Der Songwriter tritt selbst vor
Manche Songs werden zuerst mit der Stimme eines anderen bekannt. „Faithless Love“ war bereits 1974 auf Linda Ronstadts Heart Like a Wheel erschienen, bevor John David Souther seine eigene Fassung auf Black Rose veröffentlichte. Sein zweites Soloalbum von 1976 stellt den Autor selbst ins Zentrum. Alle zehn Stücke stammen von ihm. Wer ihn vor allem als J. D. Souther und als Songwriter im Umfeld der Eagles kennt, begegnet hier einer eigenständigen Sammlung unter seinem Namen.
Peter Asher produzierte, David Campbell war für Arrangements verantwortlich. In den Aufnahmecredits stehen Val Garay und Greg Ladanyi. Diese Arbeitsteilung verbindet einen klar erkennbaren Autor mit einer Produktion, die Platz für unterschiedliche Besetzungen lässt. Es geht um Songs, aber ebenso um die Frage, welche musikalische Umgebung jeder einzelne von ihnen erhält.

Eine Gästeliste mit mehreren Richtungen
Don Henley, Glenn Frey, Joe Walsh und Linda Ronstadt gehören zum Kreis der Mitwirkenden. Daneben finden sich David Crosby, Art Garfunkel, Lowell George, Andrew Gold, Stanley Clarke und Donald Byrd. Die Namen führen über eine einzige Band oder Stilrichtung hinaus. Sie weisen auf ein Netzwerk hin, in dem sich Gesang, Gitarrenarbeit und andere instrumentale Erfahrungen begegnen.
Die Liste allein erzählt allerdings noch nicht, wie ein Song funktioniert. Interessanter wird sie, wenn du beim Hören auf die konkrete Aufgabe einer Begleitung achtest: Welche Linie stützt die Stimme, wo bekommt ein Instrument einen eigenen Moment? Southers Kompositionen bilden den gemeinsamen Bezugspunkt. Die Gäste sind Teil ihrer Gestaltung, ohne dass das Album zu einer bloßen Parade prominenter Namen werden muss.

Zehn Songs als eigene Sammlung
„Banging My Head Against the Moon“ eröffnet die Platte, „Black Rose“ beschließt sie. Dazwischen stehen unter anderem „Simple Man, Simple Dream“, „Silver Blue“ und „Midnight Prowl“. Schon die Titel lassen unterschiedliche Perspektiven zu. Entscheidend ist dabei, dass Souther nicht nur eine bekannte Fremdinterpretation zurückholt, sondern ein vollständiges Album aus eigenen Kompositionen vorlegt.
Gerade neben den Aufnahmen seiner Weggefährten wird diese Platte interessant. Die Verbindungen sind hörenswerte Ausgangspunkte, doch Black Rose gibt ihnen einen anderen Mittelpunkt: den Songwriter mit seiner eigenen Stimme. „Faithless Love“ lässt sich so in zwei Zusammenhängen entdecken — als Teil von Ronstadts Album und als Bestandteil von Southers eigener Folge, ohne daraus einen Wettbewerb der Interpretationen zu machen.
Diese Ausgabe
AAPR 009-45 erscheint bei Analogue Productions in der Acoustic Sounds 40 Series auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Matthew Lutthans bei The Mastering Lab ist als Mastering-Engineer benannt, das originale analoge Masterband als Quelle. Gepresst wird bei QRP; Stoughton liefert das Tip-On-Klappcover. Enthalten sind die zehn Originaltitel. Die vollständige Übertragungskette ist nicht dokumentiert. Das Originalmastering von 1976 und Michael Graves’ Bearbeitung der späteren Expanded Edition sind separate Credits.
Auch als SACD: Black Rose
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| David Crosby | Begleitgesang, Gesang |
| Glenn Frey | E-Gitarre, Begleitgesang |
| Don Henley | Begleitgesang, Gesang |
| Linda Ronstadt | Begleitgesang, Gesang |
| Joe Walsh | Slide-Gitarre, Gitarre |







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