Respighi: Pines of Rome & Fountains of Rome als Hybrid-Mehrkanal-SACD aus der RCA-Living-Stereo-Reihe von Analogue Productions: Fritz Reiner und das Chicago Symphony Orchestra, von Ryan Smith bei Sterling Sound vom Originalmasterband neu gemastert. Alle acht Sätze laufen am Stück – zuerst die Pinien, dann die Brunnen.
Rom als wandelndes Orchesterbild
Ottorino Respighis Pinien von Rom und Brunnen von Rom nähern sich derselben Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Pinien stehen über Kinderspielen, Katakomben, einer nächtlichen Landschaft und einer antiken Straße; die Brunnen gehören zu bestimmten Tageszeiten. Musikalische Reiseführer sind das nicht: Respighi nimmt Orte als Ausgangspunkt für Bewegung, Erinnerung und Licht, vom einzelnen Ruf bis zur vollen Wucht eines großen Orchesters.
Reiner und das Chicago Symphony Orchestra nahmen beide Werke am 24. Oktober 1959 in der Orchestra Hall in Chicago auf; RCA veröffentlichte die Kopplung 1960, mit Richard Mohr als Produzent und Lewis Layton als Toningenieur. Alle acht Sätze stammen also von einem einzigen Tag, obwohl die Kompositionen Jahre auseinanderliegen – die Brunnen von Rom entstanden 1916, die Pinien von Rom 1924, und das Album stellt die späteren Pinien an den Anfang.

Vier Orte unter den Pinien
Die Villa Borghese eröffnet die Pinien von Rom in einer Welt, die weit entfernt ist von der folgenden Katakombe; dann führt Respighi zum Gianicolo und endet auf der Via Appia. Zwischen diesen Orten ändern sich nicht nur Lautstärke und Tempo, sondern der Eindruck von Entfernung: Was wirkt nah, und was scheint aus einem anderen Raum zu kommen?
Ein ganz besonderes Detail steht in der Partitur selbst: Im Gianicolo-Satz verlangt Respighi, aufgenommenen Nachtigallengesang über ein Grammofon einzuspielen – eine Aufnahme wird Teil der Orchesterkomposition. Orgel und räumlich verteilte Blechbläser erweitern das Orchester zusätzlich; sie gehören zur kompositorischen Anlage, nicht zu irgendeinem Studiotrick.

Die Brunnen und der Lauf des Tages
Die Brunnen von Rom verbinden Valle Giulia mit der Morgendämmerung, den Tritonbrunnen mit dem Morgen, Trevi mit dem Mittag und die Villa Medici mit dem Sonnenuntergang – vier Sätze, die Orte und Tageszeiten zu einem eigenen Ablauf machen. Wasser bewegt sich hier nie zweimal gleich, und ein großer Brunnen braucht nicht in jedem Augenblick das volle Orchester.
Reiner und sein Orchester verbinden all diese Einzelheiten mit der Richtung des jeweiligen Werks. Statt nur auf den gewaltigsten Höhepunkt zu warten, folg dem Weg dorthin – dann beginnt Respighis Rom bei jedem Besuch woanders: im ersten Satz, bei der Nachtigall oder an einem Übergang, der dir bisher entgangen ist.
Die Hybrid-Mehrkanal-SACD von Analogue Productions
CAPC 2436 SA ist eine Hybrid-Mehrkanal-SACD aus der RCA-Living-Stereo-Reihe von Analogue Productions. Laut Herausgeber hat Ryan Smith sie bei Sterling Sound vom Originalmasterband neu gemastert. Für das Dreikanal-Programm brauchst du einen mehrkanalfähigen SACD-Spieler und eine passende Anlage; die CD-Schicht spielst du auf jedem gewöhnlichen CD-Spieler ab. Die Disc enthält alle acht Sätze der beiden Tondichtungen.
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Mehr aus der Reihe: RCA Living Stereo Series
Auch in anderen Ausgaben: LP (33⅓ RPM) · Ultra Tape
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Künstlerseite: Alle Titel von Fritz Reiner
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Fritz ReinerDirigentMitwirkung: Beide Werke
- Chicago Symphony OrchestraOrchesterMitwirkung: Beide Werke
Reiner und das Orchester sind gesichert. Keine namentliche Zuordnung weiterer Solisten. Keine belegten Satzdauern.








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