John Coltrane – Ballads

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Sterling Sound
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Lieferbar

✓ Versand meist in 1–2 Werktagen

LabelImpulse (Acoustic Sounds Series)
KatalognummerAIMP 7801
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

I am aware and agree, that the Record will be put out of the original shrink wrap (this will be included to the delivery).

Schutz für diese Ausgabe

Gatefold · 1 LP

Das aufklappbare Cover lässt sich auf zwei Arten schützen:

Für die Platte: eine Innenhülle. Außenhüllen schützen das Cover; Innenhüllen schützen jeweils eine Schallplatte. Bereits passende Innenhüllen kannst du weiterverwenden.

Coltrane und die Kunst, eine Melodie stehen zu lassen

Ballads eröffnet einen besonders unmittelbaren Zugang zu John Coltrane. Acht Songs aus dem amerikanischen Liedrepertoire stehen im Mittelpunkt, gespielt von einem kleinen Ensemble, das jedem melodischen Verlauf Aufmerksamkeit schenkt. Wer Coltrane vor allem mit ausgedehnten Improvisationen und der Erweiterung musikalischer Formen verbindet, findet hier eine andere Art von Konzentration. Die Stücke sind überschaubar, die Melodien klar umrissen. Gerade diese Begrenzung macht hörbar, wie viel Ausdruck in einer einzelnen Phrase, ihrem Nachklang und ihrem Verhältnis zur Begleitung liegen kann.

Das Album entstand nicht an einem einzigen Nachmittag. Drei Sitzungen in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs gehören zu seiner Geschichte: der 21. Dezember 1961, der 18. September 1962 und der 13. November 1962. Bob Thiele produzierte, Van Gelder verantwortete die Aufnahme. Im Januar 1963 erschien Ballads auf Impulse!, mit A-32 beziehungsweise AS-32 als ursprünglichen Katalognummern für die Mono- und Stereoausgabe. Die Liner Notes stammen von Gene Lees. Hinter der geschlossenen Wirkung des Programms stehen damit Aufnahmen aus unterschiedlichen Phasen eines arbeitsreichen Jahres.

Der Reiz dieser Platte liegt auch darin, dass sie sich nicht als Gegenentwurf zu Coltranes anderer Musik verstehen muss. Ein Musiker kann weite Formen erkunden und zugleich Freude an der konzentrierten Auslegung eines Songs haben. Hier bekommen die Kompositionen genug Raum, ihre eigene Gestalt zu zeigen. Das Tenorsaxofon trägt sie mit einer persönlichen Stimme, ohne dass die Identität der Lieder verloren gehen muss. Für langjährige Sammler ist das eine wichtige Facette des Coltrane-Bildes; für neue Hörer kann es ein besonders einladender Beginn sein.

John Coltrane · Ballads, 1961–1962 · historisch inspirierte Illustration
John Coltrane · Ballads, 1961–1962

Das Quartett — mit einem wichtigen Wechsel am Bass

McCoy Tyner am Klavier und Elvin Jones am Schlagzeug begleiten Coltrane auf allen acht Titeln. Ihre Namen gehören zum Kern des berühmten Quartetts, doch Ballads fordert eine andere Aufmerksamkeit als eine Musik, die sich über lange Solostrecken entfaltet. Hier zählen die Abstände innerhalb einer Melodie, der Moment eines harmonischen Wechsels und die Art, wie die Begleitung eine Phrase aufnimmt. Tyners Klavier und Jones’ Schlagzeug bleiben dabei eigenständige Stimmen. Eine ruhigere Grundhaltung macht ihre Entscheidungen nicht weniger wichtig.

Bei den Bassisten lohnt es sich, genauer hinzusehen. Jimmy Garrison spielt auf sieben Stücken, Reggie Workman auf „It’s Easy to Remember“, dem siebten Titel beziehungsweise B3 dieser LP. Die Aufteilung folgt der ergänzenden Sitzungsdiskografie; pauschale Albumcredits, die nur Garrison nennen, bilden diesen Wechsel nicht vollständig ab. Workmans Mitwirkung gehört zur frühen Sitzung im Dezember 1961. So bewahrt die fertige Platte auch einen kleinen Ausschnitt aus der personellen Entwicklung des Ensembles.

