Lightnin‘ Hopkins – Goin‘ Away (Stereo)

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Blues

Lieferbar

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LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 7035
GenreBlues
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

Mir ist bewusst und ich stimme zu, dass die Platte aus der Originalfolie genommen wird (die Folie liegt der Lieferung bei).

Artikelnummer: APRJ 1073 Kategorien: , , , ,

Ein Erzähler, der seine eigene Zeit mitbringt

Manche Musiker brauchen eine große Besetzung, um einen Raum mit Leben zu füllen. Lightnin’ Hopkins genügen eine Stimme, eine Gitarre und der nächste Satz. Auf Goin’ Away kommt eine kleine Rhythmusgruppe hinzu, aber der Mittelpunkt bleibt dieser unverwechselbare Erzähler aus Texas. Die Platte entstand am 4. Juni 1963 in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs und erschien im selben Jahr auf Bluesville, dem Blueszweig von Prestige. Acht Stücke, sämtlich Hopkins zugeschrieben, bilden ein Album, dessen Reichtum nicht in aufwendigen Arrangements liegt. Er steckt in einer Persönlichkeit, die aus alltäglichen Situationen, Beschwerden, Warnungen und kleinen Beobachtungen Musik machen konnte.

Hopkins war 1912 in Centerville geboren worden und hatte den Blues lange vor seiner Entdeckung durch das Folkpublikum der sechziger Jahre kennengelernt. Zu seiner frühen musikalischen Welt gehörten Blind Lemon Jefferson und sein älterer Cousin Texas Alexander. Diese Herkunft ist für Goin’ Away wichtiger als die Vorstellung eines klar abgegrenzten Genres. Der Blues konnte hier Tanzmusik, Unterhaltung, Bericht und Selbstbehauptung zugleich sein. Ein Sänger musste sein Publikum erreichen, und er tat das nicht notwendigerweise mit einer bis zum letzten Takt festgelegten Form. Die Geschichte bestimmte mit, wie lange ein Gedanke dauern durfte.

Als diese Aufnahme entstand, hatte Hopkins bereits einen weiteren Abschnitt seiner Laufbahn begonnen. Die Vermittlung durch Mack McCormick ab 1959 und das wachsende Interesse des Folkpublikums erschlossen neue Auftrittsmöglichkeiten. Am 14. Oktober 1960 stand er in der Carnegie Hall auf einem Programm mit Künstlern wie Joan Baez und Pete Seeger. Goin’ Away gehört in diese Phase, ohne Hopkins zu einem anderen Musiker umzudeuten. Hinter dem neuen Publikum blieb die Erfahrung eines Künstlers, dessen Maßstab nicht die Erwartung eines Konzertsaals war, sondern die Überzeugungskraft seiner eigenen Sprache.

Lightnin’ Hopkins · Porträtvorlage 1963 · historisch inspirierte Illustration
Lightnin’ Hopkins · Porträtvorlage 1963

Drei Musiker, ein beweglicher Mittelpunkt

Die Besetzung ist vollständig und überschaubar: Hopkins singt und spielt Gitarre, Leonard Gaskin übernimmt den Kontrabass, Herbie Lovelle das Schlagzeug. Der Herausgeber beschreibt Hopkins’ Instrument auf dieser Aufnahme ausdrücklich als akustische Gitarre. Das unterscheidet den Rahmen von den elektrisch verstärkten Auftritten in Houstons Juke Joints, die ebenfalls zu seiner Geschichte gehören. Es wäre deshalb irreführend, die Platte allein mit dem Bild eines elektrischen Bluesgitarristen zu erzählen. Diese Session stellt eine andere Seite derselben musikalischen Persönlichkeit in den Vordergrund: Stimme und Saiten, begleitet von zwei Musikern, die dafür den nötigen Platz schaffen.

