Ein Wiedersehen mit langer Vorgeschichte
Der Titel Together Again!!!! ist ungewöhnlich deutlich: Vier Ausrufezeichen feiern das Wiedersehen von Teddy Edwards und Howard McGhee. Die beiden Bläser hatten bereits in den 1940er-Jahren in Los Angeles zusammengearbeitet. McGhee war damals auf der Suche nach einem Tenorsaxofonisten und bewegte Edwards, der zuvor Altsaxofon gespielt hatte, zum Instrumentenwechsel. Ihre Verbindung reicht damit bis zu einem entscheidenden Schritt in Edwards’ eigener musikalischer Entwicklung zurück. Das Treffen von 1961 besitzt eine Geschichte, die lange vor dem ersten Ton dieser Platte beginnt.
Am 15. und 17. Mai nahm das Quintett für Contemporary auf. Lester Koenig produzierte, Roy DuNann betreute die Tontechnik. Neben Edwards am Tenor und McGhee an der Trompete spielten Phineas Newborn Jr., Ray Brown und Ed Thigpen. Der Albumtitel betont die beiden Leiter, doch die Rhythmusgruppe ist ebenso konkret besetzt. Hinter jedem Namen steht eine eigenständige Laufbahn, und mehrere Verbindungen zwischen diesen Musikern reichen über die Session hinaus.

Die Rhythmusgruppe bringt eigene Geschichte mit
Brown und Thigpen arbeiteten damals im Oscar Peterson Trio. Ihre gemeinsame Erfahrung traf hier auf Newborn, der 1960 nach Los Angeles gezogen war und bald mehrere Aufnahmen für Contemporary machte. Wenige Wochen nach Together Again!!!! spielte er auf McGhees Maggie’s Back in Town!!. Später im selben Jahr folgte sein eigenes A World of Piano!. Das Wiedersehen der Bläser gehört somit zugleich zu einem besonders produktiven Contemporary-Jahr des Pianisten.
Auch Brown kannte McGhee bereits aus früherer Studioarbeit: 1947 hatte er in dessen Sextett für Dial aufgenommen. Solche Verbindungen erklären, warum die Besetzung mehr ist als eine Liste prominenter Gäste. Beim Hören lohnt es sich, Newborns Klavier zwischen Begleitung und eigenen Beiträgen zu verfolgen und anschließend dieselben Übergänge bei Bass und Schlagzeug zu beobachten. Die beiden Bläser stehen vorne, aber die Gestaltung des gemeinsamen Tempos und der harmonischen Bewegung verteilt sich auf die gesamte Gruppe.

Sechs Stücke mit drei Autoren aus der Band
Edwards schrieb das eröffnende „Together Again“, McGhee das abschließende „Sandy“. Beide Stücke dauern fast zehn Minuten und geben den Albumrändern entsprechend viel Raum. Dazwischen steht Ray Browns „Up There“, mit gut drei Minuten die kürzeste Nummer. Drei der sechs Kompositionen stammen somit von den Beteiligten selbst. Dazu kommen „You Stepped Out of a Dream“, Charlie Parkers „Perhaps“ und Erroll Garners „Misty“. Die Auswahl verbindet eigene Beiträge mit unterschiedlichen Spielarten des vertrauten Repertoires.
„Perhaps“ führt unmittelbar zur Bebop-Vergangenheit der beiden Leiter. McGhee hatte mit Parker für Dial aufgenommen; Edwards gehörte ebenfalls zu dessen musikalischem Umfeld. „Misty“ war dagegen bei dieser Session noch ein vergleichsweise junges Stück, erst 1954 von Garner aufgenommen. Das Album schaut also zurück, ohne ausschließlich seine eigene Frühgeschichte nachzustellen. Hör die kurzen und langen Formen einmal im Zusammenhang: Das Programm ist so gebaut, dass sich ausgedehnte Eigenkompositionen und kompaktere Stücke gegenseitig ergänzen.
Die konkrete Contemporary-Ausgabe
ACONC 760 ist eine 180-Gramm-Einzel-LP der Contemporary Records Acoustic Sounds Series von Craft. Bernie Grundman schnitt die Lackfolien; Craft nennt dafür die Originalmasterbänder und eine AAA-Kette. Die Pressung stammt von Quality Record Pressings, die Verpackung ist eine Tip-on-Hülle. Enthalten sind die sechs Titel des ursprünglichen Albums. Aufnahmeingenieur Roy DuNann und heutiger Schnittingenieur Bernie Grundman haben dabei verschiedene Aufgaben in unterschiedlichen Jahrzehnten übernommen.
Diese Unterscheidung gilt auch für die Musikgeschichte. „Up in Dodo’s Room“ gehört zur früheren Zusammenarbeit von McGhee und Edwards, steht aber nicht auf dieser LP. Ebenso ist Maggie’s Back in Town!! ein eigenes Album und kein Titel dieser Session. Together Again!!!! erzählt sein Wiedersehen mit „Together Again“, „You Stepped Out of a Dream“, „Up There“, „Perhaps“, „Misty“ und „Sandy“. Die konkrete Folge macht aus der historischen Verbindung eine eigenständige Platte, die sich auch ohne Kenntnis ihrer Vorgeschichte erschließt.
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Serie: Contemporary – alle 24 Platten: sonniger Jazz aus Los Angeles
Beteiligte Musiker
Die Besetzung dieser Albumfassung ist belegt. Angaben zu einzelnen Titeln stehen in der letzten Spalte.
| Name | Instrument / Rolle | Mitwirkung |
|---|---|---|
| Howard McGhee | Trompete | Album-Besetzung |
| Teddy Edwards | Tenorsaxofon | Album-Besetzung |
| Phineas Newborn Jr. | Klavier | Album-Besetzung |
| Ray Brown | Kontrabass | Album-Besetzung |
| Ed Thigpen | Schlagzeug | Album-Besetzung |








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