandten Platten zusätzliche Perspektiven auf denselben Studiotag.

Red Garland · um 1957 · historisch inspirierte Illustration
Red Garland · um 1957

Garland bleibt der Mittelpunkt

Garlands Klavierspiel wird häufig mit seiner Arbeit in Blockakkorden verbunden. Eine Melodielinie erhält dabei eine harmonisch verdichtete Gestalt, statt nur von einzelnen Tönen getragen zu werden. Für das Hören ist weniger eine technische Definition entscheidend als die Wirkung der unterschiedlichen Texturen: Ein Lauf, ein gesetzter Akkord und eine dichter geführte Passage können dem gleichen harmonischen Verlauf sehr verschiedene Gewichte geben. Das Quintett bietet Garland Gelegenheit, diese Möglichkeiten sowohl im eigenen Vordergrund als auch in der Begleitung anderer Stimmen einzusetzen. Der Pianist verschwindet deshalb nicht hinter den berühmten Bläsernamen.

Coltrane und Byrd bringen zwei klar unterscheidbare Ausdrucksweisen in den gemeinsamen Raum. Schon die Instrumente verlangen einen anderen Tonansatz, eine andere Artikulation und einen anderen Umgang mit langen Linien. Im ausgedehnten Blues kann man verfolgen, wie sich das Verhältnis zwischen Einzelstimme und Band verändert, wenn ein Solist den Platz des anderen übernimmt. Das Thema und der harmonische Rahmen bleiben vertraut, doch die musikalische Erzählung erhält einen neuen Schwerpunkt. Genau darin liegt ein Reiz langer Darbietungen: Die Wiederkehr schafft Orientierung, während die Persönlichkeit des jeweiligen Spielers die Unterschiede hörbar macht.

George Joyner, später als Jamil Nasser bekannt, spielt hier Kontrabass; Art Taylor sitzt am Schlagzeug. Es lohnt sich, diese konkrete Besetzung festzuhalten, statt aus Gewohnheit Paul Chambers in Garlands Umgebung zu erwarten. Joyner und Taylor tragen die langen Verläufe und reagieren zugleich auf Veränderungen im Vordergrund. Ein wiederkehrender Bluesrahmen verlangt nicht nach mechanischer Wiederholung. Kleine Unterschiede in Gewicht, Platzierung und Begleitung können über viele Durchgänge eine Entwicklung tragen. Wer beim zweiten Hören der Rhythmusgruppe folgt, bekommt deshalb eine weitere Perspektive auf dieselben Soli und auf den Zusammenhalt des gesamten Quintetts.

John Coltrane · um 1957 · historisch inspirierte Illustration
John Coltrane · um 1957

Vom Titelblues zu Gershwin und Dameron

All Mornin‘ Long ist eine Komposition Garlands. Dass sie eine ganze Seite beansprucht, macht die LP-Seite selbst zu einer musikalischen Einheit. Man muss das Stück nicht auf eine besondere Einzelstelle reduzieren. Sein Reiz kann gerade im allmählichen Wechsel der Aufmerksamkeit liegen: vom Thema zu einem Bläser, vom Klavier zum Bass, von einer markanten Phrase zurück in die gemeinsame Bewegung. Für Hörer, die gern einen längeren improvisierten Verlauf verfolgen, ist diese Anlage besonders einladend. Sie verlangt etwas Zeit und belohnt die Bereitschaft, einer Band mehrere Perspektivwechsel zuzugestehen.

Die zweite Seite beginnt mit They Can’t Take That Away From Me von George und Ira Gershwin. Nach dem breiten Bluesrahmen der ersten Seite bietet das Lied eine andere Form melodischer Erinnerung. Eine bekannte Melodie lässt sich auch dann als innerer Bezugspunkt behalten, wenn die Musiker sich improvisierend von ihr entfernen. Die Frage ist nicht nur, wann das Thema wiederkehrt, sondern wie seine Gestalt im Laufe der Darbietung neu beleuchtet wird. Für Sammler, die denselben Standard in verschiedenen Besetzungen kennen, eröffnet sich hier ein Vergleich der musikalischen Persönlichkeiten, ohne dass daraus ein Wettbewerb werden muss.