Diese Information muss das Hören nicht in eine Suchübung verwandeln. Sie bietet vielmehr einen konkreten Anlass, auf die Funktion des Basses zu achten. Wie trägt eine Linie den harmonischen Verlauf? Wie viel Bewegung braucht ein langsames Stück, um lebendig zu bleiben? Und wie reagieren Klavier und Schlagzeug auf die Pausen des Saxofons? Gerade bei bekannten Standards entstehen Unterschiede häufig in Details, die zunächst unauffällig wirken. Das Quartett schafft den Rahmen, in dem Coltranes Phrasierung Bedeutung gewinnt.

Coltrane spielt hier Tenorsaxofon. Das Instrument bleibt über das ganze Programm hinweg die zentrale Stimme und gibt den unterschiedlichen Songs einen gemeinsamen Bezugspunkt. Die Wiedererkennbarkeit entsteht damit nicht aus einem Wechsel spektakulärer Klangfarben, sondern aus der Art, wie eine persönliche Stimme immer neue melodische Wege verfolgt. Die unterschiedlichen Bassisten verbinden zwei Momente der Ensemblegeschichte, während Saxofon, Klavier und Schlagzeug dem Programm Kontinuität geben. So besitzt das Album zugleich eine geschlossene musikalische Identität und eine konkrete Entstehungsgeschichte, die über die Kurzformel vom berühmten Quartett hinausgeht.

McCoy Tyner · Ballads, 1961–1962 · historisch inspirierte Illustration
McCoy Tyner · Ballads, 1961–1962

Acht Songs mit eigenen Geschichten

„Say It (Over and Over Again)“ eröffnet die erste Seite. Frank Loesser und Jimmy McHugh stehen hinter diesem Lied, das den Ton für ein Programm setzt, in dem Wiederholung und melodische Erinnerung wichtig werden. Danach folgt „You Don’t Know What Love Is“ von Don Raye und Gene DePaul. Der Titel gehört zu den besonders vertrauten Standards im Jazz, doch Vertrautheit kann hier ein Vorteil sein: Wer die Melodie kennt, kann sich umso stärker auf die Gewichtung einzelner Töne und den Verlauf der Phrasen konzentrieren.

Mit „Too Young to Go Steady“ von Harold Adamson und Jimmy McHugh führt die Seite einen weiteren Song ein, bevor „All or Nothing at All“ von Arthur Altman und Jack Lawrence ihren Abschluss bildet. Die vier Stücke bilden keine bloße Ansammlung austauschbarer langsamer Nummern. Jede Melodie hat ihre eigene Bewegung, ihre Wendepunkte und ihren sprachlichen Hintergrund. Auch ohne gesungenen Text bleibt die Herkunft aus dem Lied präsent. Das Saxofon übernimmt eine Rolle, in der musikalischer Atem und die Vorstellung einer Stimme eng beieinanderliegen.

Auf der zweiten Seite stehen zunächst „I Wish I Knew“ von Harry Warren und Mack Gordon sowie „What’s New“ von Bob Haggart und Johnny Burke. „It’s Easy to Remember“ von Richard Rodgers und Lorenz Hart bildet danach den kürzesten Abschnitt des Programms und zugleich den erwähnten Wechsel zu Reggie Workman am Bass. Zum Schluss folgt „Nancy (With the Laughing Face)“, geschrieben von Jimmy Van Heusen und Phil Silvers. Das Album endet damit in derselben Welt sorgfältig gebauter Songs, aus der es seinen Ausgang genommen hat.

Für wiederholtes Hören ist diese überschaubare Auswahl ein Geschenk. Man kann einem einzelnen Stück folgen, aber ebenso die ganze Seite als Folge verschiedener melodischer Charaktere erleben. Die knapp bemessenen Formen lenken den Blick auf Entscheidungen innerhalb eines Songs: den Beginn einer Phrase, eine Verzögerung, die Länge eines Tons oder die Antwort des Klaviers. Daraus entsteht eine besondere Form von Nähe. Die Platte verlangt keine große Erklärung, um zugänglich zu sein, und bietet dennoch genug Substanz, um auch nach vielen Begegnungen interessant zu bleiben.