Gaskin und Lovelle haben dabei mehr zu tun, als einen regelmäßigen Hintergrund zu liefern. Die Verlagsbeschreibung hebt gerade ihre Fähigkeit hervor, Hopkins auch dann zu folgen, wenn er die üblichen Taktgruppen eigenwillig behandelt oder einen Gedanken unvermittelt beendet. Das ist eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Ein Begleiter muss eine Bewegung aufnehmen können, bevor sie vollständig ausgesprochen ist. Gaskins Bass bietet Orientierung, ohne dem Sänger seine Zeit vorzuschreiben. Lovelles in der Herausgeberrezension erwähnte Besen passen zu dieser beweglichen, vergleichsweise leichten Begleitung. Die kleine Besetzung macht das Verhältnis zwischen Führung und Reaktion zum eigentlichen musikalischen Geschehen.

Dass die Aufnahme bei Van Gelder entstand, eröffnet zudem eine reizvolle Verbindung zwischen Blues und dem Prestige-Katalog. Hier arbeitet kein großes Orchester, und es wird auch keine Jazzsession mit einem Bluesgast daraus. Vielmehr erhält ein eigenständiger Bluesmusiker einen konzentrierten Studiorahmen. Ozzie Cadena betreute die Produktion, Van Gelder war für die Aufnahme verantwortlich; Dan Morgenstern schrieb den Begleittext, Don Schlitten verantwortete Gestaltung und Fotografie. Solche Namen zeigen, mit welcher redaktionellen Aufmerksamkeit Bluesville diese Musik präsentierte. Hopkins sollte als Künstler eines vollständigen Albums wahrgenommen werden, nicht bloß als Lieferant einzelner Nummern.

Leonard Gaskin · Porträtvorlage 1960 · historisch inspirierte Illustration
Leonard Gaskin · Porträtvorlage 1960

Acht Stücke zwischen Ansprache und Aufbruch

Schon die Titel machen deutlich, wie direkt Hopkins seine Welt anspricht. Wake Up Old Lady eröffnet die erste Seite, gefolgt von Don’t Embarrass Me, Baby. Das sind keine abstrakten Überschriften, sondern Sätze, die eine Situation und ein Gegenüber voraussetzen. Wer auf den Zusammenhang zwischen gesungenem Wort und Gitarrenantwort achtet, findet darin einen besonders ergiebigen Zugang zu dieser Musik. Die Gitarre ist nicht einfach Dekoration zwischen den Strophen. Sie gehört zur Redeweise, kann einen Gedanken weiterführen oder dem nächsten Satz Raum geben. Gerade bei einer so kleinen Gruppe lohnt es sich, diese Rollen nicht voneinander zu trennen.

Mit Stranger Here und Little Sister’s Boogie erhält die erste Seite zwei weitere Perspektiven. Schon ihre Gegenüberstellung führt von der Figur des Fremden zur bewegungsorientierten Boogie-Tradition. Auf Seite B steht zunächst das fast sechsminütige Titelstück. Danach folgen You Better Stop Her, Business You’re Doin’ und I’m Wit’ It. Das Album verteilt damit längere Erzählräume und kompaktere Stücke, ohne seine Besetzung oder seine persönliche Handschrift zu wechseln. Alle acht Kompositionen werden Hopkins zugeschrieben. Die Zusammengehörigkeit entsteht aus seiner Stimme als Autor und Interpret, nicht aus einem nachträglich übergestülpten Konzept.

Einige dieser Aufnahmen zirkulierten auch außerhalb der LP. Bluesville koppelte Business You’re Doin’ mit Wake Up Old Lady sowie Goin’ Away mit You Better Stop Her auf Singles aus. Das erinnert daran, dass die Musik sowohl unmittelbar einzelne Hörer erreichen als auch ein längeres Album tragen konnte. Für heutige Sammler liegt gerade in dieser Doppelperspektive ein Reiz: Man begegnet einem Stück Bluesgeschichte, das weder nur Dokument noch nur Repertoirepflege ist. Die Lieder waren aktuelle Äußerungen eines aktiven Musikers. Ihre historische Bedeutung sollte diese Gegenwärtigkeit nicht unter einer ehrfürchtigen Museumsschicht verschwinden lassen.

