Eine Stimme, ein Klavier
Tony Bennett und Bill Evans trafen sich im Juni 1975 in den Fantasy Studios in Berkeley. Vom 10. bis zum 13. Juni entstand dort ihr erstes gemeinsames Album. Bennett singt, Evans spielt Klavier; weitere Musiker sind nicht beteiligt. Für beide bedeutet diese Besetzung, dass jede Veränderung des Tempos und jede Pause unmittelbar den anderen erreicht.
Helen Keane produzierte die Aufnahmen, Don Cody betreute die Technik. Die Idee zur Zusammenarbeit wird mit Sängerin Annie Ross verbunden; Keane und Bennetts Manager Jack Rollins kannten sich ebenfalls. Aus diesen Verbindungen wurde ein konkretes Studioprojekt, das im Juli 1975 bei Fantasy erschien. Zwei etablierte Musiker begegnen sich hier in einem besonders überschaubaren Format.

Neun Songs als gemeinsamer Ausgangspunkt
„Young and Foolish“ eröffnet das Album. Es folgen unter anderem „The Touch of Your Lips“, „Some Other Time“ und „My Foolish Heart“. Mehrere dieser Stücke gehörten bereits zu Evans’ Repertoire. Die neue Konstellation bringt eine gesungene Textzeile in Musik, die sich auch rein instrumental erzählen lässt. Das verändert die Aufgaben des Pianisten: Er kann begleiten, antworten und einen eigenen Verlauf entwickeln.
Mit „Waltz for Debby“ steht auch eine Evans-Komposition im Programm, hier mit dem Text von Gene Lees. „But Beautiful“ und „The Days of Wine and Roses“ schließen die neun Titel ab. Die Auswahl gibt beiden Musikern gemeinsame Vorlagen, ohne jeden Schritt vorzugeben. Ein bekannter Song kann in einer solchen Besetzung zum Gespräch über Phrasierung, Zeit und das Gewicht einer einzelnen Zeile werden.

Zuhören gehört zur Besetzung
Achte beim Hören darauf, was unmittelbar nach einer Gesangsphrase geschieht. Führt Evans weiter, hält er einen Akkord oder lässt er die Pause stehen? Ebenso interessant ist Bennetts nächster Einsatz: Beginnt er gegen eine laufende Klavierfigur oder in einem freigelassenen Moment? Mit nur zwei Beteiligten lassen sich solche Übergänge besonders gut verfolgen.
Das Klavier ist dabei nicht auf die Funktion einer Begleitband in kleiner Form festgelegt. Es kann eigene melodische Gedanken einbringen, während die Stimme einen Text und dessen rhythmische Möglichkeiten mitbringt. Die Zusammenarbeit setzte sich später auf „Together Again“ fort. Dieses Album dokumentiert die erste Begegnung im Studio von 1975 und bleibt mit seinen neun Stücken ein eigenständiges Programm.
Diese Ausgabe
Analogue Productions veröffentlicht AAPJ 207-45 in der Fantasy 45 Series: zwei Stereo-LPs mit 45 RPM und 180 Gramm, gepresst bei QRP, im matten Stoughton-Tip-On-Klappcover. Das Mastering ist Kevin Gray und Steve Hoffman bei AcousTech zugeordnet. Eine konkrete Bandquelle nennt der Herausgeber für diese Ausgabe nicht. Helen Keanes Produktionscredit gehört zur Originalaufnahme; das Mastering anderer Neuauflagen beschreibt nicht diese Doppel-LP.
Michael 45 lagert die Platten in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass Kunden keinen eigenen Import aus den Vereinigten Staaten organisieren und nicht auf die Zollabfertigung warten müssen.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Tony Bennett | Gesang |
| Bill Evans | Klavier |







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