Die Acoustic Sounds Series auf einer 33er-LP

Die angebotene Ausgabe AIMP 7801 gehört zur Acoustic Sounds Series von Verve und UMe. Ryan K. Smith bei Sterling Sound arbeitete für den Schnitt mit den originalen Bändern. Die Stereo-LP wird bei Quality Record Pressings gefertigt und ist mit 180 Gramm angegeben. Das Stoughton-Klappcover greift die historische Präsentation in hochwertiger Tip-on-Ausführung auf. Diese Angaben beziehen sich auf die vorliegende 33⅓-Ausgabe; andere Wiederveröffentlichungen desselben Albums besitzen ihre jeweils eigene Format- und Herstellungsgeschichte.

Acht Titel verteilen sich auf zwei Seiten, jeweils vier pro Seite. Das ist eine angenehm direkte Form, Ballads kennenzulernen oder wiederzuentdecken. Die 33er-LP bewahrt den Zusammenhang der ursprünglichen Albumhälften und lässt mehrere Songs nacheinander wirken, bevor ein Seitenwechsel ansteht. Gerade die kurzen, aufeinander abgestimmten Stücke profitieren als Programm davon, dass sie als zusammenhängende Folge wahrgenommen werden können. Die Entscheidung für dieses Format betrifft damit auch den persönlichen Umgang mit der Musik.

Für eine Coltrane-Sammlung bildet Ballads einen ruhigen, aber keineswegs nebensächlichen Mittelpunkt. Die Platte verbindet die Persönlichkeit eines großen Improvisators mit Liedern, deren melodische Qualität unabhängig von ihrer jeweiligen Interpretation Bestand hat. Dazu kommen Tyner, Jones und die beiden Bassisten als Partner einer sorgfältig geformten Ensemblearbeit. Die Acoustic Sounds Series macht diese konkrete Albumfassung auf einer einzelnen LP zugänglich — eine Einladung, sich Zeit für acht Songs und die vielen kleinen Entscheidungen innerhalb ihrer Formen zu nehmen.

Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir übernehmen den US-Import und versenden aus Hilden.

Auch als UHQR: Ballads

Mehr von John Coltrane: Crescent · ‚Live‘ At The Village Vanguard

Künstlerseite: Alle Titel von John Coltrane

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • John ColtranePorträt: 1950er-JahreTenorsaxofonMitwirkung: Alle Titel
  • McCoy TynerPorträt: 1965KlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Elvin JonesPorträt: 1964SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel
  • Jimmy GarrisonPorträt: BestandsporträtKontrabassMitwirkung: Titel 1–6 und 8
  • Reggie WorkmanPorträt: BestandsporträtKontrabassMitwirkung: Titel 7

Reggie Workman spielt auf B3 „It’s Easy to Remember“; Jimmy Garrison auf den übrigen sieben Titeln. Titelzuordnung nach der ergänzenden Diskografie.

So hört Michael diese Ausgabe

Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst

Michael beschreibt die Acoustic-Sounds-Ausgabe mit 33⅓ RPM als klar, lebendig und stimmig, mit schöner Dynamik und einer überzeugenden Klangbühne. Sie erfüllt seine hohen Erwartungen. Einen Vergleich mit der ORG-Ausgabe bei 45 RPM hat er ausdrücklich nicht gemacht; seine Begeisterung ist deshalb kein belegter Sieg über diese andere Ausgabe.

Michaels Videostelle ansehen · 2:59

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

Rezensionen

Es gibt noch keine Rezensionen.

Schreibe die erste Rezension für „John Coltrane – Ballads“

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • John ColtranePorträt: 1950er-JahreTenorsaxofonMitwirkung: Alle Titel
  • McCoy TynerPorträt: 1965KlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Elvin JonesPorträt: 1964SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel
  • Jimmy GarrisonPorträt: BestandsporträtKontrabassMitwirkung: Titel 1–6 und 8
  • Reggie WorkmanPorträt: BestandsporträtKontrabassMitwirkung: Titel 7

Reggie Workman spielt auf B3 „It’s Easy to Remember“; Jimmy Garrison auf den übrigen sieben Titeln. Titelzuordnung nach der ergänzenden Diskografie.


Seite A

  • A1 · Say It (Over and Over Again) (4:15)
  • A2 · You Don’t Know What Love Is (5:11)
  • A3 · Too Young to Go Steady (4:20)
  • A4 · All or Nothing at All (3:35)

Seite B

  • B1 · I Wish I Knew (4:54)
  • B2 · What’s New (3:43)
  • B3 · It’s Easy to Remember (2:45)
  • B4 · Nancy (With the Laughing Face) (3:09)