Drei Musiker, ein eigener Tonfall
Gitarre, Orgel, Schlagzeug: Der Untertitel beschreibt die Besetzung, aber noch nicht ihren besonderen Reiz. Ein Orgeltrio verteilt den musikalischen Raum anders als eine Gruppe mit Klavier und Kontrabass. Gehaltene Töne und kurze Gitarrenphrasen können ineinandergreifen, das Schlagzeug kann verbinden oder eine Kante setzen. Für Wes Montgomery ist diese Umgebung kein kleiner Ersatz für eine größere Band. Sie gibt seiner Art zu erzählen eine eigene Bewegungsfreiheit.
Diese Aufnahme aus dem Jahr 1959 führt in seine frühe Riverside-Zeit. Mel Rhyne spielt Orgel, Paul Parker Schlagzeug. Das sind keine Begleiter, die lediglich einen Hintergrund liefern sollen: Schon die kleine Besetzung macht jede Reaktion wichtig. Wer auf das Verhältnis der drei Stimmen achtet, hört eine andere Geschichte als jemand, der nur auf das nächste Gitarrensolo wartet.

Ein Studiodebüt mit einer bereits eingespielten Sprache
Wes Montgomery war bei seinem Riverside-Einstieg 1959 kein Anfänger, den man gerade erst an eine Band heranführte. Nach seiner Zeit bei Lionel Hampton war er nach Indianapolis zurückgekehrt, arbeitete tagsüber als Schweißer und spielte nachts in Clubs. Der spätere Ruhm kann leicht verdecken, wie lange sich diese Sprache außerhalb des großen Plattenmarkts entwickelt hatte.
Orrin Keepnews hörte ihn mit genau jenem Trio, das anschließend aufnahm: Melvin Rhyne an der Orgel und Paul Parker am Schlagzeug. Nach der Darstellung des Labels lagen nur etwa zwei Wochen zwischen dieser Begegnung und der Aufnahme. Es wurde also nicht erst für das Studio eine Begleitgruppe zusammengestellt. Die Platte hält eine bestehende musikalische Beziehung fest. Das ist ein anderer Ausgangspunkt als ein Debüt, bei dem Produzent und Solist ihre Partner erst zusammenbringen müssen.
Auch der Untertitel „Guitar/Organ/Drums“ verdient Aufmerksamkeit: Ein separater Bassist gehört nicht zur Besetzung. Das Gewicht zwischen Gitarrenlinie, Orgel und Schlagzeug verteilt sich deshalb anders als im üblichen Klaviertrio oder einer Gitarrenaufnahme mit Kontrabass. Montgomerys Einzeltöne, Oktaven und Akkordspiel treffen auf ein Ensemble, dessen Stimmen verschiedene Aufgaben gleichzeitig übernehmen können. Darin steckt mehr Eigenart, als die schlichte Bezeichnung „Trio“ zunächst vermuten lässt.

Die Kunst, Platz zu lassen
Man kann diese Platte als frühes Kapitel einer großen Gitarrenlaufbahn hören. Noch ergiebiger ist es, sie zunächst ohne dieses spätere Wissen aufzulegen. Dann müssen nicht sämtliche Takte Vorboten eines künftigen Klassikers sein. Es genügt, drei Musikern zuzuhören, die Klang, Zeit und Aufmerksamkeit untereinander verteilen. Die kleine Besetzung lässt dabei vieles frei, was eine dicht arrangierte Produktion schon festgelegt hätte. Genau in diesem Spielraum liegt die Nähe des Albums.
Diese Ausgabe
Analogue Productions · AAPJ 213-45 · 2 LPs · je 180 g Vinyl · 45 RPM. Mastering: Kevin Gray und Steve Hoffman bei Acoustech Mastering. Presswerk: Quality Record Pressings (QRP). Stoughton-Tip-on-Gatefold mit matter, scheuerbeständiger Oberfläche.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Wes MontgomeryGitarre
- Melvin RhyneOrgel
- Paul ParkerSchlagzeug








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