Die Stereo-LP von Analogue Productions

Diese Ausgabe führt Goin’ Away als APRJ 1073 innerhalb der Prestige-Stereo-Reihe von Analogue Productions. Das Original erschien als Bluesville BVLP 1073. Die Neuauflage verteilt die acht Titel auf eine LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute. Das passt hier besonders gut zum Album: Vier Stücke bilden jeweils eine Seite, und der Wechsel zum Titelstück markiert einen natürlichen neuen Abschnitt. Man kann Hopkins’ Erzählweise über mehrere Nummern verfolgen, ohne die Musik für zusätzliche Seitenwechsel zu unterbrechen. Die 33er ist deshalb nicht bloß eine Formatangabe, sondern eine angenehme Form, dieses konzentrierte Programm als Ganzes zu erleben.

Kevin Gray übernahm das Mastering bei Cohearent Audio von den analogen Mastern; Quality Record Pressings fertigt die Platte. Gary Salstrom wird für die Galvanik genannt. Hinzu kommt die traditionelle Tip-on-Hülle, bei der bedrucktes Papier auf einen festen Kartonkern aufgezogen wird. Die aktuelle Herstellerbeschreibung nennt 180-Gramm-Vinyl. Frühere Ausgaben dieses Titels sind auch als 200-Gramm-Pressungen dokumentiert; daraus lässt sich keine bestimmte Grammatur oder Nummerierung eines einzelnen Lagerexemplars ableiten. Entscheidend für die Zuordnung sind hier die Katalognummer, die Stereoausführung und das Ein-LP-Format.

Für eine Sammlung mit Interesse an akustischem Blues bietet die Platte einen klaren, persönlichen Zugang zu Hopkins. Sie zeigt keinen isolierten Solisten, aber auch keine Band, die seinen Vortrag in eine starre Form zwingt. Der musikalische Raum entsteht zwischen einem Erzähler und zwei aufmerksamen Begleitern. Gerade diese überschaubare Konstellation kann ein guter Anlass sein, sich Zeit für Details zu nehmen: für den Übergang vom Wort zur Saite, für die Funktion des Basses und für das Maß, mit dem das Schlagzeug beteiligt ist. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Lightnin‘ HopkinsPorträt 1960er-JahreGesang, Gitarre (akustisch laut Herausgeber)Mitwirkung: Alle Titel
  • Leonard GaskinPorträt 1960KontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Herbie LovelleSchlagzeug (Besen laut Herausgeberrezension)Mitwirkung: Alle Titel

4. Juni 1963, Van Gelder Studio, Englewood Cliffs. Ozzie Cadena: Betreuung; Rudy Van Gelder: Ton; Dan Morgenstern: Begleittext; Don Schlitten: Gestaltung/Fotografie. Trio auf allen acht Titeln. Akustische Gitarre und Besenspiel nach Herausgeberbeschreibung.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Lightnin' HopkinsPorträt 1960er-JahreGesang, Gitarre (akustisch laut Herausgeber)Mitwirkung: Alle Titel
  • Leonard GaskinPorträt 1960KontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Herbie LovelleSchlagzeug (Besen laut Herausgeberrezension)Mitwirkung: Alle Titel

4. Juni 1963, Van Gelder Studio, Englewood Cliffs. Ozzie Cadena: Betreuung; Rudy Van Gelder: Ton; Dan Morgenstern: Begleittext; Don Schlitten: Gestaltung/Fotografie. Trio auf allen acht Titeln. Akustische Gitarre und Besenspiel nach Herausgeberbeschreibung.


Seite A

  • A1 · Wake Up Old Lady (4:24)
  • A2 · Don’t Embarrass Me, Baby (3:20)
  • A3 · Stranger Here (5:49)
  • A4 · Little Sister’s Boogie (3:30)

Seite B

  • B1 · Goin‘ Away (5:45)
  • B2 · You Better Stop Her (4:39)
  • B3 · Business You’re Doin‘ (3:18)
  • B4 · I’m Wit‘ It (3:58)