Ein Lied über den Wolken
Roberta Flack begegnet „Killing Me Softly with His Song“ zunächst als Hörerin. Nach ihrer eigenen Erinnerung hört sie Lori Liebermans Aufnahme 1972 im Unterhaltungsprogramm eines Flugzeugs. Sie erkennt darin ein Lied, das sie selbst singen möchte. Der entscheidende Schritt folgt am Klavier: Flack verändert harmonische Details und macht aus dem gehörten Song ihre eigene Interpretation.
Das 1973 erschienene Album trägt den Titel Killing Me Softly, reicht aber weit über seine berühmte Eröffnung hinaus. Mit Produzent Joel Dorn arbeitet Flack über einen längeren Zeitraum an einer Auswahl, die Soul, Songwriter-Material und ihre Erfahrung als klassisch ausgebildete Pianistin miteinander verbindet. Die Platte ist dem Multiinstrumentalisten Rahsaan Roland Kirk gewidmet.

Eine Stimme gestaltet den Raum
Beim Titelsong lohnt es sich, den Übergängen zwischen den Zeilen zu folgen: Wo hält Flack eine Silbe fest, wo gibt sie den nächsten Gedanken früh frei? Ihre Behandlung der Harmonie verändert auch die Wirkung der bekannten Melodie. Die scheinbare Selbstverständlichkeit dieser Aufnahme beruht auf Entscheidungen über Akkorde, Tempo und Gewichtung der Worte.
Zum musikalischen Umfeld des Albums gehören Ron Carter, Grady Tate, Ralph MacDonald und Eric Gale. Die Begleitung muss nicht ständig in den Vordergrund treten, um den Verlauf mitzubestimmen. Achte auf die kleinen Antworten hinter der Stimme und darauf, wie sich ein Lied durch solche Antworten weiterbewegt.

Von Janis Ian zu Leonard Cohen
„Jesse“ von Janis Ian eröffnet eine andere Form der Nähe: die Ansprache an einen abwesenden Menschen. Gene McDaniels’ „River“ erweitert das Repertoire wiederum in eine andere Richtung. Flack behandelt die Songs als eigenständige Erzählungen. Der Name des Albums verbindet sie, ohne ihnen einen einheitlichen emotionalen Ton vorzuschreiben.
Am Ende steht Leonard Cohens „Suzanne“. Flacks Fassung dauert fast zehn Minuten und erhält auf dieser Ausgabe eine ganze Plattenseite. Das verändert auch die Erwartung beim Auflegen: Nach drei Seiten mit mehreren Liedern beginnt ein längerer, in sich geschlossener Schluss. Gerade dieses Ende macht es reizvoll, das Album einmal ohne den gedanklichen Umweg über seine Hitsingle zu hören.
Die Atlantic-75-Ausgabe
AAPA 054-45 erscheint bei Analogue Productions als Doppel-LP mit 45 RPM auf 180-Gramm-Vinyl, gepresst bei QRP und verpackt im Stoughton-Tip-on-Gatefold. „Suzanne“ steht allein auf Seite vier. Der Herausgeber nennt für diese Ausgabe auf seiner Produktseite weder einen Mastering-Ingenieur noch eine konkrete Bandquelle. Eine solche Zuordnung bleibt deshalb offen.
Michael 45 lagert die Ware in Deutschland und versendet aus Hilden, sodass Kunden in Deutschland und der EU weder einen persönlichen US-Import organisieren noch auf die Zollabfertigung warten müssen.
Mehr aus der Reihe: Atlantic 75 Series
Auch als SACD: Killing Me Softly
Kundenfragen: Atlantic 75: welche Titel lohnen sich? · Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Atlantic 75 Series – alle 75 Alben, Zeitreise und die Menschen hinter Atlantic
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Roberta Flack | Gesang, Klavier |
| Eric Gale | Gitarre |
| Ron Carter | E-Bass |
| Grady Tate | Schlagzeug |
| Ralph MacDonald | Perkussion, Tamburin, Congas |
| Kermit Moore | Violoncello |
| Eumir Deodato | Dirigat |
| Don Sebesky | Dirigat, Horn |
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael hebt die Klarheit dieser 45-RPM-Ausgabe hervor. Die Glocken im Titelsong Killing Me Softly stehen für ihn mitten im Raum. Den weitergehenden Vergleich mit anderen Ausgaben schreibt er im Video einem Kunden zu; er wird hier nicht als Michaels eigener Vergleich übernommen.
🎧 Review video: 5 Amazing new Reissues + 1 UHQR + 1 Grail of a Boxset
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