Zwei Stimmen tragen die Geschichte
Gram Parsons und Emmylou Harris stehen im musikalischen Zentrum von Grievous Angel. Harris singt auf allen Titeln außer „Brass Buttons“ mit. Ihre Beteiligung ist deshalb weit mehr als ein einzelner Gastauftritt: Die Beziehung der Stimmen gehört zum Aufbau fast des gesamten Albums. Es lohnt sich, nicht nur dem jeweiligen Hauptgesang zu folgen, sondern auch den Stellen, an denen die zweite Stimme eine Phrase verändert oder weiterführt.
Aufgenommen wurde im Sommer 1973 in Hollywood, bei Wally Heider und in den Capitol Studios. Parsons produzierte selbst. Als das Album im Januar 1974 erschien, war er bereits gestorben. Es wurde sein zweites und letztes Soloalbum. Dieser Hintergrund gehört zu seiner Geschichte; die Aufnahmen zeigen zugleich eine konkrete musikalische Arbeit mit einer sorgfältig zusammengestellten Band.

Eine Begleitung mit eigener Erfahrung
James Burton an der Leadgitarre, Glen D. Hardin an den Tasten und Ron Tutt am Schlagzeug hatten bei Elvis Presley gespielt. Hinzu kommen Emory Gordy Jr. am Bass, Herb Pedersen an der Rhythmusgitarre und Al Perkins an der Pedal Steel. Das sind Musiker, die Gesang begleiten und dabei deutliche eigene Linien entwickeln können.
„Return of the Grievous Angel“, „Hearts on Fire“ und „I Can’t Dance“ eröffnen das Programm. Eigene Kompositionen stehen neben Material anderer Autoren, darunter Tom T. Hall und Boudleaux Bryant. Mit „Love Hurts“ findet sich ein Song, dessen Bedeutung auf diesem Album besonders eng an das Zusammenspiel von Parsons und Harris gebunden ist. Die Auswahl führt unterschiedliche Herkunft zusammen, ohne eine einheitliche Autorenschaft vorzutäuschen.

Ein Konzert, das keines war
Das „Medley Live from Northern Quebec“ trägt eine kleine Inszenierung schon im Namen. Es entstand im Studio; Applaus und Konzertatmosphäre wurden hinzugefügt. Verbunden werden „Cash on the Barrelhead“ und „Hickory Wind“. Wer hier eine dokumentierte kanadische Konzertaufnahme erwartet, hört also etwas anderes: eine bewusst gestaltete Studioszene.
Im weiteren Verlauf folgen „Ooh Las Vegas“ und zum Abschluss „In My Hour of Darkness“, das Parsons gemeinsam mit Harris schrieb. Die Platte verbindet damit fremdes Repertoire, eigene Songs und gemeinsame Autorenschaft. Gerade wenn man sie nicht ausschließlich als posthumes Vermächtnis betrachtet, werden diese Entscheidungen sichtbar: welche Stimmen zusammenkommen, welches Material gewählt wird und wie eine Besetzung daraus ein Album formt.
Diese Ausgabe
Analogue Productions veröffentlicht AAPR 008-45 in der Acoustic Sounds 40 Series auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Matthew Lutthans bei The Mastering Lab ist für das Mastering benannt, das originale analoge Masterband als Quelle. Die QRP-Pressung steckt im Stoughton-Tip-On-Klappcover. Das Originalprogramm wird auf vier Seiten verteilt. Eine vollständige Beschreibung der Übertragungskette liegt nicht vor. Die verkürzte Händlerbezeichnung „Las Vegas“ meint den Originaltitel „Ooh Las Vegas“.
Auch als SACD: Grievous Angel
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Gram Parsons | Akustikgitarre, Leadgesang |
| Emmylou Harris | Gesang |
| James Burton | Gitarre |
| Linda Ronstadt | Begleitgesang |







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