Zwölf Singles werden ein Album
The Best of Muddy Waters dokumentiert keine einzelne Albumsitzung. Die zwölf Stücke entstanden zwischen 1948 und 1954 in Chicago und wurden für Muddy Waters’ erste LP zusammengeführt. Aufnahmen aus mehreren Jahren stehen damit auf zwei Plattenseiten nebeneinander: ein früher Blick auf ein Repertoire, das weit über die Stadt hinauswirken sollte.
Muddy Waters war 1943 nach Chicago gezogen. In den Aufnahmen dieser Sammlung lässt sich die Verbindung zwischen seiner Herkunft aus Mississippi und dem elektrischen Blues der Großstadt verfolgen. Der Name Chess gehört zur Geschichte, ebenso die vorausgehende Aristocrat-Phase. Das berühmte Haus an der South Michigan Avenue ist dafür allerdings nicht der Aufnahmeort: Chess bezog diese Adresse erst 1957, nach den hier versammelten Sessions.

Vom einzelnen Gitarristen zur Band
„Rollin’ Stone“ bietet einen besonders klaren Ausgangspunkt. Muddy Waters singt und spielt hier allein E-Gitarre. Stimme und Instrument müssen den gesamten Verlauf tragen; eine Band füllt die Zwischenräume nicht aus. Der Titel wurde später zum Bezugspunkt für den Namen der Rolling Stones. Auf dieser Platte steht zunächst die ursprüngliche Aufnahme selbst im Mittelpunkt.
Daneben gehört „Hoochie Coochie Man“ zum Programm, von Willie Dixon geschrieben und 1954 aufgenommen. Hier sind unter anderem Jimmy Rogers, Little Walter, Otis Spann und Dixon beteiligt. Hör dir beide Stücke hintereinander an und achte darauf, wie sich das Verhältnis zwischen Gesang und Begleitung verändert. Ein Bluesstück kann mit einem einzigen Instrument auskommen oder seine Spannung aus gemeinsam gesetzten Einsätzen gewinnen. Die Sammlung gibt dir Beispiele für beides, ohne daraus nachträglich ein einheitliches Studioalbum zu machen.

Little Walter und die Stimmen hinter der Stimme
Über die verschiedenen Sitzungen hinweg begegnen dir Musiker, die selbst wichtige Namen des Chicago-Blues wurden. Little Walter ist an der Mundharmonika und auch an der Gitarre beteiligt, Jimmy Rogers an der Gitarre und Otis Spann am Klavier. Neben Willie Dixon gehört Ernest „Big“ Crawford zu den Bassisten der Sammlung. Die Besetzung wechselt; nicht jeder spielt auf jedem Stück.
„I Just Want to Make Love to You“ eröffnet diese Neuausgabe, „I Can’t Be Satisfied“ beschließt sie. Dazwischen liegen unter anderem „Long Distance Call“, „Honey Bee“ und „Still a Fool“. Beim Hören lohnt es sich, die Antworten auf die Gesangszeilen zu verfolgen. Wer setzt eine kleine Gegenfigur, wer hält nur den Puls, und wo bleibt eine Pause tatsächlich offen? So werden aus zwölf bekannten Titeln zwölf unterschiedliche musikalische Situationen. Der Sammlungscharakter ist dabei ein wesentlicher Teil der Geschichte dieser Platte.
Die Chess-Neuausgabe in Mono
ACHE 89589 erscheint als 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM in Mono innerhalb der Chess Acoustic Sounds Series. Matthew Lutthans übernahm das Mastering bei The Mastering Lab; Acoustic Sounds beschreibt es als vollanalog, die Labelangaben nennen die originalen analogen Bänder. Gepresst wird bei Quality Record Pressings, die Verpackung ist eine Tip-On-Klapphülle. Enthalten sind die zwölf Stücke der Sammlung; ihre Reihenfolge folgt dieser Neuausgabe und weicht von historischen LP-Titellisten ab.
Michael 45 lagert die Platte in Deutschland und versendet sie aus Hilden, wodurch ein eigener Import aus den Vereinigten Staaten samt der damit verbundenen Wartezeit beim Zoll entfällt.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Muddy Waters | Gesang, Gitarre |
| Ernest "Big" Crawford | Bass |
| Willie Dixon | Bass |
| Little Walter | Mundharmonika, Gitarre |
| Jimmy Rogers | Gitarre |
| Otis Spann | Klavier |
| Fred Below | Schlagzeug |
| Elgin Evans | Schlagzeug |
| Leonard Chess | Bass |
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