Ein vertrauter Titel und eine besondere Besetzung
Someday My Prince Will Come zeigt Miles Davis 1961 mit einer kleinen Gruppe zwischen vertrauten Standards und eigenen Kompositionen. Die sechs Stücke verbinden Trompete, Tenorsaxofon und die Rhythmusgruppe aus Wynton Kelly, Paul Chambers und Jimmy Cobb. Hank Mobley gehört zur Besetzung, John Coltrane kommt auf zwei Titeln hinzu beziehungsweise übernimmt dort die Tenorstimme. Wer Someday My Prince Will Come auf Vinyl kaufen möchte, findet hier die Analogue-Productions-Ausgabe als einzelne 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM, nicht die ebenfalls existierende Doppel-LP mit 45 RPM.
Die Aufnahmen entstanden im März 1961 im Columbia 30th Street Studio in New York. Das Album erschien noch im selben Jahr bei Columbia. Teo Macero produzierte; Fred Plaut und Frank Laico werden für die Aufnahmetechnik genannt. Diese Studiokonstellation gehört zu einem Album, das im überschaubaren Rahmen einer kleinen Gruppe sehr unterschiedliche Beziehungen zwischen Melodie, Begleitung und Solo untersucht. Drei Standards stehen drei Kompositionen von Davis gegenüber. Die Auswahl gibt dem Programm eine klare Balance, ohne die einzelnen Stücke auf dieselbe Aufgabe festzulegen.
Der Name Miles Davis Sextet, der mit dem Album verbunden ist, sollte nicht als starre Besetzungsangabe für jede Minute verstanden werden. Auf dem Titelsong sind Mobley und Coltrane beide beteiligt. Teo enthält Coltrane anstelle Mobleys. Diese Zuordnung ist durch die offizielle Miles-Davis-Seite bestätigt und korrigiert einen abweichenden Eintrag in einer Pressungsdatenbank. Für die übrigen Stücke bleibt die kleinere Konstellation mit Mobley der Bezugspunkt. Die genaue Unterscheidung ist musikalisch interessanter als die Vorstellung eines durchgehend identischen Sextetts.
Das Album lädt damit auch zu einem Vergleich innerhalb des Zusammenhangs ein. Man hört nicht zwei Saxofonisten auf beliebig zusammengestellten historischen Aufnahmen, sondern begegnet ihnen innerhalb derselben Albumwelt. Kelly, Chambers und Cobb geben dieser Welt ihre rhythmische und harmonische Basis. Ihre Namen sind keine Fußnote zu den berühmten Bläsern: Ohne diese kontinuierliche Arbeit wäre die Verbindung zwischen den wechselnden Vordergrundstimmen eine andere.

Kelly, Chambers und Cobb als gemeinsame Grundlage
Wynton Kelly spielt Klavier, Paul Chambers Kontrabass und Jimmy Cobb Schlagzeug. Die drei sind auf den sechs Titeln dieser LP genannt. Eine solche konstante Rhythmusgruppe kann einem abwechslungsreichen Programm Zusammenhalt geben, ohne jeden Song gleich zu behandeln. Ein Standard stellt andere Fragen als eine neue Komposition; ein längeres Solostück braucht eine andere zeitliche Entwicklung als eine konzentrierte Ballade. Die Aufgaben der Begleitung verändern sich mit dem jeweiligen Verlauf, auch wenn die Namen auf dem Papier dieselben bleiben.
Für das Hören lohnt es sich deshalb, den Fokus gelegentlich von der Trompete wegzunehmen. Wie hält der Bass eine Bewegung zusammen? Wo setzt das Klavier eine Antwort, wo lässt es Platz? Wie beeinflusst das Schlagzeug das Verhältnis zwischen Ruhe und Vorwärtsdrang? Solche Fragen führen zu den Mitspielern, ohne aus dem Album eine technische Demonstration zu machen. Gerade in einer kleinen Gruppe lassen sich musikalische Entscheidungen oft als Beziehungen wahrnehmen: Ein Einsatz erhält seinen Sinn durch das, was unmittelbar davor oder daneben geschieht.
Hank Mobley und John Coltrane übernehmen unterschiedliche Plätze in dieser Konstellation. Der Titelsong ist der gemeinsame Bezugspunkt; Teo gehört zu Coltranes beiden dokumentierten Beiträgen. Es ist nicht nötig, daraus einen Wettbewerb zu machen. Die Stücke eröffnen verschiedene Möglichkeiten für eine Tenorstimme, und die jeweiligen Musiker bringen ihre eigene Art der Phrasierung ein. Ein Sammler kann diese Begegnung als historischen Moment betrachten, aber die Musik funktioniert ebenso für jemanden, der die Personalgeschichte von Davis’ Bands nicht auswendig kennt.
Eine weitere Abgrenzung betrifft spätere CD-Ausgaben. Blues No. 2, auf dem Philly Joe Jones beteiligt ist, gehört nicht zu den sechs Titeln der hier angebotenen LP. Deshalb steht er auch nicht in deren Musikerblock. Die Zusatzaufnahme ist für die umfassendere Sessiongeschichte interessant, darf aber nicht als Bestandteil jeder Veröffentlichung erscheinen. Gleiches gilt für alternative Fassungen: Entscheidend ist das Programm dieser Schallplatte, das unten vollständig mit seinen beiden Seiten aufgeführt wird.