Tadd Damerons Our Delight beschließt das Album. Damit stehen auf der zweiten Seite ein Song aus dem amerikanischen Repertoire und eine Komposition aus dem modernen Jazz nebeneinander. Die drei Stücke des Albums bilden folglich kein gleichförmiges Material. Garlands eigenes Bluesstück, Gershwins Lied und Damerons Jazzkomposition fordern die Band auf unterschiedliche Weise heraus. Zugleich bleiben dieselben fünf Musiker der verbindende Faden. Dieser Zusammenhalt macht All Mornin‘ Long zu mehr als einer lockeren Sammlung von Solistenauftritten. Die verschiedenen Formen erhalten ihre Bedeutung durch die konkrete Gruppe, die sie gemeinsam ausfüllt.

Das 33⅓-Format bewahrt die Dramaturgie

Diese Mono-Wiederveröffentlichung gehört zur Prestige-Reihe von Analogue Productions und trägt die Katalognummer APRJ 7130. Der Herausgeber nennt Kevin Gray für den Schnitt von analogen Masterbändern sowie Quality Record Pressings für die Herstellung. Die aktuelle Produktbeschreibung weist 180-Gramm-Vinyl und eine hochglänzende Tip-on-Hülle aus. Damit bleibt die Veröffentlichung als einzelnes, bewusst proportioniertes Album greifbar: ein seitenlanger Blues und zwei anders gebaute Stücke auf der Rückseite. In einer Garland-Sammlung ergänzt diese Konstellation die Trioaufnahmen um eine weitere Facette. Auch mit Coltrane und Byrd an seiner Seite hält der Pianist die musikalischen Fäden zusammen und gibt dem Quintett seinen Zusammenhang.

Bei All Mornin‘ Long hat die einzelne LP mit 33⅓ Umdrehungen einen besonders anschaulichen musikalischen Sinn. Der Titelblues bleibt ungeteilt auf einer Seite. Sein Verlauf wird nicht durch einen zusätzlichen Seitenwechsel unterbrochen, und die zweite Seite bildet mit ihren beiden anderen Kompositionen einen eigenständigen Gegenpol. Wer dieses Album als zusammenhängende Erfahrung hören möchte, erhält dadurch eine passende Form. Die ursprüngliche Dramaturgie ist unmittelbar nachvollziehbar: zuerst ein ausgedehnter gemeinsamer Raum, dann zwei anders gebaute Stücke derselben Band. Format und musikalischer Aufbau passen hier sehr eng zusammen.

Die Monoaufnahme hält das Quintett in einer gemeinsamen Mitte. Aufmerksamkeit verdienen die Abstufungen zwischen Klavier, Bläsern und Rhythmusgruppe, nicht ein möglichst breites Panorama. Für eine Sammlung mit Coltrane, Byrd oder Garland lässt sich das Album aus mehreren Richtungen erschließen. Es kann eine Begegnung mit einem wichtigen Tenorsaxofonisten sein, ein Blick auf Byrds frühe Arbeit oder eine Vertiefung von Garlands musikalischer Persönlichkeit. Am ergiebigsten wird es, wenn diese Blickwinkel nebeneinander bestehen dürfen. Dann bleibt der Pianist Gastgeber einer Aufnahme, deren Großzügigkeit vor allem darin liegt, dass sie ihren Musikern und ihren Hörern Zeit gibt.

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Künstlerseite: Alle Titel mit John Coltrane

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • George JoynerKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Art TaylorSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
  • Red GarlandKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • John ColtraneTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Donald ByrdTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung

George Joyner ist der später als Jamil Nasser bekannte Bassist. Aufnahme: 15. November 1957; Erstveröffentlichung: 1958.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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  • George JoynerKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Art TaylorSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
  • Red GarlandKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • John ColtraneTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Donald ByrdTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung

George Joyner ist der später als Jamil Nasser bekannte Bassist. Aufnahme: 15. November 1957; Erstveröffentlichung: 1958.


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