Ein Gespräch unter alten Bekannten
Cannonball Adderley und Bill Evans hatten bereits bei Miles Davis zusammengearbeitet, als sie 1961 für Know What I Mean? ins Studio gingen. Zwei Jahre nach Kind of Blue begegnen sie sich hier in einem kleineren Rahmen. Adderleys Altsaxofon steht im Mittelpunkt, Evans gestaltet am Klavier und als Arrangeur mit. Dazu kommen Percy Heath am Bass und Connie Kay am Schlagzeug, beide aus dem Modern Jazz Quartet. Vier ausgeprägte Persönlichkeiten treffen auf ein Repertoire, das ihnen Raum für feine Abstimmungen gibt.
Die Aufnahmen entstanden an drei Tagen zwischen Januar und März 1961 in den Bell Sound Studios in New York. Orrin Keepnews produzierte, Bill Stoddard betreute die Aufnahmetechnik. Es ist ein Album unter Adderleys Leitung, dessen Auswahl zugleich deutliche Spuren von Evans trägt. Schon der Titel klingt nach persönlicher Nähe: „Know what I mean?“ gehörte zu Adderleys vertrauten Redewendungen. Als Name für Evans’ Titelstück und die ganze Platte passt die Frage zu einer Musik, die vom gegenseitigen Verstehen lebt.

„Waltz for Debby“ bekommt eine weitere Stimme
Evans’ „Waltz for Debby“ eröffnet das Album. Wer die berühmte Trioaufnahme kennt, kann hier verfolgen, wie sich die Melodie mit einem Blasinstrument verändert. Das Saxofon hält und formt Töne anders als das Klavier; Evans kann darunter andere Beziehungen zwischen Melodie und Akkorden herstellen. Die Quartettfassung entstand im selben Jahr wie die bekannten Village-Vanguard-Aufnahmen. Sie ist ein eigener Blick auf die Komposition, bei dem die zusätzliche Stimme auch die Aufgaben der Begleiter verändert.
Eine zweite Verbindung führt zu „Elsa“ von Earl Zindars. Evans nahm das Stück 1961 ebenfalls für Explorations auf. Hier steht es neben Gordon Jenkins’ „Goodbye“, den Gershwins’ „Who Cares?“ und Clifford Jordans „Toy“. John Lewis’ kurzes „Venice“ bringt einen weiteren kompositorischen Blick hinein. Die acht Titel ergeben keine bloße Folge gleichartiger Balladen. Sie wechseln zwischen verschiedenen Bewegungen und Stimmungen, während dieselbe Besetzung dafür sorgt, dass der Zusammenhang erhalten bleibt.

Vier Stimmen, die Platz lassen
Heath und Kay sind mehr als eine diskrete Unterstützung für die beiden bekannten Namen auf dem Cover. Hör darauf, wie der Bass die Richtung hält und wie das Schlagzeug einen Einsatz vorbereitet oder eine Phrase abschließt. Ihre Erfahrung im Modern Jazz Quartet macht die personelle Verbindung deutlich; auf dieser Platte reagieren sie auf ein anderes musikalisches Gegenüber. Gerade in den ruhigeren Momenten kannst du hören, wie wenig es manchmal braucht, um das Gespräch in Bewegung zu halten.
Adderleys melodischer Zugriff und Evans’ harmonische Aufmerksamkeit geben dir zwei unterschiedliche Wege durch die Stücke. Du kannst zunächst dem Saxofon folgen und beim nächsten Durchgang auf die Akkorde darunter achten. „Nancy (With the Laughing Face)“ lädt zu dieser Art des Hörens ebenso ein wie das abschließende Titelstück. Die Vertrautheit der Musiker wird dadurch konkret: Sie bedeutet nicht, dass alle dasselbe sagen, sondern dass eine musikalische Idee von den anderen aufgenommen und weitergeführt werden kann.
Diese Ausgabe
Analogue Productions bietet Know What I Mean? in der Fantasy Series als Stereo-Doppel-LP mit 45 U/min auf 180-Gramm-Vinyl an. Kevin Gray und Steve Hoffman verantworten das Mastering bei AcousTech Mastering. Der Herausgeber beschreibt die Kette als AAA von den originalen Masterbändern und nennt RTI als Presswerk. Die Katalognummer lautet AJAZ 9433. Enthalten sind die acht Stücke des ursprünglichen Albums; die Ausgabe ist außerdem Teil der Bill-Evans-Riverside-Veröffentlichungen von Analogue Productions.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Cannonball Adderley | Altsaxofon |
| Bill Evans | Klavier |
| Percy Heath | Bass |
| Connie Kay | Schlagzeug |
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