Vom Titelsong bis I Thought About You
Someday My Prince Will Come eröffnet die erste Seite. Die Komposition von Frank Churchill und Larry Morey steht am Anfang eines Programms, das bekannte Liedmelodien als Ausgangspunkte für Jazz verwendet. Der Titelsong erhält mit gut neun Minuten viel Raum; seine Stellung am Anfang macht ihn zugleich zu einer Einführung in die Beteiligten. Beide Tenorsaxofonisten sind hier dokumentiert. Man kann der Melodie folgen und anschließend darauf achten, wie sich die musikalische Verantwortung zwischen den Solisten und der Rhythmusgruppe verschiebt.
Old Folks führt danach zu einem anderen Lied, geschrieben von Willard Robison und Dedette Lee Hill. Pfrancing schließt die erste Seite als Komposition von Davis. Diese Abfolge stellt einen vertrauten Song, einen weiteren Standard und eine eigene Nummer nebeneinander, ohne dass der Seitenwechsel mitten in einem Stück nötig wäre. Für das wiederholte Hören entsteht daraus ein überschaubarer Bogen. Man kann die erste Seite als eigenes Programm auflegen und trotzdem die Spannung behalten, wie sich das Album nach dem Umdrehen fortsetzt.
Die zweite Seite beginnt mit Drad-Dog und führt über Teo zu I Thought About You. Die ersten beiden stammen von Davis; der Schluss gehört Jimmy Van Heusen und Johnny Mercer. Teo ist nach dem Produzenten Teo Macero benannt. Mit seiner Länge von mehr als neun Minuten bildet es einen zweiten ausgedehnten Schwerpunkt. Die titelgenaue Besetzung gibt hier Orientierung, denn Coltranes Beitrag gehört ausdrücklich zu diesem Stück. Ein Datenbankfehler würde gerade an dieser Stelle die musikalische Geschichte der Platte unnötig verwischen.
I Thought About You beschließt das Album mit einer Liedvorlage, die den Bezug zum Standardrepertoire wieder aufnimmt. Die sechs Titel halten so ein Gleichgewicht zwischen fremden Kompositionen und Davis’ eigenen Stücken. Das macht den Zugang offen: Man kann über eine bekannte Melodie kommen oder über das Interesse an der Band. Die beiden Wege treffen sich in derselben Musik. Der Wert des Albums liegt nicht darin, jede Seite von Davis’ Laufbahn gleichzeitig abzubilden, sondern in dieser konkreten Auswahl und ihrer klaren Besetzung.
Die einzelne Analogue-Productions-LP mit 33⅓ RPM
Diese Ausgabe trägt die Katalognummer AAPJ 8456. Sie enthält das ursprüngliche Sechs-Titel-Programm auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute. Ryan K. Smith bei Sterling Sound wird für den Schnitt vom originalen Analogband genannt. Die dokumentierte Pressung stammt von RTI, nicht von QRP. Das ist bei einer Analogue-Productions-Ausgabe ein Detail, das man konkret prüfen sollte, statt ein Presswerk allein aus dem Labelnamen abzuleiten. Zum Paket gehört ein Klappcover im Tip-on-Stil.
Die einzelne LP teilt das Album in zwei Seiten mit jeweils drei Titeln. Gegenüber einer auf vier Seiten verteilten Fassung verändert das zunächst den Hörablauf: Es gibt nur einen Seitenwechsel, und die beiden Dreiergruppen bleiben jeweils zusammen. Daraus muss keine Rangfolge unterschiedlicher Formate abgeleitet werden. Für jemanden, der dieses Programm gern in zwei längeren Abschnitten hört, ist die 33⅓-RPM-Ausgabe eine klar beschreibbare Wahl. Die genaue Katalognummer hilft, sie von der 45er-Version und von SACD-Ausgaben zu unterscheiden.
Auch die Musiker- und Trackangaben sind auf diese LP zugeschnitten. Keine CD-Bonustitel werden hinzugerechnet, keine späteren Fassungen als zusätzliche Albumstücke ausgegeben. Das ist besonders nützlich bei einem häufig veröffentlichten Titel, dessen Name allein noch nicht verrät, welches Programm und welche Ausgabe angeboten werden. Die Kombination aus Format, Masteringcredit, Presswerk und vollständiger Tracklist schafft eine verlässliche Grundlage für die Kaufentscheidung, ohne die musikalische Geschichte hinter technischen Angaben verschwinden zu lassen.
Someday My Prince Will Come passt in eine Sammlung, die Davis’ kleine Gruppen verfolgt, ebenso wie in eine Auswahl zugänglicher Jazzalben mit bekannten Liedvorlagen. Die Besetzung bietet viel zu entdecken, das Programm bleibt übersichtlich. Sechs Stücke genügen hier für mehrere Perspektiven auf dieselbe Gruppe von Musikern – und für eine Begegnung, deren Besonderheit sich auch ohne große Vorrede hören lässt.
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Künstlerseite: Alle Titel von Miles Davis
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Miles DavisVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
- Wynton KellyKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
- Paul ChambersPorträtvorlage: 1958KontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
- Jimmy CobbVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
- Hank MobleyVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungTenorsaxofonMitwirkung: A1, A2, A3, B1, B3
- John ColtraneVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungTenorsaxofonMitwirkung: A1, B2
Coltrane auf Titelsong und Teo nach offizieller Miles-Davis-Seite; abweichender Discogs-B3-Credit redaktionell korrigiert. Philly Joe Jones spielt nur auf dem hier nicht enthaltenen Blues No. 2. Teo Macero: Produktion; Fred Plaut/Frank Laico: Aufnahme. Ryan K. Smith / Sterling Sound: Schnitt vom originalen Analogband; RTI: Pressung. Keine Übernahme der CD-Bonustitel.













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