Kingston, 1980
Als Uprising im Juni 1980 erschien, waren Bob Marley und die Wailers längst eine international reisende Band. Für die Aufnahmen gingen sie nach Kingston, ins Tuff-Gong-Studio. Das Album verbindet diese beiden Welten: die präzise Arbeit einer eingespielten Gruppe und Songs, deren politische und spirituelle Sprache aus Jamaika kommt. Zehn Stücke reichen von alltäglicher Bewährung über gesellschaftliche Konflikte bis zur Frage, was Freiheit für den Einzelnen bedeutet.
Es wurde Marleys letztes zu seinen Lebzeiten veröffentlichtes Studioalbum. Dieses Wissen begleitet das heutige Hören, erklärt aber nicht jede Zeile und jede musikalische Entscheidung. Uprising ist ebenso ein Album voller Bewegung: „Coming in from the Cold“ öffnet die Tür, „Work“ besteht auf Tätigkeit, „Could You Be Loved“ sucht die Tanzfläche. Seine Energie gehört genauso zur Geschichte wie der berühmte, ganz anders besetzte Schluss.

Eine Band, die Platz lässt
Aston „Family Man“ Barrett am Bass und Carlton Barrett am Schlagzeug gehören zum rhythmischen Zentrum der Wailers. Dazu kommen Gitarren, die den Takt markieren, und Tasteninstrumente, die zwischen den Gesangsphrasen antworten. Die I Threes — Rita Marley, Marcia Griffiths und Judy Mowatt — erweitern die einzelne Stimme zum vokalen Gegenüber. Ihre Einsätze sind ein guter Orientierungspunkt, wenn du verfolgen möchtest, wie ein Arrangement Spannung aufbaut, ohne ständig dichter zu werden.
In „Could You Be Loved“ wird dieses Zusammenspiel besonders zugänglich. Die Bewegung kommt aus dem Ineinandergreifen kurzer Figuren, nicht aus einer einzigen dominierenden Melodie. Anderswo ändern sich die Gewichte: „We and Dem“ stellt gesellschaftliche Gegensätze in den Mittelpunkt, „Zion Train“ und „Forever Loving Jah“ verankern das Album in Marleys Rastafari-Glauben. Die Songs teilen eine musikalische Sprache, haben aber unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Abfolge.

Die letzte Stimme im Raum
„Pimper’s Paradise“ steht kurz vor „Could You Be Loved“. Die Nachbarschaft führt von der Geschichte eines gefährdeten Lebens zu einem der bekanntesten Wailers-Grooves. Solche Übergänge halten Uprising zusammen: Das Album wechselt zwischen individueller Erfahrung, öffentlicher Ansprache und religiöser Zuversicht. Es lohnt sich deshalb, auch die weniger oft einzeln gespielten Stücke in ihrer Reihenfolge zu hören.
Am Ende bleibt bei „Redemption Song“ Marleys Stimme mit akustischer Gitarre. Die Albumfassung ist eine Soloaufnahme; ihre Reduktion verändert nach neun Bandstücken den Maßstab. Ein zentraler Gedanke des Textes greift Marcus Garveys Forderung nach geistiger Selbstbefreiung auf. Die historische Verbindung führt über Marleys persönliche Geschichte hinaus. Aus dem Schluss wird so eine offene Aufforderung, die auch ohne das Wissen um sein späteres Schicksal verständlich bleibt.
Diese SACD-Ausgabe
Die Hybrid-Stereo-SACD von Analogue Productions trägt die Katalognummer CAPP 182 SA. Der Hersteller nennt eine direkte DSD-Übertragung der Original-Masterbänder. Du erhältst das zehnteilige Albumprogramm auf einer Disc mit zwei Abspielebenen: Die CD-Schicht läuft auf gewöhnlichen CD-Spielern, für die SACD-Schicht brauchst du ein SACD-fähiges Gerät. Beide Ebenen bieten Stereo.
Im Magazin: Bob Marley: Burnin’ und Natty Dread als UHQR
Auch in einer anderen Ausgabe: Uprising
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Künstlerseite: Alle Titel von Bob Marley & The Wailers
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Bob Marley | Akustikgitarre, Leadgesang, Gitarre |
| Aston "Family Man" Barrett | Perkussion, Gitarre, Klavier, Bass |
| Carlton Barrett | Perkussion, Schlagzeug |
| Carlton "Santa" Davis | Schlagzeug |
| Tyrone Downie | Begleitgesang, Tasteninstrumente |
| Junior Marvin | Begleitgesang, Gitarre |
| Al Anderson | Gitarre |
🎧 Review video: Inside Abbey Road: Re-Mastering Bob Marley with Chad Kassem & Michael Ludwigs
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